"Im Ernstfall hätte es Tote gegeben": Nicht zufrieden mit Feuerwehr-Großübung

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Guxhagen. Nicht zufrieden waren die Verantwortlichen der Guxhagener Feuerwehr mit dem Ablauf der Großübung am Freitag auf dem Firmengelände von „Sartorius Stedim Systems GmbH“ im Industriegebiet von Guxhagen.

In einem kurzen, aber sehr treffenden Statement sagte Gemeindebrandinspektor Markus Brandenstein nach der Übung: „Im Ernstfall hätte es Tote gegeben“. 

Allerdings war es auch seit vielen Jahren wieder die erste Übung in dieser Größenordnung. Nach der Auswertung der Aufzeichnungen der Übungsbeobachter wird es zeitnah eine Nachbesprechung mit den Führungskräften geben, dann sollen die Fehler angesprochen und ausgemerzt werden. 

Insgesamt waren über 100 Einsatzkräfte von Feuerwehren und Rettungsdienst beteiligt. Das Übungsszenario sah einen Brand im vierten Stock des Verwaltungsgebäudes des Unternehmens vor. Dieser Bereich wurde mit Nebelmaschinen verqualmt.

Mehr als 20 Personen waren eingeschlossen, einige verletzt. Von der Fulda bis zum Einsatzort sollte über eine Entfernung von 720 Metern, zusätzlich zum Hydrantennetz, eine Wasserversorgung aufgebaut werden. Der Rettungsdienst übernahm die Verletztenversorgung. 

Um 18.23 Uhr am Freitag hatte die Brandmeldeanlage in dem Industriebetrieb Alarm ausgelöst, der sofort über die Rettungsleitstelle an die Feuerwehr Guxhagen weitergeleitet wurde. Um 18.29 Uhr wurde zusätzlich Sirenenalarm in der Fuldagemeinde ausgelöst, da sich zu wenig Einsatzkräfte auf den ersten Alarm hin zum Feuerwehrhaus begeben hatten. Somit waren erst 13 Minuten nach dem Alarm die ersten Einsatzkräfte an dem Übungsobjekt. Die gesetzlich vorgegebene Hilfsfrist von zehn Minuten wurde überschritten. 

Um 18.41 Uhr wurde für alle Guxhagener Ortsteile, die Feuerwehren aus Körle mit den Ortsteilwehren und für die Drehleitern aus Felsberg und Melsungen Alarm ausgelöst. Zusätzlich wurde der Rettungsdienst gerufen. Der beteiligte sich mit örtlichen DRK-Einheiten, dem Betreuungszug Melsungen und der Transportgruppe Schwalm-Eder Nord an der Übung.

Als alle da waren, wurden die Einsatzkräfte in drei Bereiche eingeteilt: Menschenrettung, Brandbekämpfung und Wasserversorgung. 

Der erste Verletztendarsteller wurde um 18.53 Uhr gerettet, die letzte betroffene Person wurde von den Rettungskräften erst nach einer Stunde aus dem Gebäude gebracht.

Laut Kreisbrandmeister Frank Jacob hat der Aufbau der Wasserversorgung über den 720 Meter langen Weg durch die Körler Feuerwehren, unterstützt durch die Wehren aus Albshausen und Wollrode, gut geklappt. 37 Minuten nach dem Alarm dieser Wehren waren die Schläuche ausgelegt.

Großübung der Guxhagener Feuerwehren bei Sartorius

Verletztendarstellerin Nina Kaiser schilderte ihre Eindrücke von der Übung so: "Wir lagen mit mehreren Darstellern in dem total verqualmten Raum. Dann wurde ich von einem Feuerwehrmann gerettet und auf den Flur gebracht. Hier hat sich ein Sanitäter um mich gekümmert und mir eine Schiene für meine Beinverletzung angelegt. Mit einer Bandschlinge wurde ich dann die Treppe hinunter auf den Hof gebracht."

Kurz nach 20 Uhr wurde die Übung beendet.

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