Zu Besuch in Guxhagen

Erster Schnee für brasilianische Jugendliche: FSC Guxhagen organisierte Austausch

+
Abreise nach Guxhagen-Besuch: Eine Gruppe der brasilianischen jugendlichen Fußballspieler beim Kofferpacken in einem Pensionszimmer. Untergebracht waren sie im Söhrehof in Dörnhagen. 

Guxhagen – Zum ersten Mal im Leben Schnee sehen – dieser Traum ging jetzt für 40 brasilianische Hobby-Fußballer auf dem Herkules in Kassel in Erfüllung. Sie waren Gäste des Jugendaustauschs des Fußballvereins FSC Guxhagen.

Seit Ende Januar war die Gruppe fast vier Wochen in Guxhagen zu Gast und lernte die Fuldagemeinde und die Umgebung kennen. Kurz vor ihrer Abreise erzählten die Brasilianer, darunter 16 Mädchen, welche Erinnerungen sie mit zurück nach Südamerika nehmen.

Neben vielen Fußballspielen mit Jugendlichen des Vereins, standen unter anderem auch Besuche der Schule und der Feuerwehr in Guxhagen auf dem Programm, erzählt Betreuerin Sonia Nadir Rambo. Bürgermeister Edgar Slawik habe ihnen im Rathaus Rede und Antwort gestanden. Die Gruppe besuchte zudem das ehemalige Konzentrationslager Breitenau und war in Hamburg und Berlin.

An Kassel sei den meisten aufgefallen, dass man dort ohne den Stress einer Großstadt alles besorgen könne, erklärt die Betreuerin. Unübertroffen blieb der Schnee auf dem Herkules: „Das war eine große Freude.“ Bis auf Nadir Rambo und eine andere Mitreisende war das für alle der erste Schnee.

Erick Kunrath war begeistert von den Schlössern, Kirchen und historischen Geschichten. Der 16-Jährige erzählt, Nadir Rambo übersetzt: „Man kann sich hier sicher fühlen. Die Leute sind ehrlich. Zum Beispiel habe ich nie nachzählen müssen, ob das Rückgeld stimmt.“

Andere Eindrücke vom Austausch hat Sofia Rambo (15). Ihr sei vor allem der technologische Fortschritt aufgefallen – insbesondere bei B. Braun, wo die Brasilianer eine Führung bekommen hatten. Und: „Die Leute hier sagen oft Danke und Bitte, aber sie sind ernster und ruhiger als viele Brasilianer.“

Nadir Rambo ergänzt noch mehr, was der Gruppe aufgefallen ist: „Es gibt kaum Plastiktüten in Supermärkten und sie kosten Geld.“ Auch das Pfandsystem für Flaschen sei positiv aufgefallen. Der Umgang mit Müll sei insgesamt ein anderer als in Brasilien. Dort landete viel Müll in der Natur. Bemerkt hätten sie aber auch, dass hier viel mehr Menschen rauchen. Von den mitreisenden Jugendlichen rauche niemand, sagt Nadir Rambo. Und ja, das Bier schmecke anders als in Brasilien.

Jugendliche können über den Fußball gut andere Kulturen kennenlernen, erklärt Volker Neumann vom FSC Guxhagen. Sportlicher Höhepunkt des Austauschs war ein internationales Fußballturnier mit anderen Vereinen. Neumann hat sich um die Gruppe gekümmert. Untergebracht waren die Jugendlichen im Gasthaus Söhrehof in Dörnhagen.

Die meisten der jungen Brasilianer der Gruppe kommen aus Pareci Novo in der südöstlichen Region Rio Grande do Sul. Sie sind größtenteils Nachfahren von Deutschen aus dem Hunsrück: Von 1857 bis zum Zweiten Weltkrieg wanderten dorthin viele Deutsche aus.

2007 kam der Fußballverein auf die Idee, selbst einen internationalen Jugendaustausch zu organisieren. Seither kommen ein bis drei Gruppen im Jahr aus Brasilien zu Besuch.

Die deutschen Jugendlichen waren zuletzt 2015 in Brasilien, sagt Neumann. Noch in diesem Herbst planen sie aber den Besuch in Brasilien.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.