Als Elvis nach Jordanien: Guxhagener singt für guten Zweck

Nicht nur Elvis-Fan, sondern auch ein Double des King: Lothar Grunwald aus Guxhagen bei einem Auftritt für „Lachen Helfen“ in Wilhelmshaven. Foto: Michael Brockner/nH

Guxhagen – Wenn Fahrlehrer Lothar Grunwald aus Guxhagen seinen weißen Anzug aus dem Schrank holt, dann wird es rockig. Der 52-Jährige tritt seit fast 20 Jahren als Elvis Double auf. Sein Können präsentierte er jetzt 4000 Kilometer von seinem Heimatort entfernt, in Jordanien.

Aber nicht nur der Ort war außergewöhnlich, sondern auch das Publikum. Denn statt einer lustigen Hochzeitsgesellschaft oder Stadtfestbesuchern ließen es Soldaten mit dem Elvis Double so richtig krachen.

Hinter der Aktion steht der Verein „Lachen Helfen“ aus Düsseldorf, in dem Grunwald seit 2015 Mitglied ist. Dieser wurde durch Bundeswehr und Polizei ins Leben gerufen, um Spenden für Kinder, die in Krisen- und Kriegsgebieten aufwachsen, zu sammeln, erklärt der Vater von fünfjährigen Zwillingen.

Zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft „Rocken für Lachen Helfen“, die aus Musikern von Bundeswehr, Polizei und befreundeten, überregional bekannten Musikern besteht, genannt „Detonators & Friends“, rockt Lothar Grunwald, um Spenden zu sammeln. Bei den Konzerten verzichten die Musiker für den guten Zweck auf ihre Gage. Flüge, Unterkunft und eine Aufwandsentschädigung bezahlt die Arbeitsgemeinschaft.

Die Auftritte in Jordanien seien „schon etwas ganz anderes“ gewesen, sagt der Elvis-Fan. Vor allem deshalb, weil hochdekorierte Soldaten vor der Bühne standen. „Ich war wirklich sehr aufgeregt.“ Insbesondere die beiden Auftritte in der Deutschen Botschaft in Amman seien außergewöhnlich gewesen. „Die Menschen kamen aus aller Herren Länder und es war schon ein gediegenes Ambiente. So frei abrocken wie normalerweise konnte ich dort nicht“, erzählt der 52-Jährige und lacht. „Aber die Leute haben richtig gut mitgetanzt“, freut er sich.

Neben den Auftritten in der Deutschen Botschaft spielte Grunwald mit der Detonators-Band in zwei Soldatencamps. Erst ging’s zu den Amerikanern, den Abend danach zu den Deutschen. Den Abschluss bildete ein Konzert im angesagtesten Pub der Hauptstadt. „Da ging es richtig ab.“ Schon als Lothar Grunwald alias Elvis Young angekündigt wurde, habe das Publikum gejubelt. „Das war wirklich toll.“ Als Lothar Grunwald zehn Jahre alt war, hörte er zum ersten Mal Lieder von Elvis Presley. „Die Platte gehörte einem Kumpel und ich hab mal reingehört.“

Aber die Musik habe ihm ganz und gar nicht gefallen. „Da waren lauter Balladen drauf. Das war nichts für mich.“ Als er allerdings zwei Jahre später ein Elvis Best of Album bei seinem Vater entdeckte, hörte er doch noch mal rein. „Und seitdem bin ich Elvis-Fan“, sagt Grunwald, der 2018 mit seiner Familie von Guxhagen nach Albshausen umgezogen ist.

Irgendwann habe er angefangen, Elvis zu imitieren. Lothar Grunwald wollte nicht nur so singen wie er, sondern auch so aussehen. So trägt er nicht nur lange buschige Kotletten, sondern bei seinen Auftritten auch einen weißen Anzug, eine Anfertigung des Original Schneiders des King of Rock’n’Roll. Nach Jordanien hat er den allerdings nicht mitgenommen. Der Anzug wiegt nämlich sechs Kilogramm. Aber vielleicht darf der Anzug ja beim nächsten Mal mit, wenn Grunwald für „Lachen Helfen“ auf der Bühne steht. Im kommenden Jahr seien beispielsweise Konzerte in Afghanistan und Mali geplant.

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