Flößer fischten Müll aus der Fulda

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Sechs Kilometer, vier Stunden, zwei Sammler und ein Boot voller Müll: Heidi Dannecker und Volker Führer haben unter anderem ein Fahrrad aus der Fulda gezogen.

Ein Waschbecken, eine Duschwanne, etwas, was mal ein Duschvorhang gewesen sein könnte – mit dem, was Heidi Dannecker und Volker Führer auf ihrem Kahn liegen haben, könnte man ein Badezimmer einrichten.

Wären da nicht der Geruch – leicht modrig, ein wenig fischig – und die Farben – braun, schwarz, gräulich. Denn was die beiden da aus dem Wasser ziehen, ist unerlaubt entsorgter Müll.

Dannecker und Führer sind Mitglieder der Flößergemeinschaft Fuldanixen. Heute sind sie allerdings nicht mit ihren Flößen unterwegs, sondern mit einem kleinen Kahn aus Metall. Der lasse sich besser ans flache Ufer steuern, als die behäbigen Flöße. Einer der Gründe für die Reinigungsaktion ist die Ästhetik: „Wir wollen unseren Gästen natürlich eine schöne Aussicht bieten“, sagt Dannecker. Dazu trügen an Bäumen hängende Plastikfahnen nicht bei.

Beitrag zum Naturschutz 

Der Hauptgrund für das Müllsammeln sei allerdings der Naturschutz. Führer erklärt, dass der Plastikmüll irgendwann im Meer landet, dann im Bauch der Meerestiere und irgendwann auch auf unseren Tellern.

„Die Verschmutzung der Meere kann man nicht nur auf Schiffe und Küstenbewohner zurückführen“, sagt Dannecker. Vielmehr müsse man auch vor Ort etwas für den Naturschutz tun.

Kinderwagen und Fahrrad 

Vier Stunden haben die beiden 62-Jährigen gebraucht, um den sechs Kilometer langen Abschnitt zwischen Morschen und Beiseförth zu reinigen. Dabei haben sie nicht nur Teile einer Badeinrichtung gefunden, sondern auch viele Flaschen, Plastikreste, einen Kinderwagen und ein Fahrrad. Das habe richtig fest gesteckt und musste mit einer Kette aus dem Schlamm gezerrt werden.

Auch eine Geldkassette haben die beiden aus dem Fluss gezogen. Da war allerdings längst kein Geld mehr drin, sondern nur Schlick. Dannecker war bereits zum zweiten Mal zum Müllsammeln mit dem Kahn unterwegs. „Dieses Jahr war es mehr“, sagt die Frau aus Heina. „Allerdings steht in diesem Jahr auch das Wasser niedriger und man kann mehr sehen“.

Den Müll haben die beiden am Sportplatz von Beiseförth abgeladen, von dort werde ihn die Gemeinde Malsfeld abtransportieren. Vor der Aktion habe sie überall um Unterstützung gebeten, aber niemand habe sich verantwortlich gefühlt, sagt sie.

So machen die beiden ehrenamtlich weiter, vielleicht schon in diesem Herbst das nächste Mal.

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