Seenplatte Felsberg Altenburg

Verlorener Lieblingsplatz: Felsbergerin bedauert Abbau von Steg und beklagt Vermüllung

Diesen Holzsteg an der Seenplatte zwischen Felsberg und Altenburg gibt es nicht mehr: Der Angelverein Äsche Felsberg-Gensungen, der ihn in Eigenleistung errichtet hatte, musste ihn aus Sicherheitsgründen abbauen. Einen Ersatz wird es vorerst nicht geben.
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Diesen Holzsteg an der Seenplatte zwischen Felsberg und Altenburg gibt es nicht mehr: Der Angelverein Äsche Felsberg-Gensungen, der ihn in Eigenleistung errichtet hatte, musste ihn aus Sicherheitsgründen abbauen. Einen Ersatz wird es vorerst nicht geben.

Jutta Wagner aus Wolfershausen hätte gerne an unserer Lieblingsplatz-Serie teilgenommen – doch ihren persönlichen Lieblingsort gibt es nicht mehr.

Felsberg – „Ich hatte meinen absoluten Lieblingsplatz gefunden, an einem See mit wundervollem Steg zwischen Felsberg und Altenburg“, sagt sie. „Es war ein Ort der puren Erholung vom Alltag.“ Doch dann war der Steg plötzlich weg. Zudem sei der See in keinem guten Zustand mehr. Wagner berichtet über einen unangenehmen Geruch und verstreuten Müll. „Für mich als Naturfreundin ein unerträgliches Bild.“

Die 42-Jährige ist mehrmals pro Woche in der Natur unterwegs. Bei gutem und schlechtem Wetter, mit dem Fahrrad oder zu Fuß: ihr ist es egal, solange sie in der Natur sein kann. „Ich möchte mein Ziel endlich wieder mit Freude erreichen und bei Entengeschnatter und Vogelgesang richtig entspannen.“

Herumliegenden Müll entdeckte Jutta Wagner an ihrem ehemaligen Lieblingsplatz.

Um die Pflege des Sees kümmern sich Mitglieder des Angelvereins Äsche Gensungen-Felsberg, unterstützt von der Stadt Felsberg. Der Angelverein Äsche teilte auf Anfrage mit: „Die Nutzung des Geländes hat seit der Pandemie stark zugenommen.“ Die Vereinsarbeit sei dagegen schwieriger geworden. Mitglieder entsorgten in ihrer Freizeit ehrenamtlich den angefallenen Müll. „Dafür sind wir eigentlich nicht zuständig, aber wir machen das“, heißt es vom Verein. Gerade an Wochenenden sei es schwierig, dem nachzukommen.

Verkehrssicherheit sei am Steg nicht mehr gegeben

Der Holzsteg sei in Absprache mit der Stadt Felsberg entfernt worden. „Vor einigen Jahren haben wir den Steg in Eigenleistung errichtet.“ Die Verkehrssicherheit sei aber nicht mehr gegeben gewesen und für die Instandsetzungsarbeiten würden dem Verein die Kapazitäten fehlen.

Bei Bauprojekten wie der Stegerneuerung übernimmt laut Vereinbarung die Stadt die Kosten, während die Vereine die Arbeitsleistung erbringen. Ein Neubau des Stegs sei ohne Geld der Stadt daher aus Sicht des Angelvereins vorerst nicht möglich.

Gewässer werde regelmäßig kontrolliert

Die Seenplatte Ederfeld zwischen Felsberg und Altenburg besteht aus ehemaligen Kiesseen der 1970er- und 1980er-Jahre. Solche künstliche Seen würden mit den Jahren verlanden. Dabei würden sich die Gewässer mit organischem Material anreichern. „Ein leichter Geruch ist daher normal“, heißt es vom Verein weiter. Gefahr für Fische würde nicht entstehen. „Es werden regelmäßig Gewässeruntersuchungen gemacht, dabei werden die PH- und Schadstoffwerte bestimmt. Auffälligkeiten gibt es keine.“

Felsbergs Bürgermeister Volker Steinmetz sagte auf Anfrage, er sei neulich selbst an der Seenplatte vorbeigekommen. „Ich hatte einen sehr gepflegten Eindruck von der Anlage.“ Er ist jedoch dankbar über jede Meldung von Defiziten. „Wir nehmen Hinweise gerne auf. Mehr Augen sehen auch mehr.“ (Sabrina Liebsch)

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