Schaden im sechsstelligen Bereich

GPS-Sender gegen Holzklau: Forstämter reagieren auf Diebe

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Das GPS-Gerät liegt in der Buche: Der Deckel (rechts) verdeckt den Sender normalerweise. Dank des Forsttrackers sind Holzdiebstähle im Wald deutlich zurückgegangen.

Schwalm-Eder. Der Bedarf an Brennholz ist im Landkreis wegen hoher Öl- und Gaspreise in den vergangenen Jahren enorm angestiegen.

Das hat eine steigende Zahl von Holzdiebstählen zur Folge. Darauf hat Hessen-Forst reagiert und einen GPS-Tracker entwickelt, der seit 2013 in Stämme von Verkaufsholz eingesetzt wird.

Wird das Holz bewegt, kann man seinen Weg anhand des Senders verfolgen. Auch das Forstamt Jesberg hat auf die vermehrten Diebstähle im Wald reagiert und setzt seit einem halben Jahr die Sender ein. „Wir hatten im vergangenen Jahr vier Fälle von Holzdiebstählen. Durch den Tracker wollen wir Diebe abschrecken und das Verkaufsholz schützen“, sagt Ulrich Gerhold, stellvertretender Forstamtsleiter in Jesberg.

Durch gestohlenes Holz entsteht den Forstämtern ein immenser Schaden. „Bevor wir den GPS-Tracker eingesetzt haben, lag der Schaden im hessischen Staatswald durch Holzdiebstähle im hohen sechsstelligen Bereich pro Jahr“, sagt Petra Westphal, Pressesprecherin von Hessen-Forst in Kassel.

Hessen ist Vorreiter, andere Bundesländer ziehen nach. Auch andere Forstämter im Kreis setzen den Sender ein. „Im Forstamt Melsungen bestücken wir seit der Entwicklung des Gerätes stichprobenartig Holzpolter mit den GPS-Trackern“, sagt Jan Stetter, Leiter des Forstamts. „Im Forstamt Melsungen sind Holzdiebstähle aktuell kein gravierendes Problem, in 2014 sind lediglich Kleinstmengen gestohlen worden.“

Auch in Homberg kommt der Sender zum Einsatz. „Wir arbeiten dabei eng mit dem Holzkäufer zusammen. Er wird darüber informiert, dass wir den Tracker eingebaut haben“, sagt Norbert Hänel, als Revierbeamter für Homberg zuständig. Hessen-Forst setzt mit seiner Strategie auf Abschreckung und Prävention.

Hintergrund

Die GPS-Tracker wird im Inneren von Holzstämmen eingesetzt, die im Wald lagern. Der Sender ist so klein, dass er sich auch problemlos in gespaltene Holzscheiten einbauen lässt. Verkauftes Holz wird so in Absprache mit dem Käufer gekennzeichnet und kann bei einem Diebstahl verfolgt werden. Wird der bestückte Stamm bewegt, aktiviert ein Bewegungssensor den Sender. Dieser steht in Kontakt mit einem Satelliten. Der Revierleiter wird alarmiert und kann die Position des Holzes am Computer verfolgen. Die übermittelten Daten werden ausgewertet und die Polizei übernimmt den Fall. Nach Angaben von Hessen-Forst ist die Anzahl der Diebstähle seit Einführung des Trackers deutlich zurück gegangen.

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