Planungen laufen

Brandschützer brauchen mehr Platz: Gemeinde Guxhagen plant Anbau für Feuerwehrgebäude

Der Feuerwehr reicht der Platz nicht mehr: von links Oliver Brandenstein (SPD) und Gemeindebrandinspektor Markus Brandenstein vor dem Feuerwehrhaus in Guxhagen.
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Der Feuerwehr reicht der Platz nicht mehr: von links Oliver Brandenstein (SPD) und Gemeindebrandinspektor Markus Brandenstein vor dem Feuerwehrhaus in Guxhagen.

Die Guxhagener Feuerwehr braucht mehr Platz. Deshalb plant die Gemeinde einen Anbau ans bestehende Feuerwehrgebäude. Derzeit laufe eine Bestandsaufnahme seitens eines Architekturbüros, sagt Hauptamtsleiter Frank Jacob. Wenn diese abgeschlossen ist, sollen die Planungen den Gremien vorgestellt werden.

Guxhagen - Bei Lager, Werkstatt und Fahrzeughalle sei man an der Grenze angekommen, sagt Jacob. Insbesondere der Umkleiden- und Sanitärbereich sei für die Anzahl der aktiven Feuerwehrleute zu klein. 45 Männer und fünf Frauen sind Mitglieder der Einsatzabteilung. Das Haus, das vor 40 Jahren gebaut wurde, entspreche nicht mehr den Anforderungen. Der Technische Prüfdienst des Landes Hessen, der die Feuerwehrhäuser alle fünf Jahre unter die Lupe nimmt, habe bereits im Jahr 2018 Mängel festgestellt, die beseitigt werden müssen, erklärt Gemeindebrandinspektor Markus Brandenstein.

Zwar ist Nicht-Mitgliedern derzeit das Betreten der Feuerwehrgebäude wegen der Coronapandemie untersagt, aber in Guxhagen reicht bereits ein Blick durchs Fenster, um zu sehen, wie eng es dort ist. Das Rettungsboot steht beispielsweise quer im Raum, inmitten von anderen technischen Geräten. Man müsse das Boot dorthin schieben, wo es einigermaßen passt, sagt Markus Brandenstein. Auch sei eigentlich eine Schwarz-weiß-Trennung vorgeschrieben. Das bedeutet, dass Privatkleidung und gebrauchte Einsatzkleidung keinen direkten Kontakt miteinander haben sollen. Im Idealfall gibt es dafür unterschiedliche Räume. „Aber dafür fehlt uns einfach der Platz.“ Die Jugendlichen haben zwar einen eigenen Raum, aber „es fehlen Möglichkeiten, wo sie ihre Sachen unterbringen können“, sagt Jacob.

Mit einem Anbau käme ein Stellplatz für ein Feuerwehrfahrzeug hinzu. Derzeit hat die Wehr fünf Stellplätze. Mit dem Anbau wäre auch eine Modernisierung des gesamten Gebäudes, in dem auch die Gemeindeverwaltung untergebracht ist, verbunden. Auch die Vergrößerung der Gemeindeverwaltung könnte mit einem Anbau realisiert werden. Denn auch dort sei zu wenig Platz. Es seien weitere Büros nötig.

Bis der Bau realisiert werden kann, würden allerdings sicher noch ein paar Jahre ins Land gehen. Je nach Entscheidung der Kommunalpolitik müsse dann ein Förderantrag für die Finanzierung beim Land gestellt werden. Mit welchen Kosten zu rechnen sei, könne man derzeit noch nicht abschätzen. Erst, wenn belastbare Zahlen vorlägen, könne das Vorhaben im Parlament und schließlich auch mit der Feuerwehr beraten werden, so Jacob.

Ein Anbau löse zwar erst einmal die Platzprobleme, aber ob es auf lange Sicht für die Wehr ausreiche, bezweifelt Brandenstein. Denn am Standort sei der Platz begrenzt. Ein Stellplatz sei in Richtung der Parkplätze realisierbar, danach sei aber Schluss. Ein neues Feuerwehrhaus zu bauen, käme seitens der Gemeinde allerdings nicht infrage, sagt Frank Jacob. Denn dafür fehle alleine schon ein geeignetes Grundstück. „Man kann die Feuerwehr ja auch nicht am Ortsrand ansiedeln“, sagt Jacob. Schließlich müssten dann alle Feuerwehrleute einmal durch den Ort zum Stützpunkt und dann mit den Einsatzfahrzeugen noch einmal durch den Ort zum Einsatzort. Am Standort müsse auch eine Lösung für die Parkplätze gefunden werden, sagt Markus Brandenstein. Es seien schlicht zu wenig für die Einsatzkräfte. Denn auch die Rathausmitarbeiter nutzen den Parkplatz. Laut Frank Jacob sei die Gemeinde jedoch in Gesprächen mit dem Eigentümer des Grundstücks, das sich neben der Parkfläche befindet. (Carolin Hartung)

Antrag der SPD verschoben

Die Feuerwehr sollte Thema in der Gemeindevertretersitzung am 27. Januar werden. Die Tagesordnung wird jedoch wegen Corona auf ein Minimum reduziert. Der Antrag der SPD sah vor, den Gemeindevorstand zu beauftragen, ein Konzept für die Feuerwehrhäuser zu erstellen. 2019 sei beschlossen worden, dass die Verwaltung eine Grobplanung für das Feuerwehrhaus erstellt. Diese liege der SPD-Fraktion bis heute nicht vor, sagt deren Mitglied Oliver Brandenstein. 

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