Magistrat soll Vorschlag prüfen

Vorschlag fürs Alte Hospital in Felsberg: Wohnungen für Flüchtlinge

+
Hier könnten künftig Flüchtlinge leben: Michael Kranixfeld am Alten Hospital an der Lohrer Straße in Felsberg.

Felsberg. Schon seit 30 Jahren steht das Alte Hospital in Felsberg leer. Michael Kranixfeld hat eine Idee, wie das Gebäude genutzt werden könnte: Als Unterkunft für Flüchtlinge.

Die SPD will in der Stadtverordnetenversammlung am 28. Mai beantragen, dass der Magistrat diesen Vorschlag prüft.

„Ich habe gelesen, dass die Stadt Felsberg um Vorschläge bittet, wo man Flüchtlinge unterbringen kann“, sagt der Felsberger Bauingenieur und Architekt Michael Kranixfeld. „Da kam ich auf die Idee mit dem Alten Hospital.“ Das Gebäude sei aufgrund seiner zentralen Lage gut geeignet, um Flüchtlinge ins städtische Leben zu integrieren.

Außerdem könne die Stadt so zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Zum einen werde Felsberg früher oder später sicherlich mehr Flüchtlinge aufnehmen müssen. Zum anderen würde man so den Verfall des Alten Hospitals aufhalten. „Einfach abreißen kann man das Gebäude nicht, da hätte der Denkmalschutz etwas dagegen“, sagt Kranixfeld. Daher müsse man das Alte Hospital ohnehin irgendwann sanieren. Der Zeitpunkt dafür sei so günstig wie nie: „Die Kreditanstalt für Wiederaufbau bietet derzeit Darlehen mit 0,25 Prozent Zinsen an. Wenn, dann muss man jetzt zugreifen“, sagt der 69-Jährige, der bis zu seiner Verrentung im vergangenen Jahr freiberuflich tätig war und sich bis 2011 in der Kommunalpolitik engagierte, unter anderem als SPD-Fraktionsvorsitzender im Felsberger Stadtparlament.

Zehn Wohnungen würden in dem Gebäude Platz finden, bis zu 24 Personen könnten darin wohnen. Langfristig könne man das Gebäude dann auch für seniorengerechtes Wohnen nutzen - das biete sich an, da das Seniorenheim Sankt Valentin gleich nebenan liege, sagt Kranixfeld.

Die Kosten für eine Sanierung des Gebäudes lägen bei 1,2 Millionen Euro, sagt Kranixfeld. Er beruft sich dabei auf eine Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2008 - damals wollte man im Zuge des Stadtumbauprogramms West seniorengerechte Wohnungen im Alten Hospital einrichten. Diese Idee scheiterte zwar, aber die Machbarkeitsstudie, die immerhin 15.000 Euro gekostet hat, sei zu schade für die Schublade, findet Kranixfeld. Auf dieser Studie aufbauend könne man nun die neuen Pläne für das Alte Hospital entwickeln.

Von den 1,2 Millionen Euro Sanierungskosten müsse die Stadt nur 750.000 Euro aufbringen, sagt Kranixfeld. Voraussetzung wäre allerdings, dass das Landesamt für Denkmalpflege und die Evangelische Landeskirche jeweils einen Zuschuss von 125.000 Euro für das Projekt geben würden und die Stadt die Rücklage von 200.000 Euro aktivieren würde, die 2008 für die Sanierung des Alten Hospitals gebildet wurde.

Stephan Bürger, einer der SPD-Fraktionsvorsitzenden, sagt zum Vorschlag von Michael Kranixfeld: „Die Stadt kann die Unterbringung von Flüchtlingen nicht allein Privatleuten überlassen.“ Deshalb sei es wichtig, einen Vorschlag wie den von Kranixfeld zu prüfen. „Wir sind nicht so vermessen zu sagen, das muss jetzt sofort gemacht werden“, betont Bürger. Zunächst müsse festgestellt werden, wie hoch die Kosten für das Projekt tatsächlich wären. Einen entsprechenden Antrag stellt die SPD-Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag, 28. Mai. Die Sitzung ist öffentlich und beginnt um 19.30 Uhr im Felsberger Bürgersaal.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.