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17-Jähriger stiehlt Bus: Fahrzeug wird am Autohof in Guxhagen gestoppt

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Von: Barbara Kamisli

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Mit diesem Bus fuhr ein 17-Jähriger rund 150 Kilometer von Hannover Richtung Kassel.
Mit diesem Bus fuhr ein 17-Jähriger rund 150 Kilometer von Hannover Richtung Kassel. © Barbara Kamisli

„Es war wie ein kleiner Krimi“, sagt Busunternehmer Florian Enders. Ihm gehört der Linienbus, den ein 17-Jähriger in Hannover gestohlen hat.

Guxhagen/Hannover – Der Jugendliche war damit Montagnacht auf der A7 unterwegs und wurde am Autohof in Guxhagen gestoppt. Der Busunternehmer schildert, wie er den Abend erlebte:

Es ist circa 22.30 Uhr als Enders eine SMS auf sein Handy bekommt. Einer seiner 130 Busse hat den 150-Kilometer-Korridor um Hannover verlassen. „Ich habe mich natürlich gewundert und gedacht, was macht denn mein Bus da?“, sagt Enders.

Was macht denn mein Bus da?

Über ein Trackingsystem kann er jeden seiner Busse im Blick behalten. Außer, dass er nicht weiß, warum der Bus gerade in Richtung Kassel unterwegs ist, kann Enders nichts Auffälliges feststellen. „Der Bus fuhr mit vorgeschriebener Geschwindigkeit.“ Dass der Bus gestohlen sein könnte, kommt ihm deshalb nicht in den Sinn. Vielmehr fragt er sich, ob er nicht irgendeinen Auftrag vergessen hat.

Komisch erscheint ihm nur, dass es einer seiner Linienbusse und kein Reisebus ist, der da auf der A 7 Richtung Kassel fährt. „Ich schicke ja normalerweise keine Linienbusse, um Reisefahrgäste irgendwo abzuholen“, sagt Enders. Die Polizei informiert er zunächst nicht. Noch ist er sicher, die ganze Sache könnte sich aufklären lassen. Er ruft einige seiner Fahrer an, um sicherzugehen, dass er nichts vergessen oder übersehen hat. „Alle haben mir glaubhaft bestätigt, dass sie im Feierabend sind.“

Der Bus hat nicht angehalten

Da beginnt Enders genauer hinzusehen. Der Bus, stellt er fest, hat gegen 20.30 Uhr das überwachte Betriebsgelände verlassen – ohne Auffälligkeiten. Soweit, so gut. Stutzig macht Enders, dass der Bus unterwegs nicht angehalten hat, um Passagiere aufzunehmen. Ungewöhnlich für einen Linienbus. „Die Sache erschien mir da immer abstruser“, sagt der 43-Jährige.

Er entscheidet sich gegen 22.50 Uhr, die Polizei zu kontaktieren. „Dann ging alles ganz schnell“, erinnert sich Enders. Nach wenigen Minuten entdecken die Beamten der Autobahnpolizei Baunatal – wie berichtet – den Bus am Kreuz Kassel Mitte. Kurz vor der Ausfahrt Guxhagen fordern sie den Fahrer auf, ihnen zu folgen, was dieser auch anstandslos tut.

Mittlerweile ist der Bus wieder da

Mittlerweile ist der Bus wieder in Hannover im Einsatz, sagt Enders. Bis auf einen kleineren Reifenschaden sei er intakt. „Das haben wir bei der Dekra überprüfen lassen.“ Er sei der Polizei sehr dankbar für die professionelle Abwicklung. Man frage sich ja schon: „Was denken die jetzt, wenn ich anrufe, und sage, mein Bus ist weg, fährt aber regelkonform auf der A 7 Richtung Kassel.“ Seine Sorge, nicht Ernst genommen zu werden, war aber innerhalb von Sekunden dahin, sagt Enders. „Das war wirklich eine ganz tolle Zusammenarbeit“, lobt er die Polizei.

Grundsätzlich ziehe die Polizei immer alle Möglichkeiten in Betracht, sagt eine Sprecherin gefragt, ob in solchen Fällen eine erhöhte Sensibilität im Bezug auf Anschläge bestehe. „Wir gehen immer mit größter Sorgfalt vor.“ Im aktuellen Fall sei die Lage aber relativ schnell klar gewesen. Unklar sei jedoch, warum der 17-Jährige in der Lage war, den Bus so sicher zu steuern. Die Ermittlungen der Polizei dauern an. (Barbara Kamisli)

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