Nur fünf bis sechs Tonnen Früchte

Weinernte am Böddiger Berg fällt in diesem Jahr deutlich schlechter aus 

Heinz Löffelmann (76) aus Felsberg und Manfred Kleinschmidt (68) aus Spangenberg beim Stapeln von Traubenkisten.

Felsberg/Böddiger. Weinlese 2017 am Böddiger Berg: Fünf bis sechs Tonnen Trauben wurden gepflückt – das entspricht nur der Hälfte der letzten Ernte.

Die jährliche Weinlese auf Hessens nördlichstem Weinberg ist längst Tradition für Heinz Löffelmann. Der 76-Jährige kommt seit mehr als einem Jahrzehnt an diesem, wie er ihn nennt, besonderen Tag, zum Böddiger Berg. Bei der diesjährigen Weinlese stapelte der Felsberger mit seinem Freund Manfred Kleinschmidt die vollen Traubenkisten aufeinander, damit sie im Anschluss auf dem Laster weggebracht werden konnten.

Rund 70 weitere Helfer waren seit den frühen Morgenstunden auf den Beinen und haben Reihe für Reihe Trauben ausgelesen. Mindestens genau so geübt wie Löffelmann ist auch Frijda Sterz. Die 66-jährige Melsungerin ist seit mehr als 20 Jahren dabei und freut sich jedes Jahr aufs Neue auf die Weinlese. „Hier ist man den ganzen Tag an der frischen Luft und man trifft alte Bekannte wieder“, sagt sie. Diesmal hatte sie sogar Besuch aus Ulm im Schlepptau: Ihre Freundin Natalia Müller war zum ersten Mal bei einer Weinlese dabei. „Das Wetter spielt auch super mit“, sagte sie fröhlich.

Pflückten viele Trauben am Böddiger Berg: (von links) Reiner Hoppach (67), Dorothar Wickel (65), Klaus Johne (69). 

Auch für Reiner Hoppach war es eine Premiere, wie der 67-jährige Spangenberger erzählte. „Ich wollte das schon immer mal ausprobieren – außerdem trinke ich ja auch gerne mal ein Glas Wein.“

Über die zahlreichen Helfer freute sich Klaus Stiegel, der Vorsitzende des Fördervereins Böddiger Berg.

Warum die Ernte in diesem Jahr schlechter ausfällt

In diesem Jahr war der Termin zur Lese etwas früher angesetzt als im vorigen Jahr. Grund dafür sei das Wetter in den letzten Septemberwochen. „Die Trauben drohten schon zu überreifen“, sagte Stiegel.

Fünf bis sechs Tonnen Trauben pflückten die Helfer – das ist die Hälfte von der letzten Ernte. „Grund für die geringe Menge an Trauben ist schlicht die Natur“, sagte Stiegel. Der Frost, aber auch die Waschbären, Amseln und Rehe, die sich an den Trauben bedient haben, seien daran schuld. Einige Fallen seien zum Abschrecken der Tiere aufgestellt worden, das nütze aber nicht viel.

Über die Qualität der Trauben könne er sich aber nicht beschweren, sagt Stiegel. Der Riesling sei in diesem Jahr von besonders guter Qualität. Der Oechsle-Wert, also die Maßeinheit für das Gewicht des Traubenmostes, liege bei etwa 75 Grad. Damit lasse sich gut arbeiten. „Und auch die Freunde vom Böddiger Berg werden sich darüber freuen“, sagt Stiegel.

Gekeltert werden die Trauben im Hessischen Staatsweingut Kloster Eberbach in Eltville. „Das muss rasch passieren, damit die Trauben nicht ihren Saft verlieren“, so Stiegel. Etwa 6000 Flaschen Wein könnten aus den Trauben werden. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.