Mehrere Tage Zwangspause

Brückenträger erfolgreich transportiert und in Büchenwerra  eingesetzt  

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Mühelos: Der Träger wiegt fast 50 Tonnen. Der Kranausleger hat eine Ausladung von 32 Metern. Das Einsetzen ist Millimeterarbeit.

Guxhagen. Die Mittelteile der neuen Fuldabrücke in Büchenwerra sind eingesetzt. Nach einer Zwangspause startete der erste Schwertransporter mit einem der Träger am Freitag um 22 Uhr von seiner Parkposition in Ellenberg.

Begleitet von mehreren Sicherungsfahrzeugen ging es zunächst zur Autobahnauffahrt Guxhagen. Von dort führte die Route über die A 7 zur Anschlussstelle Melsungen. Über die Gegenfahrbahn ging es dann zurück Richtung Norden. 

Oberhalb von Büchenwerra hatte man Leitplanken entfernt, um die Überfahrt auf einen parallel verlaufenden Wirtschaftsweg zu ermöglichen. Gegen 23 Uhr traf der erste Schwertransporter dort ein und konnte problemlos die Autobahn verlassen. Trotz der späten Stunde hatten sich zahlreiche Zuschauer auf der nahen Autobahnbrücke versammelt. Auch der zweite Transport verlief erfolgreich und gegen 3 Uhr war die Anlieferung der noch fehlenden Brückenteile abgeschlossen. Holger Dechant, der Geschäftsführer der ausführenden Firma Universaltransport aus Paderborn, war persönlich vor Ort. „Wir sind Nacht für Nacht mit vielen Schwertransporten problemlos unterwegs, aber dieser Auftrag war anders“, sagt er. „Unser Team hat sich mächtig angestrengt und wir haben aus der Situation das Bestmögliche gemacht“, lautet sein Fazit.

 Montage Mittelträger

Pünktlich um 7 Uhr am Samstag starten die Montagearbeiten an der Fulda. Mitarbeiter der Firma Beck-Bau, dem Generalunternehmer der Brückenbaustelle, entfernen die Transportsicherungen und bringen Teile für das benötigte Arbeitsgerüst am Brückenelement an. Um 8.30 Uhr hebt der Spezialkran den fast 50 Tonnen schweren Stahlverbundträger vom Transportfahrzeug. Kranführer Niels Duschen aus Warburg ist voll konzentriert, sanft schwenkt er das riesige Bauteil Richtung Bestimmungsort. Über der Einbauposition hat der Kranausleger eine Ausladung von 32 Metern. Der Kranführer nickt zufrieden, alles im grünen Bereich. An den Verbindungsstellen zu den bereits vorhandenen Teilen der Brücke arbeiten Spezialisten der Firma ELO aus Eichenzell bei Fulda. Sie ist Lieferant der Stahlverbundträger.

Brückenkonstruktion

Auch Bauingenieur Martin Kaiser vom Kasseler Ingenieurbüro Fehling & Jungmann ist dabei. Er hat die neue Brücke mit entworfen und will sehen, ob alles gut zusammenpasst. „Die Stahlverbundträger haben bei dieser Spannweite Vorteile“ erklärt er, „vergleichbare Bauelemente aus Spannbeton wären viel schwerer und hätten nicht vorgefertigt werden können“. Als der erste Mittelträger gegen 9.30 Uhr eingefügt ist, strahlt er zufrieden. In der Zwischenzeit haben sich an beiden Fuldaufern einige Zuschauer eingefunden, die die Montagearbeiten interessiert verfolgen. Carina und Mark Wagner mit Tochter Emma sind aus Ellenberg mit dem Fahrrad gekommen. „Wir haben den Schwertransport auf der Autobahn gesehen und wollten die Montage der Brücke nicht verpassen“, sagt Carina Wagner. Noch vor Mittag ist das Einsetzen des zweiten Trägers abgeschlossen.

Demontage Kran

Gleich anschließend beginnt die Demontage des Spezialkrans. Dafür werden zwei Tage benötigt. Zerlegt in Einzelteile tritt er die Reise zum nächsten Einsatzort an. Erforderlich sind dafür 18 Lkw-Ladungen, davon sieben als Schwertransport. Nach der Montage der Träger können die Arbeiten an der Brücke fortgesetzt werden, sie soll im Herbst für den Verkehr freigegeben werden.

Von Rolf Färber

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