Ortstermin

Viele neue Gesichter im Dorf: Bewohner von Beuern freuen sich über Zuzug junger Familien

Am alten Feuerlöschteich in Beuern: Das Gelände sollte renaturiert werden, wünschen sich von links Ortsvorsteherin Erika Carstensen-Bretheuer und ihre Stellvertreterin Nina Hehlgans, hier mit Tochter Karla.
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Am alten Feuerlöschteich in Beuern: Das Gelände sollte renaturiert werden, wünschen sich von links Ortsvorsteherin Erika Carstensen-Bretheuer und ihre Stellvertreterin Nina Hehlgans, hier mit Tochter Karla.

Sie haben ein Ohr für das, was die Menschen in ihrem Dorf beschäftigt: die Ortsvorsteher. In unserer Serie Ortstermin stellen wir sie und ihre Ziele vor, so wie heute Beuern.

Beuern – Es hat sich zuletzt viel bewegt im Felsberger Stadtteil Beuern: Der Dorfplatz ist neu gestaltet worden, der Saal im Dorfgemeinschaftshaus wurde saniert und die beiden früheren Feuerwehrgerätehäuser, die seit der Zusammenlegung der Feuerwehren im Hochland nicht mehr benötigt wurden, wurden von Privatleute gekauft und hergerichtet.

Ausruhen will sich der Ortsbeirat darauf aber nicht – zu tun gibt es für Ortsvorsteherin Erika Carstensen-Bretheuer und ihr Team noch genug.

Das Fest

Doch am heutigen Freitag wird erstmal gefeiert. Auf dem neu gestalteten Dorfplatz gibt es am Nachmittag ein Grillfest. Eingeladen sind aber nur die Bierschen, betont Carstensen-Bretheuer:

Wegen der Corona-Pandemie soll die Zahl der Besucher überschaubar bleiben. Eine gute Gelegenheit für die Dorfbewohner, einander besser kennenzulernen – denn es gibt einige neue Gesichter im Ort.

Der Zuzug

Zu diesen neuen Gesichtern gehört auch Nina Hehlgans. Die 33-Jährige ist seit der Kommunalwahl im Frühjahr Mitglied im Ortsbeirat und die Stellvertreterin von Carstensen-Bretheuer.

Hehlgans ist nicht nur neu im Ortsbeirat, sondern auch noch relativ neu im Dorf: Seit 2015 lebt sie dort mit ihrem Mann und ihrer dreijährigen Tochter Karla.

Die Familie Hehlgans befindet sich in guter Gesellschaft: „Wir haben viele neue Dorfbewohner“, erzählt Carstensen-Bretheuer. Zuletzt seien einige ältere Menschen im Ort gestorben.

Doch Leerstand gebe es kaum: In die Häuser seien meist nach kurzer Zeit junge Familien eingezogen. „Wir haben jetzt auch endlich wieder mehr Kinder im Ort, da freuen wir uns riesig drüber“, sagt die 68-Jährige.

Auch bei Familie Hehlgans wird es in einigen Monaten nochmal Nachwuchs geben. Sie habe sich gut in Beuern eingelebt, erzählt Nina Hehlgans: „Man kommt hier gut in die Dorfgemeinschaft rein, das ist uns nicht schwer gefallen.“

Und das, obwohl weder sie noch ihr Mann gebürtig aus dieser Ecke stammen. Die 33-Jährige kommt aus Aachen und hat ihren Mann, einen Schwälmer, in Köln kennengelernt.

Doch Vorbehalte gegenüber Zugezogenen gebe es im Dorf nicht, bestätigt auch Carstensen-Bretheuer. Und noch eine Eigenschaft zeichnet die „Bierschen“ aus:

„Die Dorfbewohner meckern und maulen nicht nur, sondern nehmen die Dinge gern selbst in die Hand“, sagt die Ortsvorsteherin. „Die Leute freuen sich immer, wenn sie was machen können“, stellt auch Hehlgans fest.

Die Toiletten im DGH

Doch es gibt auch Projekte, die die Bierschen nicht allein stemmen können. Die Erneuerung der Toiletten im Dorfgemeinschaftshaus gehört dazu:

„Die müssen dringend neu gemacht werden“, sagt Carstensen-Bretheuer. „Es sind noch die Fliesen aus den 60er-Jahren drin“, sagt die Ortsvorsteherin, um das Alter der Räume zu veranschaulichen.

Der Ortsbeirat hat die Stadt gebeten, die Toiletten renovieren zu lassen: Das müsse eine Fachfirma übernehmen, sagt Carstensen-Bretheuer. Doch die Politik müsse noch zustimmen.

Der Löschwasserteich

Es gibt ein weiteres Anliegen, das der Ortsbeirat an die Stadt heranträgt: Die Renaturierung des Löschwasserteichs. Auch wenn Beuern kein eigenes Feuerwehrgebäude mehr hat – Löschwasser wird im Dorf natürlich trotzdem benötigt.

Doch der Teich, der neben dem Dorfgemeinschaftshaus liegt, sei dafür nicht mehr geeignet, sagt Carstensen-Bretheuer: „Je nach Wetterlage läuft er entweder über oder trocknet aus.“

Besser sei aus Sicht des Ortsbeirats eine Löschwasserzisterne. Das mit einem Zaun abgesperrte Gelände, auf dem der Löschwasserteich liegt, sollte renaturiert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden – so der Wunsch des Ortsbeirats.

Außerdem müsse dort etwas für den Hochwasserschutz getan werden, denn der Sunderbach läuft bei Starkregen schnell über: „2018 hätten wird das Wasser fast im Dorfgemeinschaftshaus gehabt“, erzählt die Ortsvorsteherin.

Der Radweg

Wichtig ist dem Ortsbeirat auch das Thema Radwegverbindung. Der Radweg von Fritzlar nach Melsungen sollte über Beuern führen und dann auf der linken Seite der Bundesstraße entlang verlaufen, so der Wunsch aus Beuern.

Derzeit verläuft der Weg noch durch den Markwald Beuerholz – eine sehr sturzgefährliche Strecke, sagt Carstensen-Bretheuer. Das Radwegekonzept, das der ADFC im Auftrag der Stadt erarbeitet hat (HNA berichtete), sieht vor, dass der Radweg am Sundhof entlang und dann rechts der Bundesstraße geführt wird.

„Aber da gibt es ein Problem mit den Autobahnauffahrten“, erklärt die Ortsvorsteherin. Dieses Problem falle weg, wenn der Radweg auf der anderen Seite Bundesstraße verlaufe.

„Man hätte einen kurzen, sicheren und autofreien Weg – und eine preiswerte Lösung“, ist die 68-Jährige überzeugt. Eine Lösung, für die sich der Ortsbeirat stark machen wird. Wie gesagt: Zu tun gibt es für das Team genug. (Judith Féaux De Lacroix)

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