Konstituierende Sitzung am Mittwoch

Zum dritten Mal der Alterspräsident: Ulrich Manthei ist seit 40 Jahren in Guxhagener Gemeindepolitik tätig

Alterspräsident: Ulrich Manthei.
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Alterspräsident: Ulrich Manthei.

Wenn sich am Mittwochabend, ab 19 Uhr, das neue Guxhagener Parlament zu seiner ersten Sitzung im Bürgersaal einfindet, dann wird diese bis zur Wahl des neuen Parlamentsvorstehers zum dritten Mal hintereinander von Ulrich Manthei (79, GL) geleitet.

Guxhagen – Denn er ist auch bei dieser konstituierenden Sitzung das älteste gewählte Mitglied für die Gemeindevertretung.

Und er denkt auch nach 40 Jahren ehrenamltichem Engagements für die Gemeindepolitik noch nicht daran, in absehbarer Zeit das Handtuch zu werfen. „So lange es mir noch Spaß macht und ich gesund bin, mache ich weiter.“

1981 ist Manthei zum ersten Mal in die Guxhagener Gemeindevertretung gewählt worden. Er war damals Mitglied beim Tuspo Guxhagen und war von der Gemeinschaftsliste (GL) gefragt worden, ob er denn nicht bei dem Fußballturnier bei der Sportwoche in ihrer Mannschaft spielen wolle, berichtet Manthei, der auch Sportkreisvorsitzender ist.

Der damalige Bürgermeister Harald Kraß (GL) habe ihn gefragt, ob er sich nicht vorstellen könne, in der Kommunalpolitik tätig zu werden, erinnert sich Manthei.

Gefragt, getan: Ab 1981 saß Manthei im Parlament. 23 Sitze gab es damals. Davon hatte die GL 13 und die SPD zehn. Jetzt hat die Gemeindevertretung 31 Mitglieder. Und Fraktionen der Grünen und der CDU sind hinzugekommen. Politik sei damals noch in einer ganz anderen Dimension betrieben worden. „Die Auseinandersetzungen haben auf einer sehr persönlichen Ebene stattgefunden“, sagt Manthei. „Natürlich gibt es auch heute noch Auseinandersetzungen, die gehören ja auch zur Politik dazu, aber das war damals eine ganz andere Nummer.“

Auch die Fraktionssitzungen seien eine andere Nummer gewesen – und vor allem feucht fröhlich. Bis Mitternacht hätten die GL-Mitglieder regelmäßig im Gasthaus Riedemann (Breitenau) zusammengesessen.

Und danach ging es auch das ein oder andere Mal in die neue Gemeindeverwaltung am Ehrenhain, die 1984 eröffnet worden war, berichtet Manthei. „Dort saßen wir im Sozialraum und haben bis 4 Uhr morgens weiter getrunken.“ Und zwar im Dunkeln. Das Licht schalteten sie extra nicht ein. Die neue Gemeindeverwaltung war damals übrigens als Wasserschlösschen verschrien. Mit der Nähe zur Fulda hätten viele Guxhagener die Gefahr gesehen, dass die Verwaltung bald unter Wasser stehen könnte. „Und? Es ist bis zum heutigen Tage nie passiert“, sagt Manthei.

1985 kamen die Grünen mit einem Sitz erstmals im Guxhagener Parlament zum Zug. Eine CDU-Fraktion kam erst im Jahr 2001 hinzu. Vorher gehörten CDU-Mitglieder der GL mit an, sagt Manthei.

Der 79-Jährige erinnert sich auch noch ganz genau daran, wie die GL Edgar Slawik als Bürgermeisterkandidaten gewinnen konnte.

Nach zwei Amtszeiten von Winfried Becker (SPD) sei durchgesickert, dass er wohl der Erste Beigeordnete im Schwalm-Eder-Kreis werden wird. „Das bedeutete für uns Guxhagener natürlich, dass wir einen neuen Bürgermeister brauchten.“ Slawik war damals Vorsitzender des Tuspo. „Und das hat er gut gemacht.“

Es sei immerhin ein Sportverein mit mehr als 1000 Mitgliedern gewesen. Auch sein Beruf – Slawik ist Jurist – habe gut gepasst. „Aber er wollte erst nicht“, sagt Manthei. Als dann bekannt wurde, dass die SPD Büroleiter Frank Jacob aufstellen wird, habe die GL Slawiks Ehefrau Andrea bearbeitet. Es klappte.

Ulrich Manthei, der 2016 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde, freut sich auf die kommende Legislaturperiode.

„Wir sind gut aufgestellt und wir haben alle zu den guten Voraussetzungen beigetragen, die Guxhagen lebenswert machen.“ (Carolin Hartung)

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