Teamgeist und Spaß

Ellenberger Fußballerinnen feiern ihr 30-jähriges Bestehen

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Auf dem Platz ein eingespieltes Team: hinten von links Martina Röhrig, Marcus Haack, Patricia Röhn, Stefanie Würfel, Nina Terboven, Carina Rose, Melanie Holl, Sabina Stübner, Annika Elm, Xenia Heinen, Tanja Gerhold und Dennis Stübner sowie vorne von links Anna Vogel, Heidrun Rösler, Annette Krug, Sabrina Lichte, Katrin Münner, Johanna Schäfer, Leila Redler und Katrin Kilian.

Guxhagen. In Kanada kämpfen Profis um Bundestrainerin Silvia Neid zurzeit bei der Frauen-WM für große Ziele wie den Einzug ins Halbfinale. In Ellenberg wird Geburtstag gefeiert.

Dort kicken Frauen seit 30 Jahren aus Sportsgeist und Spaß - und haben obendrein Erfolg. Vor zehn Jahren schlossen die Frauenfußballerinnen im TSV Ellenberg ihre Saison in der Bezirksliga mit der Meisterschaft ab - und schlugen den Aufstieg in die Landesliga aus. Zu aufwändig wären beispielsweise die Fahrten zu Spielen in ganz Hessen gewesen. Das sind so Geschichten, die anlässlich des 30-jährigen Bestehens des Ellenberger Frauenfußballteams auf den Tisch kommen.

Frauen auf dem Fußballplatz? Das belächelte vor 30 Jahren so mancher Zeitgenosse ein bisschen, erinnern sich Annette Krug, Martina Röhrig und Heidrun Rösler. Ein klassischer Zuschauerruf hieß: „Wann macht ihr Trikottausch?“

Nach 30 Jahren und Hunderten von Punktspielen sieht die Welt auf dem Platz anders aus.

Zusammenhalt

Plauderten aus dem Nähkästchen: von links hinten Annette Krug, Martina Röhrig und Heidrun Rösler sowie vorne von links Dennis Stübner und Marcus Haack. Foto: Grugel

Kicken ist für die Spielerinnen ein Ausgleich zum Berufsleben. Ihre Kinder konnten die Frauen zu Spielen und Training immer mitbringen. Der Zusammenhalt im Team ist klasse und hielt über Jahrzehnte. „Das macht süchtig“, sagt Annette Krug. Die 48-Jährige war von Anfang an dabei, hat mehr als 775 Punktspiele hinter sich und trainiert inzwischen den Nachwuchs. Längere Spielpausen sind möglich, aber sinnlos, denn irgendwann „kribbelt’s in den Füßen“, sagt Martina Röhrig.

Immer genügend Frauen im Team zu haben, war stets eine Herausforderung. Auch deshalb war es in 30 Jahren das Bitterste für Annette Krug, als es in einer Saison zu einem herben Punktabzug kam, nur weil nach den Verbandsstatuten irgendwas mit einer Spielberechtigung nicht stimmte. Bürokratenkram. Das Schönste in all den Jahren war für die 48-Jährige, als in einer Serie das Team mit dem Rücken zur Wand stand und dann mit Teamgeist das Blatt zu wenden wusste.

Rote Karte für Verletzungen

Zum Männerfußball gibt es keinen Unterschied - technisch gesehen. In Sachen Fairness sieht die Sache anders aus: Annette Krug, Martina Röhrig und Heidrun Rösler haben sich in Jahrzehnten keine Verletzungen und weit weniger als eine Hand voll gelber und roter Karten eingefangen.

In Ellenberg sind die Frauen Hauptnutzer auf dem Fußballplatz. Die Männer dort hörten 1999 auf und schauen heute zu - bis auf das Trainerduo des Frauenteams: Marcus Haack und Dennis Stübner.

Die beiden haben Spaß an ihrer Aufgabe: Bei Männern muss immer was dahinterstecken, Geld zum Beispiel, sagen sie; die Frauen dagegen hätten Freude am Spiel. „Da hat man es als Trainer leichter.“

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