Guxhagen

Ellenberger zahlen drauf: Getrenntes Abwassersystem wieder in der Kritik

Seit Jahren führen die höheren Abwassergebühren in Ellenberg zu Ärger: Grund ist ein getrenntes Abwassersystem. So zahlen die Ellenberger ab 2022 mehr als zweimal so viel pro Kubikmeter als alle anderen Ortsteile.
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Seit Jahren führen die höheren Abwassergebühren in Ellenberg zu Ärger: Grund ist ein getrenntes Abwassersystem. So zahlen die Ellenberger ab 2022 mehr als zweimal so viel pro Kubikmeter als alle anderen Ortsteile.

In Guxhagen, Grebenau, Büchenwerra, Wollrode und Albshausen sinken im kommenden Jahr die Abwassergebühren. Einzige Ausnahme: Ellenberg.

Ellenberg/Guxhagen – Dort steigen die Gebühren wieder einmal kräftig an. Statt bisher 3,61 Euro pro Kubikmeter eingeleitetem Frischwasser sind ab kommendem Jahr 4,26 Euro fällig. In allen anderen Ortsteilen sind ab 2022 nur noch 1,84 Euro fällig und damit 34 Cent weniger als bisher. Grund für die Senkung ist das dauerhaft niedrige Zinsniveau.

Die Gemeindevertreter haben in ihrer jüngsten Sitzung der Änderung zur Entwässerungssatzung zugestimmt – mit einer Enthaltung und einer Nein-Stimme.

Solche Differenzen seien für die Ellenberger einfach nicht mehr nachvollziehbar, sagte Axel Kroll (SPD), Ortsvorsteher von Ellenberg, in der Sitzung. Mit der Erhöhung müssten die Ellenberger nun 2,3 mal mehr für die Entsorgung ihres Schmutzwassers bezahlen als alle anderen in Guxhagen. „Das ist eine Hausnummer, die erklärt werden will.“

Getrenntes Abwassersystem in Ellenberg

Ellenberg verfügt über ein getrenntes Abwassersystem, das über eine Teichkläranlage läuft. Außerdem hat jeder Haushalt eine Klärgrube für die Feststoffe.

Alle anderen Ortsteile gehören dem Abwasserverband Edermünde an. Dass die Gebühren im Verhältnis so stark steigen, hänge damit zusammen, dass die Kosten für den Betrieb der Anlage in den vergangenen Jahren gestiegen seien, sagt Bürgermeisterin Susanne Schneider auf HNA-Anfrage. Dazu gehören zum Beispiel die Wartung, die Entsorgung und auch die Personalkosten.

Die Einwohnerzahl in Ellenberg – knapp 700 Menschen leben dort – habe sich jedoch nicht ausschlaggebend erhöht. Somit würden die gestiegenen Kosten auf dieselbe Einwohnerzahl umgelegt.

Deutlich mehr Kosten in Ellenberg

Geht man von einem Vier-Personen-Haushalt aus, der durchschnittlich 180 Kubikmeter Wasser im Jahr verbraucht, also auch in die Kanalisation einleitet, zeigt sich der Unterschied zwischen Ellenberg und den anderen Ortsteilen deutlich: In Ellenberg sind für diesen Haushalt ab kommenden Jahr fast 770 Euro fällig. Bei allen Grundstücken mit Hausklärgrube, die mit dem Überlauf an die Teichkläranlage angeschlossen sind, ist die einmalige Entleerung dieser Hausklärgruben in der Abwassergebühr enthalten. 

In Guxhagen zahlt man hingegen nur knapp 330 Euro. Nicht eingerechnet sind die Gebühren fürs Niederschlagswasser. Auch dort zahlen die Ellenberger mehr – ab kommendem Jahr 67 Cent pro bebautem Quadratmeter, die Bewohner der anderen Ortsteile zahlen 44 Cent.

Ellenberger sollen entlastet werden

Im Haupt- und Finanzausschuss sei dieses Problem ausführlich diskutiert worden, sagt Schneider. Und es seien sich alle einig, dass sich etwas tun müsse, um die Ellenberger zu entlasten. Den nächsten Kalkulationszeitraum wolle man dafür nutzen, um die rechtliche Lage noch einmal zu überprüfen und zu schauen, wie man die Situation entspannen könne.

Schneider sagt jedoch auch: Sollte es die Möglichkeit geben, die beiden Abwassersysteme zusammenzulegen, müssten alle Guxhagener den Umlagebeitrag mittragen, also letztlich mehr bezahlen. „Das ist dann auch eine politische Entscheidung.“

Wenn es um die Gebühren fürs Frischwasser geht, können sich hingegen alle Ortsteile freuen. Die werden ab 2022 für alle geringer ausfallen. Statt 2,11 Euro sind 1,92 Euro fällig. Auch hier ist der niedrige Zinssatz der Grund für die Anpassung. (Carolin Hartung)

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