Guxhagen: Flüchtlingsunterkunft im Bahnhof?

Im Eigentum der Gemeinde Guxhagen: der Bahnhof mit leer stehenden Wohnungen und ungenutzten Zimmern. Foto: Archiv

Guxhagen. Könnte man im Guxhagener Bahnhofsgebäude Flüchtlinge unterbringen? Darum ging es in der Sitzung der Guxhagener Gemeindevertreter.

Der Gemeindevorstand Guxhagen soll der Bahnhofskommission und dem Haupt- und Finanzausschuss eine Kostenschätzung für die Sanierung von Wohnraum im Bahnhof vorlegen - und dies noch vor Weihnachten, falls das möglich ist. Das beschloss das Parlament.

Die Ausgangssituation

In der Sache hatte ein Antrag der Gemeinschaftsliste für eine alles andere als besinnliche Adventssitzung gesorgt. Fraktionschef Ulrich Wiegand warb seitens der Liste dafür, ohne weitere Beratungen in einem Ausschuss sofort den Ausbau und die Renovierung der Bahnhofswohnräume für Asylsuchende zu beschließen. Die Kosten dafür beliefen sich auf bis zu 60 000 Euro. Es gebe zinslose Kfw-Kredite.

Erste Reaktionen

Die Fraktionen von SPD, CDU und Bündnisgrünen sprachen sich in der Sache für ein besonnenes Vorgehen aus. Sie wollten keinen Schnellschuss (SPD), den ersten Schritt in Ruhe tun (CDU) und nichts übers Knie brechen (Bündnisgrüne). Ferner war in den Redebeiträgen zu hören, dass man sich Beratungen im Finanzausschuss wünsche und nach wie vor kein Konzept für den Bahnhof vorliege. „Wir haben keinen Grundsatzbeschluss, was wir mit dem Gebäude überhaupt wollen“, sagte beispielsweise Martin Graefe (CDU). Die SPD zweifelte schließlich die Kostenschätzung an: „Das ist nicht mit 60 000 Euro zu machen“, sagte Reiner Kramm.

Ausschüsse

Zu den Redebeiträgen erklärte Bürgermeister Edgar Slawik, es handele sich um ein altes Problem. Die Fraktionen verwiesen alles in Ausschüsse und Kommissionen. Dabei habe man jetzt die Möglichkeit, für kleines Geld im Bestand Wohnraum für Flüchtlinge zu schaffen.

Die Strittige Debatte

Die Einlassungen des Rathauschefs riefen die Fraktionsvorsitzenden von CDU, SPD und Bündnisgrünen erneut auf den Plan. Dabei nannte Kramm den Redebeitrag Slawiks eine „Ungehörigkeit“. Graefe sagte: „Wie oft habe ich hier gestanden und gefragt, aber es ist nichts passiert.“ Manfred Hollstein von den Bündnisgrünen erklärte, es gehe um ein Bahnhofskonzept insgesamt. Das unterstrich auch die CDU: Die Gemeindevertreter müssten sich einigen, was sie mit dem Haus machen wollten, erklärte Graefe; so weit sei man aber noch nicht. Kramm sagte: „Es geht um viel Geld bei diesem Bahnhof, das müssen wir ordentlich machen.“ Auch Parlamentschef Gerhard Kakalick mischte sich ein und erwiderte auf die Einlassung des Bürgermeisters, alles werde in Ausschüsse und Kommissionen verwiesen: „Der Vorsitzende der Bahnhofskommission sind Sie, Herr Slawik.“

Der Beschluss

Der Gemeindevorstand soll nun Zahlen vorlegen, aus denen die Sanierungskosten für den Wohnraum im Bahnhof klar hervorgehen. Sobald die Daten vorliegen, sollen sie bei einer gemeinsamen Sitzung der Bahnhofskommission und des Haupt- und Finanzausschusses diskutiert werden. Dies soll möglichst noch vor dem Weihnachtsfest geschehen.

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.