Serie Arbeitszeit

Frank Jacob leitet in Guxhagen das Hauptamt und die Finanzverwaltung

Frank Jacob ist in Guxhagen für das Hauptamt, die Finanzverwaltung, Wahlen und Brandschutz zuständig. An seinem Job liebt er die Vielseitigkeit.
+
Frank Jacob ist in Guxhagen für das Hauptamt, die Finanzverwaltung, Wahlen und Brandschutz zuständig. An seinem Job liebt er die Vielseitigkeit.

Ob Steueramt, Kläranlage, Kinderbetreuung oder Friedhofsverwaltung – die Arbeitsbereiche in den Kommunen sind vielfältig. In unserer Serie Arbeitszeit stellen wir Mitarbeiter und ihre Aufgaben vor.

Guxhagen – Wenn Frank Jacob über seine Arbeit spricht, hat man keinerlei Zweifel daran, dass er sich nie einen anderen Beruf hätte vorstellen können. Er liebt die Vielseitigkeit in der kleinen Guxhagener Gemeindeverwaltung. Deswegen wäre es auch für ihn zu keiner Zeit infrage gekommen, in einer großen Stadtverwaltung zu arbeiten – „und dann womöglich zuständig für Hundesteuer A bis K“, sagt er und lacht. In Guxhagen entfallen auf ihn hingegen gleich vier Zuständigkeitsbereiche: Hauptamt, Finanzverwaltung, Wahlen und Brandschutz.

Als 1988 der heutige Landrat Winfried Becker zum Bürgermeister von Guxhagen gewählt wurde, bewarb sich Jacob, der damals Kämmerer bei der Gemeinde Fuldabrück war, auf Beckers Stelle als Büroleiter. Und nun ist Jacob seit 32 Jahren in Guxhagen tätig.

Frank Jacob kümmert sich um Satzungen

Doch was landet eigentlich bei Jacob auf dem Schreibtisch? „Beispielsweise alles, was mit Satzungen zu tun hat.“ Derzeit kümmert er sich unter anderem um die Hauptsatzung, die neu gefasst werden muss, sowie um die Nachträge zur Wasser- und Abwassersatzung.

Der Hessische Städte- und Gemeindebund stellt den Kommunen Mustersatzungen zur Verfügung, die sie auf ihre persönlichen Verhältnisse anpassen. Das sei eine große Hilfe, sagt der Beamte. Alle grundsätzlichen Angelegenheiten, die mit dem Gemeindevorstand, der Gemeindevertretung und den Ausschüssen zusammenhängen, gehören zum Hauptamt. Jacob ist bei den Sitzungen immer dabei, bereitet Beschlussvorlagen vor, bearbeitet Beschlüsse nach. „Der Sitzungsdienst gehört zum Job.“ Eine Pauschale von 25 Euro gebe es für die Teilnahme an einer Sitzung, „wenn es eine halbe Stunde dauert, habe ich einen guten Schnitt gemacht. Bei drei Stunden sieht es anders aus“, sagt Jacob lachend.

Draht zu Mandatsträgern

Er ist froh, dass er so einen guten Draht zu den Mandatsträgern hat. „Ich sitze nicht nur dabei, sondern werde auch nach meiner Meinung gefragt. Ich bin wirklich stolz darauf, dass ich mitreden darf.“ Die gute Zusammenarbeit mit den Mandatsträgern und mit Bürgermeisterin Susanne Schneider erleichtere vieles.

Seine Tage in der Verwaltung seien zwar durchgeplant, jedoch komme regelmäßig etwas Unvorhergesehenes dazu. „Dinge, wo man schnell reagieren muss.“ Vergangene Woche sei beispielsweise der Bauhofleiter zu ihm gekommen und berichtete, dass ein Auto einen Totalschaden habe. „Dann müssen wir uns mit den Beteiligten zusammensetzen und eine Lösung finden.“

Auch, wenn einem Feuerwehrmann die Hose reißt, ist Frank Jacob erster Ansprechpartner. Denn er kann eine Einkaufsberechtigung ausstellen, damit sich der Feuerwehrmann ein neues Kleidungsstück kaufen kann.

Kaum Publikumsverkehr in seinem Job

Publikumsverkehr hat Jacob nur wenig. Außer, es werden zum Beispiel Gebührenbescheide für Wasser- und Abwasser verschickt. „Dann klingelt schon öfter mal das Telefon oder es kommt mal jemand vorbei, der wissen will, wie sich die Summe zusammensetzt.“ Den meisten Publikumsverkehr hat Jacob, wenn Wahlen anstehen.

Denn dann kommen die Briefwähler in die Verwaltung. „Die Vorbereitung und Durchführung der Wahlen sind immer wieder eine Herausforderung.“ Denn man müsse höllisch aufpassen und sehr gewissenhaft vorgehen.

Im normalen Büroalltag sind es nicht die Bürger, sondern die Kollegen, die Jacob um Rat fragen. „Aber ich bin genauso auf die Hilfe meiner Kolleginnen und Kollegen angewiesen.“ Denn wenn es beispielsweise um bauspezifische Angelegenheiten ginge, lasse er dann doch lieber noch mal Bauamtsleiter Steffen Tasler über die Unterlagen schauen. „Da hab ich ja keine Ahnung von.“

Frank Jacob ist der gefragteste Mann im Rathaus

Aber sonst ist Frank Jacob der gefragteste Mann im Rathaus – schließlich kennt er die Guxhagener Verwaltung nun seit mehr als 30 Jahren. Aber sein Ruhestand rückt näher – im Frühjahr 2023 wird er die Gemeindeverwaltung verlassen. Seine Stelle ist bereits ausgeschrieben.

Er hofft darauf, dass er seinen Nachfolger möglichst lange einarbeiten kann. „Ansonsten steht der oder die doch wie der Ochs vorm Scheunentor.“ Denn schließlich ist es nicht die Hundesteuer A bis K. (Carolin Hartung)

Zur Person

Frank Jacob (62) arbeitet seit 32 Jahren in der Guxhagener Gemeindeverwaltung. Er begann 1975 bei der Gemeinde Körle im Mittleren Dienst, machte dort auch noch die Ausbildung zum Gehobenen Dienst. Weil in Körle keine Stelle frei war, wechselte er 1983 nach Fuldabrück und war dort bis 1989 Kämmereileiter, bevor er Winfried Beckers Stelle als Büroleiter in Guxhagen antrat. 2003 trat er als Bürgermeisterkandidat in Guxhagen an. Jacob war 30 Jahre Kreisbrandmeister und wohnt in Wagenfurth.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.