Elternprotest bei Infoveranstaltung zu Flüchtlingsunterkunft in Guxhagen

Kundgebung: von links Waltraud Proell, Stephanie Schmoll und Kirstin Proell demonstrierten gemeinsam mit knapp 50 weiteren Eltern vor dem Bürgerhaus gegen die Sporthalle als Standort für ein Erstaufnahmelager.

Guxhagen. Rund 500 Menschen besuchten am Montagabend eine Bürgerversammlung zum Thema Erstaufnahmeeinrichtung für Asylsuchende.

Dabei ging es im Bürgersaal Guxhagen hauptsächlich um die Kreissporthalle an der Schönen Aussicht. „Die Länder sind verpflichtet, Erstaufnahmeeinrichtungen zu schaffen“, stellte Michael Schneider von der Landkreisverwaltung Homberg klar. Der Landkreis suche in Guxhagen nach Alternativen zur Kreissporthalle. Sollte bis zur Ankunft von Asylsuchenden indes kein anderer Ort gefunden werden, müsse man auf die Sporthalle zugreifen. Solche Sporthallen sollten dabei in der Regel nach sechs bis zwölf Monaten wieder geräumt sein.

Viele Besucher zeigten Verständnis für die Notlösung, andere gaben sich mit den Ausführungen von Schneider nicht zufrieden. Schüler, Kinder und Vereine hätten das Recht auf Sport, dafür werde die Halle gebraucht. Selbst wenn die Flüchtlinge eine neue Unterkunft hätten, könne es lange dauern, die Sporthalle wieder in ihren jetzigen Zustand zu versetzen, erklärten Besucher.

Dazu versicherte Schneider, dass sich der Landkreis um eine rasche Wiederinstandsetzung kümmere.

Auch der Sport für die Schüler soll nicht ganz ausfallen. Schulleiter Thomas Wiegand stellte den Besuchern einen Unterrichtsplan in Ersatzräumen vor. Guxhagens Bürgermeister Edgar Slawik erklärte, dass auch für die Vereine Ausweichmöglichkeiten gesucht würden.

Besucherreihen: Rund 500 Menschen waren am Montagabend in den Bürgersaal Guxhagen gekommen, um an der Informationsveranstaltung zum Thema Flüchtlingsaufnahmeeinrichtung in der Sporthalle teilzunehmen und Fragen zu stellen. Fotos: Eberlein 

Große Bedenken äußerten Eltern gegenüber einer Erstaufnahmeeinrichtung in der Kreissporthalle. Knapp 50 Mütter und Väter versammelten sich eine halbe Stunde vor der Infoveranstaltung vor dem Bürgersaal, um gegen die Sporthalle als Standort zu demonstrieren. Unter ihnen auch Kirstin Proell und Bernd Grossbach. Beide haben Kinder, die in Guxhagen die Schule besuchen und vom befürchteten Unterrichtsausfall im Fach Sport betroffen wären.

„Es finden neben dem Sportunterricht auch Nachmittags-AGs in der Halle statt. Wenn diese ausfallen, dann bekommen viele Familien am Nachmittag ein Problem mit der Betreuung ihrer Kinder“, sagt Kirstin Proell. Außerdem wolle sie nicht, dass die Kinder ständig ein Erstaufnahmelager vor Augen hätten. Wenn dort etwas passiere, könne das die Kinder belasten. Andere Eltern fürchteten um die Sicherheit ihrer Kinder.

Deutlich distanzierten sich die Eltern von Pegida-Anhängern. Die hätten Kontakt zu einigen Eltern aufgenommen. Niemand aber habe etwas gegen die Aufnahme von Flüchtlingen, die Elternschaft sehe in der Sporthalle einfach nur den falschen Standort für die geplante Erstaufnahmeeinrichtung.

Von Christl Eberlein

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