Am 1. Juli ist Schluss

Einsatzabteilung in Albshausen löst sich auf

Ihm fällt der Abschied von der Feuerwehr schwer: Rolf Meise war seit 1992 Wehrführer der Albshäuser Feuerwehr. Die Einsatzabteilung wird zum 30. Juni aufgelöst. Foto: Meise

Albshausen – Ab dem 1. Juli gibt es in Albshausen keine Einsatzabteilung der Feuerwehr mehr. Das bestätigen Wehrführer Rolf Meise und Gemeindebrandinspektor Markus Brandenstein auf HNA-Anfrage.

Die Entscheidung sei am Montag in einer Sitzung nach reichlicher Überlegung gefallen, sagt Meise. Das Problem der Wehr: Um eine Einsatzabteilung zu stellen, müssten 19 Mitglieder diese unterstützen. „Zuletzt waren wir aber nur noch 16“, sagt Meise.

Ursprünglich war angedacht, dass die Feuerwehren Albshausen und Wollrode fusionieren. Aufgrund der Altersstruktur – die meisten in der Wehr sind über 55 Jahre alt – haben sich die Albshäuser Brandschützer allerdings entschieden, den Dienst vorzeitig zu beenden, erklärt Meise. „Es hat nichts mit den Wollrödern zu tun, wir hatten sogar schon gemeinsame Kennenlerndienste, die dann wegen der Pandemie ausgesetzt werden mussten.“ Zwei jüngere Mitglieder wechseln nach Guxhagen.

Noch nicht genau geklärt sei, wie sich die fünf Mitglieder der Jugendfeuerwehr verteilen, da der Jugendwart nach Guxhagen umziehe und dann dort der Feuerwehr beitrete, sagt Meise. Auch für die Jüngsten, die Mitglieder der Kinderfeuerwehr, müsse noch eine Lösung gefunden werden. „Durch die Situation mit dem Virus und das Versammlungsverbot war es die vergangenen Wochen sehr schwierig für uns, das alles im Detail zu klären.“ Auch die Zukunft des Feuerwehrhauses sei offen. Das Albshäuser Löschfahrzeug – Gemeindeeigentum – ist zum 30. Juni abgemeldet. Es sei aber ohnehin 25 Jahre alt und hätte ersetzt werden müssen, sagt Meise. Der Feuerwehrbus – im Eigentum des Feuerwehrvereins – soll erst einmal stehen bleiben. Was bleibt, ist der Feuerwehrverein, der auch weiter Vereinsveranstaltungen ausrichten wird. Rolf Meise, der seit 1992 Wehrführer in Albshausen ist, fällt der Abschied von der Feuerwehr schwer. Vor allem, weil sich die Not der Einsatzabteilung erst im Laufe des vergangenen Jahres herauskristallisiert habe. Durch Umzüge habe die Wehr allein im vergangenen Jahr sechs Leute verloren. „Es gibt einfach keine Wohnungen in Albshausen und so waren die Mitglieder gezwungen, in andere Orte umzuziehen“, sagt Meise. „Ansonsten stünden wir mit unserer Einsatzabteilung heute noch dicke da.“ Der Nachwuchsmangel in der Einsatzabteilung sei stets ein großes Problem gewesen, sagt Meise. Dass es jetzt so kommen musste, darüber müssten sich ausschließlich diejenigen Gedanken machen, die zuhause auf dem Sofa sitzen und sich nicht engagieren, sagt Meise. „Ja, es gibt genug junge Leute im Ort, aber für die Feuerwehr gibt es eben keine App.“ Jährlich hatte die Wehr durchschnittlich um die fünf Einsätze, schätzt Meise. Feuerwehren gibt es ab Juli dann noch in Guxhagen, Wollrode, Grebenau und Ellenberg. Im Jahr 2014 waren bereits die Einsatzabteilungen Büchenwerra und Ellenberg wegen Personalmangel fusioniert.

Das sagt Gemeindebrandinspektor Markus Brandenstein

Die vorgegebenen Hilfsfristen für Feuerwehren können auch nach Auflösung der Albshäuser Einsatzabteilung gewährleistet werden. Das bestätigt der Guxhagener Gemeindebrandinspektor Markus Brandenstein auf HNA-Anfrage. Die Wehren der umliegenden Ortschaften könnten sicherstellen, dass die gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden können. „Aber natürlich ist es schade, wenn ein Ort keine Feuerwehr mehr hat“, sagt Brandenstein. Die Wollröder Wehr hätte bereits das Okay für eine Fusion gegeben, aber nun sei die Entscheidung der Albshäuser aufgrund der Altersstruktur anders ausgefallen. Der Albshäuser Wehr sei in Sachen Öffentlichkeitsarbeit zur Nachwuchsgewinnung kein Vorwurf zu machen, sagt Brandenstein. „Die haben wirklich viel versucht, um neue Mitglieder zu gewinnen.“ Es sei eben der Wandel der Zeit. „Die Interessen der jungen Leute verändern sich.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.