Reißfestes Material verstopft Rohre und Maschinen

Feuchttücher im Klo sind auch in Schwalm-Eder Pumpenkiller

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Auf der Melsunger Kläranlage: Abwassermeisterin Heidi Dippel zieht ein Feuchttuch aus dem Rechen.

Schwalm-Eder. Im Kanalsystem sind extrem reißfeste Feuchttücher zu einem Problem geworden. Die Tücher bringen stellenweise Pumpen zum Stillstand und verstopfen Rohre.

Das erhöht das Arbeitspensum in den Kläranlagen und kostet Geld, heißt es bei der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft und Abwasser (DWA).

In Melsungen landen pro Woche im Schnitt zwei Kubikmeter Rechengut an, erklärt Abwassermeisterin Heidi Dippel. Darin befinden sich neben den unerwünschten Feuchttüchern auch Wattestäbchen, Binden, Tampons, Küchenabfälle und Textilien. Das alles gehört nicht ins Klo, erklärt Dippel. Dabei habe das Aufkommen an Feuchttüchern in den vergangenen Jahren zugenommen.

Das Problem: Die reißfesten Tücher sind laut DWA aus einem Polyester-Viskose-Gemisch oder aus Fasern mit Kunstharzen hergestellt. Im Kanalsystem verbinden sie sich mit Fremdstoffen zu langen, verfilzten und zähen Strängen. Sobald die Tücher Rohre verstopfen oder Pumpen zum Stillstand bringen, müssen Klärwärter Sondereinsätze fahren. Das zahlen am Ende die Verbraucher mit höheren Abwassergebühren.

Regional wird das Problem unterschiedlich bewertet. So sieht der Abwasserverband Mittleres Emstal derzeit kein vorrangiges Problem in Feuchttüchern.

Der Verband reinigt Abwässer aus Gudensberg, Fritzlar und Niedenstein. Dort fallen eher Wattestäbchen unangenehm auf. Die nämlich können vom Rechen nicht ausgesiebt werden, erklärt Abwassermeister Mike Maurer. Seine Melsunger Kollegin ergänzt: Am Ende der Kette können die Wattestäbchen mit dem Klärschlamm auf dem Acker landen.

In Schwalmstadt ist nur ab und zu eine Pumpe verstopft, erklärte Abwassermeister Ingo Zulka. Dort seien unter anderem Spezialpumpen im Einsatz, die Feuchttücher auch häckseln könnten.

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