Kostenloses Angebot im Internet

Virtueller 3D-Rundgang durch das Museum Gensungen

Laden zum 3D-Rundgang durch die Ausstellung ein: von links Christian Lengemann vom Museum Gensungen und Denny Bott, der das Angebot mithilfe einer Spezialkamera erstellt hat.
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Laden zum 3D-Rundgang durch die Ausstellung ein: von links Christian Lengemann vom Museum Gensungen und Denny Bott, der das Angebot mithilfe einer Spezialkamera erstellt hat.

Ein Besuch im Museum Gensungen, ohne vom heimischen Sofa aufzustehen: Das ist jetzt möglich, dank eines besonderen Angebots im Internet.

Gensungen – Viele größere Museen öffnen dank sinkender Corona-Zahlen jetzt wieder ihre Türen für Besucher – doch das Museum in Gensungen bleibt, wie auch andere kleine Einrichtungen in der Region, weiterhin geschlossen. Trotzdem können Neugierige jederzeit einen Blick in die Ausstellung werfen: dank eines virtuellen 3D-Rundgangs, der kostenlos im Internet abrufbar ist.

Der Rundgang
Der Besucher steht vor der Tür des Gensunger Museums – und kann gleichzeitig zuhause auf dem Sofa sitzen. Er sieht das Fachwerkgebäude vor sich, doch um hineinzugelangen, muss er keinen Fuß auf die Stufen vor dem Eingang setzen. Ein paar Klicks genügen, und schon steht er im Erdgeschoss des Museums. Ob Schädel aus der Altsteinzeit oder Pfeile und Bogen aus der Jungsteinzeit, der Besucher kann eine Vitrine nach der anderen betrachten. Ins Obergeschoss geht’s dann abermals nicht zu Fuß über die Treppe, sondern per Mausklick.

Das Museum Gensungen als Puppenhaus: So sieht das virtuelle 3D-Modell aus. Per Mausklick kann man sich durch die Räume bewegen, als würde man durch die Ausstellung laufen. Wände und Decken sind dabei teilweise durchsichtig.

An einigen Stellen kann man ein Symbol in den Vitrinen anklicken. Dann ploppt in einem weiteren Fenster ein Informationstext, zum Beispiel zu einem bestimmten Ausstellungsstück, auf. Wer will, kann sich zudem einen Gesamtüberblick über das Museum verschaffen – ein Grundriss der Räume steht dafür ebenso zur Verfügung wie ein drehbares 3D-Modell.

Der Gestalter
Denny Bott aus Böddiger hat diesen virtuellen Rundgang durch das Gensunger Museum möglich gemacht. Der 33-Jährige, der gebürtig aus Frielendorf stammt und seit drei Jahren in Böddiger lebt, hat sich vergangenes Jahr selbstständig gemacht und erstellt nun solche 3D-Rundgänge für Einrichtungen und Unternehmen in Nordhessen. Zu seinen bisherigen Kunden gehörten etwa das Gasthaus Ederblick in Gensungen, das Fitnessstudio No Limits in Homberg und das Restaurant Pacos Tacos in Kassel.

Das Museum
Den 3D-Rundgang durch das Gensunger Museum hat Bott kostenlos erstellt, als Geschenk an die Arbeitsgemeinschaft für Vor- und Frühgeschichte Gensungen, die Trägerin des Museums ist. „Das Ziel war nicht, die komplette Ausstellung zu zeigen“, betont Bott. Vielmehr solle der Online-Auftritt den Besuchern Lust machen, mehr vom Museum zu sehen, wenn es wieder öffnet. „Vielleicht animiert man damit auch junge Leute, sich mehr mit dem Museum und seinen Inhalten zu beschäftigen“, hofft er.

„Wir sind ein kleiner Verein und machen das alle ehrenamtlich“, erklärt Christian Lengemann, zweiter Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für Vor- und Frühgeschichte. „Deshalb öffnen wir das Museum derzeit noch nicht.“ Der 3D-Rundgang sei eine gute Möglichkeit, trotz der aktuellen Schließung Einblicke ins Museum zu geben: „Wir finden es super, dass diese Technik so gut funktioniert.“ Den Link zum 3D-Rundgang hat der Verein auf der Homepage des Museums und bei Facebook veröffentlicht, und er sei oft angeklickt worden: „Das kommt gut an.“ Denny Bott berichtet, dass seit der Veröffentlichung 500 Besucher den 3D-Rundgang besucht haben. Wegen des Erfolgs würde Christian Lengemann den virtuellen Rundgang gern noch ausweiten, etwa auf das Tagelöhnerhaus, das ebenfalls zum Museum gehört.

Die Technik
Die Technik für die 3D-Rundgänge kommt aus den USA. Man benötigt eine spezielle Kamera. „Sie dreht sich um 360 Grad und macht Fotos aus allen Perspektiven“, erklärt Denny Bott. Mit dieser Kamera lief er durch das Museum, stellte das Gerät an mehreren Punkten auf und ließ die Kamera ihre Umgebung aufzeichnen. Am Ende hatte er viele Einzelaufnahmen, die er am Computer zu dem 3D-Rundgang zusammensetzte. Je größer das Gebäude, desto länger dauert es, den virtuellen Rundgang zu erstellen: „Beim Museum war ich nach einer Stunde mit den Aufnahmen fertig, bei größeren Gebäuden bin ich mehrere Stunden beschäftigt“, erzählt Bott. Für die Nachbearbeitung benötige er noch mal in etwa so viel Zeit wie zuvor für die Aufnahmen im Gebäude. (Judith Féaux de Lacroix)

Der 3D-Rundgang ist zu finden auf: museum-gensungen.de

Am Computer entsteht der 3D-Rundgang: Denny Bott in seinem Arbeitszimmer in Böddiger.

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