Drähte stützen die jungen Triebe 

Weinreben am Böddiger Berg brauchen Halt 

+
Langwierige Arbeit: Karl Angersbach ist viele Stunden damit beschäftigt, die Drähte umzuhängen, die die Weinreben stützen.

Böddiger. Nicht nur zur Weinlese im Herbst, sondern rund ums Jahr gibt es viel zu tun am Weinberg in Böddiger.  Wir haben Karl Angersbach begleitet, der sich um die Weinbergpflege kümmert. 

Jeder braucht mal eine starke Schulter, an die er sich anlehnen kann. Auch die Weinreben am Böddiger Berg. Statt an eine starke Schulter schmiegen sie sich jedoch an Drähte: Sie geben den Ranken Halt und sorgen dafür, dass sie gerade nach oben wachsen und nicht wild zur Seite wuchern. So sind die Reben auch vor Bruchschäden etwa durch Sturm oder Starkregen geschützt.

Karl Angersbach, der Sohn des Weinberggründers, achtet darauf, dass die Drähte den Wein immer an der richtigen Stelle stützen. Fünf Drähte sind an Holzpfosten entlang der Rebstock-Reihen gespannt: „Zwei Drähte sind fest installiert, und zusätzlich gibt es auf jeder Seite zwei versetzbare Drähte“, erklärt der 75-Jährige.

Sind die jungen Triebe noch kurz, hängt Angersbach die Drähte ganz unten an den Pfosten ein. Je höher die Ranken wachsen, desto höher müssen auch die Drähte eingehängt werden.

„Die Triebe müssen etwa 60 Zentimeter lang sein, damit ich anfangen kann“, sagt Angersbach. In diesem Jahr war es an Pfingsten soweit. Doch die Ranken wachsen nicht alle im gleichen Tempo – das erschwert die Arbeit. „Einige Triebe sind jetzt schon einen Meter lang“, stellt Angersbach fest, „mir rennt die Zeit davon.“

Reihe für Reihe schreitet Angersbach ab. An jedem Pfosten bleibt er stehen, fasst den Draht behutsam mit beiden Händen und hängt ihn an dem dafür vorgesehenen Haken auf.

Für eine Rebstockreihe braucht Angersbach etwa eine halbe Stunde, 50 Reihen stehen auf dem Weinberg – also braucht er 25 Stunden, um einmal alle Drähte auf dem Weinberg umzuhängen. „Bei einem Durchgang laufe ich etwa fünf Kilometer“, hat sich der 75-Jährige ausgerechnet.

Fünf dieser Durchgänge muss Angersbach im Laufe des Jahres machen – am Ende sind die Drähte wieder ganz oben an den Pfosten eingehängt. Zum Umhängen gehört auch, die Drähte straff zu ziehen: Am Ende der Drähte hängt jeweils eine Kette mit mehreren Ringen – je nachdem, welcher Ring eingespannt wird, erhöht sich die Spannung des Drahts. Die starke Schulter darf schließlich nicht nachgeben, wenn sich die jungen Triebe an sie lehnen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.