Bauwerk erspart Landwirten und Campern Umwege

Endlich freie Fahrt über die Fulda: Neue Brücke in Büchenwerra ist fertig

Genug Platz für die größten Landmaschinen: Karina Köcher-Reuße weihte die neue Brücke mit ihrem mit Zusatzgeräten bestückten riesigen Traktor ein. Ihr Sohn Julian durfte mit dem Spielzeug-Traktor vorausfahren, begleitet von seiner Schwester Jana, die ihr Pony dabei hatte.
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Genug Platz für die größten Landmaschinen: Karina Köcher-Reuße weihte die neue Brücke mit ihrem mit Zusatzgeräten bestückten riesigen Traktor ein. Ihr Sohn Julian durfte mit dem Spielzeug-Traktor vorausfahren, begleitet von seiner Schwester Jana, die ihr Pony dabei hatte.

Nach gut einem Jahr haben die Umwege nun ein Ende: Die Fuldabrücke in Büchenwerra wurde für den Verkehr freigegeben. Rund zwei Millionen Euro hat die neue Brücke gekostet.

„Ich muss jetzt morgens aufpassen, dass ich nicht wieder über Guxhagen fahre“, sagte Karina Köcher- Reuße, Betriebsleiterin des Hofs Reuße in Büchenwerra. Als erste Landwirtin fuhr sie unter dem Beifall der etwa 30 Einweihungsgäste am Mittwoch mit ihrem Traktor über die neue, vier Meter breite Brücke über die Fulda.

Nach gut einem Jahr, in der die alte, marode Fuldabrücke abgerissen und das neue Bauwerk errichtet wurde, endet vor allem für die Landwirte von Büchenwerra eine Durststrecke. Sie mussten in dieser Zeit einen kilometerlangen Umweg über Guxhagen in Kauf nehmen, um nach Ellenberg und auf ihre Felder zwischen Autobahn und Fulda zu gelangen. Die Reußes haben dort ihren Milchviehbetrieb.

Auch die Kunden des Campingplatzes Büchenwerra können jetzt wieder von Ellenberg aus ihren Stellplatz erreichen. Daneben eröffnet die von der Firma Beck Bau errichtete Wirtschaftsbrücke Radlern und Wanderern neue Tourenmöglichkeiten.

Die Brücke hat gut zwei Millionen Euro gekostet. Die Gemeinde Guxhagen muss davon rund 900 000 Euro stemmen. 1,1 Millionen Euro flossen aus öffentlichen Fördertöpfen. Diesen Finanzierungsanteil hatten die Straßenverkehrsbehörde Hessen Mobil zu knapp drei Vierteln und das Amt für Bodenmanagement in Homberg zu gut einem Viertel übernommen. Dieses Fördermodell sei einzigartig, aber auch kompliziert gewesen, weil unterschiedliche Förderrichtlinien aufeinander abgestimmt werden mussten, sagte Bürgermeister Edgar Slawik.

Kompliziert wurde es dann noch mal im Frühsommer, als die vier vorgefertigten, knapp 38 Meter langen Brückenteile zur Baustelle transportiert werden sollten: Die Autobahnunterführung bei Ellenberg erwies sich trotz mehrfacher Rangierversuche als zu eng für den Schwertransporter. Er musste schließlich zur Autobahn A 7 zurückkehren und Büchenwerra von Melsungen aus ansteuern. Das sei für die Bewohner des Dorfes gewissermaßen ein Glücksfall gewesen, meinte Ortsvorsteherin Sandra Eberth bei der Einweihung der Brücke. Da das Einheben der Fertigteile durch einen Spezialkran auf einen Samstag verschoben werden musste, hätten viele Schaulustige die spektakuläre Aktion vom Fuldaufer aus verfolgen können, berichtete Eberth.

Slawik verwies darauf, dass die Vorgänger-Brücke fast genau vor 55 Jahren, am 30. Oktober, eingeweiht wurde. „Da soll es ein großes Volksfest gegeben haben und der Alkohol in Strömen geflossen sein.“ Mit Rücksicht auf die Viruskrise gab es diesmal nur einen „kleinen Bahnhof“ und keine Verköstigung. Er hoffe aber, dass man die Einweihungsfeier nächstes Jahr nachholen werde.

Von Peter Dilling

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