Meinungen zur Einführung sind gespalten 

Freiwilliger Polizeidienst: Melsungen will keine Helfer einsetzen

Schwalm-Eder-Kreis. Fritzlar will, Melsungen will nicht – die Meinungen zur Einführung des Freiwilligen Polizeidienstes im Schwalm-Eder-Kreis sind gespalten. 

In den kommenden Wochen stehen Entscheidungen in vielen Parlamenten an. Melsungen hatte kürzlich fraktionsübergreifend dagegen gestimmt.

Erste Erfahrungen mit dem ehrenamtlichen Dienst wurden im Landkreis vor Längerem gemacht. Positiv fielen sie in Borken aus, wo 2005 ehrenamtliche Polizeihelfer unterwegs waren. „Die Akzeptanz war auf jeden Fall da“, teilt der stellvertretende Ordnungsamtsleiter Frank Schröder mit. Zurzeit gibt es keinen freiwilligen Polizeidienst in Borken, weil es an Ehrenamtlichen fehlt: „Wir müssen überlegen, ob wir das Thema politisch wieder aufleben lassen“, sagt Bürgermeister Marcel Pritsch-Rehm. Der Bedarf an größerer Polizeipräsenz sei auf jeden Fall vorhanden – ihn zu erfüllen, sei aber schwierig.

Im südlichen Kreisteil gab es nur in Neukirchen ehrenamtliche Polizeihelfer, das war vor 14 Jahren. Es blieb jedoch bei einem kurzen Intermezzo, wie Bürgermeister Klemens Olbrich bestätigt, stundenweise waren zwei Uniformierte in dem Kneippheilbad unterwegs, doch ließ man den Dienst mangels Notwendigkeit bald fallen. Aktuell gibt es in ganz Nordhessen keine freiwilligen Polizeihelfer. Zuletzt wurde das Projekt 2013 in Ahnatal eingestellt. Fritzlar wird die erste Kommune sein, in der freiwillige Polizeihelfer in Dienst genommen werden können. Die Mehrheit aus CDU und FDP hat sich in der Stadtverordnetenversammlung vom November 2017 dafür ausgesprochen.

Wann es losgeht, ist unklar. „Wir warten auf Signale aus Bad Wildungen und Gudensberg“, sagt Fritzlars Bürgermeister Hartmut Spogat. Die drei Städte wollen zusammenarbeiten. Wenn alle zugestimmt haben, schreibt das Polizeipräsidum Nordhessen die Stellen aus.  

Keine Helfer in Nordhessen

In Hessen werden seit dem Jahr 2000 Freiwillige Polizeihelfer eingestellt. Aktuell liegt der Schwerpunkt in Mittel- und Südhessen. Im Bereich der Polizeidirektion Nordhessen sind derzeit keine unterwegs. Freiwillige Helfer sollen die Polizei unterstützen, Präsenz zeigen, vorbeugende Gespräche mit den Bürgern führen sowie öffentliche Sicherheit und Ordnung beobachten und melden. Das soll die Sicherheitslage verbessern. Die Polizeihelfer sind nicht bewaffnet, sie tragen Pfefferspray und Diensthandy. Für ihren Dienst werden sie in 50 Stunden ausgebildet. Sie erhalten eine Aufwandsentschädigung von 7 Euro pro Stunde. 

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