Ihre Zahl steigt jede Woche um 25 bis 30

Wohnungen für Flüchtlinge in Felsberg gesucht

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Felsberg. Die Stadt Felsberg will künftig mehr Flüchtlinge aufnehmen. Die Bewohner sollen sich daher Gedanken darüber machen, wo es im Stadtgebiet Wohnraum für Flüchtlinge gibt.

Dazu ruft Bürgermeister Volker Steinmetz auf.

1070 Flüchtlinge leben derzeit im Schwalm-Eder-Kreis, und jede Woche kommen 25 bis 30 weitere dazu. Für sie müssen Wohnungen gefunden werden - auch in Felsberg. Dort leben nach Auskunft der Betreuungsstelle für Zuwanderer beim Landkreis bislang nur neun Flüchtlinge.

„Wir wollen unseren Beitrag leisten“, sagt Steinmetz. Die Aufnahme von Flüchtlingen sei für Felsberg auch eine Chance. Gerade angesichts sinkender Einwohnerzahlen sei es positiv, wenn Flüchtlinge in Felsberg ein neues Zuhause fänden und so dazu beitragen könnten, die Stadt lebendig zu halten. Die Stadt prüft nun, ob städtische Gebäude für die Unterbringung von Flüchtlingen infrage kommen. Konkret im Gespräch ist laut Steinmetz zum Beispiel eine Wohnung am Dorfgemeinschaftshaus in Rhünda.

In erster Linie sei die Stadt aber darauf angewiesen, dass Privatleute leerstehende Wohnungen zur Verfügung stellen. Diese Wohnungen sollten möglichst einen guten Anschluss an den öffentlichen Nahverkehr haben. Auch Arztpraxen, Lebensmittelmärkte, Kindergärten und Schulen sollten gut erreichbar sein, da Flüchtlinge ohne eigenes Auto kaum mobil sind. Sehr teure Wohnungen kommen nicht infrage: Orientieren kann man sich an der Miete, die beispielsweise für Hartz IV-Empfänger als angemessen gilt. Die Wohnungen können entweder vom Landkreis oder von den Flüchtlingen selbst angemietet werden.

Mit einer Wohnung allein ist es aber nicht getan. Die Flüchtlinge benötigen auch darüber hinaus Unterstützung. Deshalb soll ein Arbeitskreis Hilfsangebote für die Neuankömmlinge erarbeiten - beispielsweise Fahrdienste oder psychologische Betreuung. Ziel sei, dass sich Flüchtlinge in Felsberg willkommen fühlen, sagt Steinmetz. Dazu haben sich vor einigen Tagen erstmals rund 40 Felsberger zusammengesetzt. Mit dabei waren Vertreter von Stadtverwaltung, Fraktionen, Ausschüssen, Magistrat, Ortsbeiräten, Religionsgemeinschaften, Schulen, Mehrgenerationenhaus und dem Verein für ein Kinder- und Familienfreundliches Felsberg (Kifas).

Das nächste Treffen des Arbeitskreises soll in den kommenden Wochen stattfinden, dann sollen auch weitere Institutionen daran teilnehmen. Langfristig sollen alle interessierten Felsberger mit einbezogen werden. Das erste Treffen des Arbeitskreises habe ganz bewusst nur mit geladenen Gästen stattgefunden, sagt Steinmetz. Man wollte so verhindern, dass jemand die Veranstaltung zur Verbreitung von ausländerfeindlichen Parolen nutzt.

Kontakt: Interessierte Felsberger können sich an folgende Personen wenden: 

Schwalm-Eder-Kreis, Betreuungsstelle für Flüchtlinge

Frau Heidrun Hartwig,

Tel.: 05681/775-280,

E-Mail: Heidrun.Hartwig@schwalm-eder-kreis.de,

oder

Stadt Felsberg, Ordnungsamt

Frau Martina Schmidt, 05662/502-30,

E-Mail.: martina.schmidt@felsberg.de

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