Wird zur Rarität: Der Wein vom Böddiger Berg

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Freuen sich auf den neuen Wein vom Böddiger Berg: vorne die designierte Weinkönigin Karina Hilgenberg mit – von links – Bürgermeister Volker Steinmetz, Sparkassendirektor Ingo Lange, Landrat Winfried Becker sowie Horst Rietschle und Klaus Stiegel vom Förderverein Böddiger Berg, der sich seit nunmehr 22 Jahren um den Weinberg kümmert.

Felsberg. Eine gute und eine schlechte Nachricht für alle, die den Tropfen vom nördlichsten Weinberg Hessens lieben: Der neue Jahrgang vom Böddiger Berg ist ab sofort erhältlich. Es gibt allerdings nur 2250 Flaschen.

Grund: Die Ernte im Herbst war mager ausgefallen - nur 1,8 Tonnen. Die Flasche kostet acht Euro.

Dennoch: Der neue Wein hat nach dem Urteil des Fördervereins Böddiger Berg eine sehr gute Qualität. Vollmundig, harmonisch, ausgewogen - das waren einige der Urteile bei der Vorstellung im Burg-Hotel Heiligenberg.

„Der neue Wein ist frisch, fruchtig und feinherb, hat die charakteristischen Bestandteile des Böddiger Berges“, sagt Altbürgermeister Klaus Stiegel, der Vorsitzende des vor 22 Jahren gegründeten Fördervereins.

„Waschbären, Amseln, Rehe und Mäuse haben ganze Trauben von einer Rispe gezogen. Das hat uns stark zurückgeworfen.“

Schon seit November sitzen viele Liebhaber des Weines auf dem Trockenen. Nur 1,8 Tonnen - das war nach den Worten Stiegels eine der schwächsten Ernten. Am 22. Oktober 2013 war dagegen eine Rekordernte von 9,4 Tonnen eingefahren worden. Das ergab 6900 Flaschen. Davor konnte der Förderverein nur 4300 Flaschen Wein anbieten, in den drei Jahren davor waren es jeweils nur 3000 Flaschen. In guten Jahren dagegen 8000 bis 9000 Flaschen. Ein Beweis dafür, wie sehr die Ernte von der Natur abhängig ist. Leider Gottes, sagt Stiegel, hatte es im April und Mai vorigen Jahres Nachtfröste gegeben. Trotzdem habe man ein gutes Gefühl gehabt und noch im September gehofft, Trauben für 4000 bis 5000 Flaschen ernten zu können.

Schwer zu erklären sei, warum die Tiere dann so viel Schaden angerichtet haben. Stiegel: „Waschbären, Amseln, Rehe und Mäuse haben ganze Trauben von einer Rispe gezogen. Das hat uns stark zurückgeworfen.“

Sehr gute Trauben

Die geernteten Trauben seien allerdings sehr gut gewesen, ohne Fäulnis und Schimmel. 68 Grad Oechsle, ein guter Most und eine hervorragende Gärung haben nach den Worten Stiegels für einen einwandfreien Wein gesorgt mit den charakteristischen Bestandteilen des Böddiger Berges: „Auf der Zunge spürt man die Aromen, im Abgang die nordhessische Art unseres Weines, der nicht im sonnenverwöhnten Italien aufwächst.“

6000 bis 8000 Flaschen braucht man nach Angaben Stiegels, um die Nachfrage der Liebhaber abzudecken: „Die nunmehr 2250 Flaschen sind einfach zu wenig“, sagt Stiegel. Und: „Wir bitten deshalb um Verständnis, dass wir den Wein nicht kistenweise, sondern nur flaschenweise verkaufen können.“

Im Direktverkauf gibt es den Wein in der Tankstelle Rietschle und in der Stadtsparkasse Felsberg. Erhältlich ist er auch im Fachhandel, Feinkostgeschäften, Gaststätten und Restaurants. Ausgeschenkt wird der Böddiger Berg auch beim Felsberger Weinfest im August.

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