Nach Bürgermeisterwahl in Guxhagen: Fraktionen sagen Schneider Unterstützung zu

Im Wahlkampf stattet Susanne Schneider allen Ortsteilen Besuche ab, so wie hier in Ellenberg.
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Im Wahlkampf stattet Susanne Schneider allen Ortsteilen Besuche ab, so wie hier in Ellenberg.

Guxhagen – Dass Susanne Schneider siegen könnte, hatten viele Guxhagener vermutet. Aber dass sie sich mit knapp 83 Prozent der Stimmen gegen Klaus Gerhold durchsetzen würde, hat niemand geahnt. Die CDU sucht indes nach Gründen für die Schlappe. Sie hatten Gerhold unterstützt.

Schneider selbst zeigte sich nach Veröffentlichung der ersten Ergebnisse aus den Ortsteilen sprachlos. Als schließlich auch die Briefwahlergebnisse vorlagen, konnte sie die Tränen nicht mehr stoppen und schloss Ehemann Harry in die Arme. „Das muss ich erst mal sacken lassen.“ 

SPD: Bei der SPD, die Schneider gemeinsam mit den Grünen unterstützt hatte, war die Freude auch am Tag nach der Wahl noch ungebrochen. Mit einem solch deutlichen Ergebnis habe man nicht gerechnet, sagte SPD-Fraktionschef Reiner Kramm. Kompetenz, Ausbildung, Engagement – es passe einfach alles zusammen, sagt Kramm. „Ich glaube, mit ihr wird in Guxhagen das ein oder andere besser laufen.“

CDU: Bei der CDU-Fraktion, die mit der Gemeinschaftsliste Freie Wähler Gerhold unterstützt hatte, sucht man indes nach Gründen für die Wahlschlappe. Ja, die Enttäuschung sei groß, sagte CDU-Chef Martin Graefe. Jedoch gar nicht darüber, dass Schneider gewonnen habe, sondern vielmehr darüber, mit welchem Ergebnis Gerhold verloren habe. „Ich denke, dass viele potenzielle Wähler von Klaus Gerhold zuhause geblieben sind“, sagte Graefe. Allerdings: Selbst, wenn Klaus Gerhold die Stimmen aller derer bekommen hätte, die nicht von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht haben, – das sind 1300 Guxhagener – wäre er nur auf knapp 1830 Stimmen gekommen. Schneider erreichte mehr als 2540 Stimmen. Trotz allem freue sich die CDU auf eine gute Zusammenarbeit mit ihr. „Wir werden auf keinen Fall eine Blockadepolitik betreiben.“ Die Fraktionen arbeiteten sehr konstruktiv zusammen und genau so solle es auch bleiben.

GL: Das sieht auch GL-Chef Ulrich Wiegand so. „Sie kann mit unserer Unterstützung rechnen. Sie braucht die Fraktionen. Und wir sind uns einig, was in Guxhagen getan werden muss.“ Aber mit einer solch krachenden Niederlage habe man nicht gerechnet. Gerhold habe die Menschen im Wahlkampf anscheinend nicht richtig erreicht, sagt Wiegand. Auch habe die Manpower gefehlt, Gerhold in diesem Maß zu unterstützen, wie insbesondere die SPD dies bei Schneider getan habe. Keinesfalls werde die GL auf Konfrontationskurs gehen, „so wie die SPD bei Slawik“.

Grüne: Manfred Hollstein (Grüne) ist sich sicher, dass Schneider die Menschen mit ihrer Authentizität erreicht hat. „Die haben gespürt, dass es ihr wichtig ist, sich hier einzubringen.“ Er habe den Eindruck gehabt, dass Schneider den Takt im Wahlkampf vorgegeben habe, Gerhold hinterher gehinkt sei. „Die Guxhagener wollen einen Neuanfang. Und den sehen sie mit Schneider wohl eher als mit Gerhold.“ Man freue sich über den Generationenwechsel und habe ihn herbeigesehnt. Fotos: L. Hanert, p. Dilling, GL, C. Hartung

Von Carolin Hartung

Ein eindeutiges Ergebnis

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