SERIE ORTSTERMIN

Der Dorfplatz ist sein Steckenpferd: Markus Schmidt bleibt Ortsvorsteher von Wollrode

Wünscht sich Pflastersteine für den Dorfplatz: Markus Schmidt (51) engagiert sich für Wollrode.
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Wünscht sich Pflastersteine für den Dorfplatz: Markus Schmidt (51) engagiert sich für Wollrode.

Mit den konstituierenden Sitzungen der Ortsbeiräte haben die neuen Gremien ihre Arbeit aufgenommen. In unserer aktuellen Serie Ortstermin stellen wir sie und ihre Ziele in loser Reihenfolge vor. Diesmal Wollrode.

Wollrode – Als Markus Schmidt (51) vor vier Jahren Ortsvorsteher von Wollrode wurde, war die Amtsübernahme notgedrungen. Er übernahm das Amt von Helmar Proll, der überraschend gestorben war. „Eigentlich wollte ich nämlich nie Ortsvorsteher werden“, verrät Schmidt heute. Aber er habe sich ins Amt „reingefuchst“. Und das haben auch die Wollröder erkannt und gaben ihm bei der Kommunalwahl die meisten Stimmen. „Das war für mich dann doch ein Ansporn, es weiterzumachen.“

Schmidt ist erster Ansprechpartner für etwa 550 Wollröder. Sechs weitere Mitglieder gehören zum Ortsbeirat, der Altersschnitt reicht von Mitte 20 bis etwa 60 Jahre. „Eine gute Mischung“, sagt Schmidt. Denn so habe nahezu jede Altersgruppe eine Stimme. Für junge Leute müssten in Wollrode dringend Bauplätze geschaffen werden, sagt Schmidt. „Wir hatten jetzt schon öfter den Fall, dass Wollröder in die Nachbarkommunen ausweichen mussten, obwohl sie gern in ihrer Heimat geblieben wären.“ 20 Bauplätze würden schon reichen. Den Platz dafür sieht Schmidt in Richtung Wattenbach gegenüber des bestehenden Wohngebietes. „Es ist mir wirklich ein Anliegen, dass junge Leute hierbleiben können, wenn sie wollen.“ Das Vorhaben, hinter der Feuerwehr an der Pfeiffergasse Grundstücke zu schaffen, habe sich leider wieder zerschlagen.

Während der Parkplatz des Friedhofes vergangenes Jahr gepflastert wurde, „toll, dass das jetzt geklappt hat“, wünscht sich Schmidt auch Pflaster für den Dorfplatz. Der ist nämlich derzeit lediglich geschottert und wirkt damit doch wie ein lieblos gestalteter Parkplatz. Und das, obwohl dort auch Lichterfest und Weihnachtsbasar stattfinden. „Ein schönes Altstadtpflaster hätte eine ganz andere Wirkung“, sagt Markus Schmidt. Vor der Coronapandemie habe das letzte Lichterfest dort stattgefunden. Angedacht sei ein jährlicher Wechsel zwischen Lichterfest und Basar. Aber wegen Corona liegen auch diese Planungen derzeit auf Eis.

Auf Eis liegt augenscheinlich auch die Sanierung der Bachstraße. Die sollte ersten Planungen zufolge bereits vergangenes Jahr saniert werden. Die Straße befinde sich mittlerweile in einem solch schlechten Zustand, dass Schmidt Angst habe, dass sie eines Tages absackt, wenn beispielsweise ein Öl-Lastwagen drüber fährt. „Ich möchte als Ortsvorsteher die Sanierung der Straße gern vorantreiben.“ Nach Auskunft von Tanja Engelhardt-Krok vom Bauamt habe sich die Bewilligung des Finanzierungsbescheids seitens des Regierungspräsidiums (RP) Kassel verzögert. Es seien nun weitere Unterlagen eingefordert worden, die seien aber quasi schon auf dem Weg zum RP. Man sei positiv gestimmt, dass das Projekt nun bald seinen Anfang nimmt. „Sobald wir Näheres wissen, werden wir zu einer Bürgerversammlung einladen“, sagt sie zu.

Was den Ortsbeirat auch umtreibt, ist die Gestaltung der barrierefreien Bushaltestelle. Derzeit befindet sich die Haltestelle an der Wendelgasse. Dort aber ist ein barrierefreier Einstieg schwer zu realisieren, denn die großen Gelenkbusse fahren durch den Kurvenradius die Haltestelle nicht nah genug an. Die Haltestelle an die Kohlenstraße zu verlegen, sei auch problematisch, erklärt Schmidt. Denn die Kohlenstraße steigt in diesem Bereich so stark an, dass der Höhenunterschied zu groß wäre und der Zugang zum Bus schließlich zu steil. „Vielleicht bleibt am Ende alles so, wie es jetzt ist“, sagt Schmidt. Eine Lösung sei derzeit nämlich nicht in Sicht. Auch die Option, die Haltestelle weiter in die Wendelgasse zu verschieben, scheitere derzeit an der Grundstücksfrage.

Fünf- bis sechsmal im Jahr trifft sich der Ortsbeirat. Manchmal, „wenn ein Thema brennt“, auch öfter, berichtet Schmidt. In den Sitzungen hangelt er sich stets an seinem Manuskript lang, denn: Er sei keiner, der gern vor anderen redet. Alleine deshalb müsse er sich immer gut vorbereiten. „Wenn ich mir nicht alles aufschreibe, vergesse ich die Hälfte“, sagt Schmidt und lacht. Mittlerweile sei er vorher wenigstens nicht mehr ganz so aufgeregt wie am Anfang. Auch, wenn im Ortsbeirat SPD- und GL-Mitglieder vertreten seien, solle die Politik künftig keine Rolle bei der Arbeit spielen. „Nur wenn wir alle an einem Strang ziehen, können wir das Beste für Wollrode erreichen.“ (Carolin Hartung)

Kontakt: Markus Schmidt, Tel. 0 56 65 / 1 83 93 05.

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