Ärger um Hausabriss in Guxhagen

Loch in der Wand - Abbruch liegt weiter auf Eis: Paar schaltet Anwalt ein

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Stillstand: Bei Abriss-Arbeiten stellt sich heraus, dass das Nachbarhaus, in dem ein Paar wohnt, die Außenwand des Gebäudes nutzt, das die Gemeinde eigentlich abreißen will. Unser Foto entstand im Oktober 2019.

Die Gemeinde Guxhagen hat das Nachbarhaus des Ehepaars Ring gekauft und mit dem Abriss begonnen. Das Fatale: Beide Häuser teilen sich eine Außenwand.

  • Das Nachbarhaus von Familie Ring aus Guxhagen soll abgerissen werden.
  • Beide Häuser teilen sich eine Außenwand, weshalb der Abriss des leeren Hauses das Haus der Rings beschädigen würde.
  • Die Familie hat jetzt einen Anwalt eingeschaltet. 

Seit dem vergangenen Jahr wohnt das Ehepaar Ring aus Guxhagen neben einer Baustelle. Die Gemeinde Guxhagen hatte ihr Nachbarhaus am Ehrenhain 1 gekauft und mit dem Abriss begonnen.

Das Fatale: Bei den Arbeiten stellte sich heraus, dass sich die beiden Häuser eine Außenwand teilen. Die Arbeiten liegen seitdem brach. In der Schlafzimmerwand des Paares befindet sich ein kleines Loch, eine Folge des Abrisses. Auch heute, drei Monate später, ist offen, wie es nun mit dem Abriss weitergeht. Das Paar hat mittlerweile einen Anwalt eingeschaltet.

Guxhagen: Laut Bürgermeister muss der Abriss weitergehen

„Es muss jetzt weitergehen“, sagt Guxhagens Bürgermeister Edgar Slawik. „Es liegt wahrlich nicht in unserem Interesse, den Rings nicht zu helfen.“ Er sei überzeugt davon, dass man sich mit den Kosten einig werden könnte. Allerdings sei das Paar nicht zu Gesprächen mit der Gemeinde bereit, sagt der Rathaus-Chef. 

Das Paar müsse aber dem weiteren Vorgehen zustimmen, da Sicherungsarbeiten an ihrem Haus ausgeführt werden müssten. Denn die Wand, die abgerissen werden sollte, müsste an Rings Haus befestigt werden, erklärt Bauamtsleiter Steffen Tasler. Das wäre allerdings mit Kosten verbunden.

Statiker und Vermesser seien vor Ort in Guxhagen gewesen. „Das Haus, das wir gekauft haben, ist intakt“, sagt Tasler. Die Außenwand – gleichzeitig Rings Schlafzimmerwand – gehöre zum Haus, das die Gemeinde gekauft hatte, um es für die Schaffung von Parkplätzen abzureißen. Heißt: Rings Haus fehlt eine Außenwand. „Würden wir weiter abreißen, dann säßen Rings im Freien“, sagt Tasler.

Guxhagen: Familie Ring hat Anwalt eingeschaltet

Das Paar habe keine andere Möglichkeit mehr gesehen, als das Ganze einem Rechtsanwalt zu übergeben, sagt Marga Ring auf HNA-Anfrage. „Jetzt sollen wir plötzlich Schuld an allem sein, weil wir uns nicht auf ein Gespräch einlassen wollten.“ Die Gemeinde Guxhagen habe die Rings überraschend ins Rathaus „zitiert“, aber „wir haben uns geweigert, zu kommen, weil wir uns überrumpelt vorkamen“. 

Sie hätten Angst gehabt, von den Mitarbeitern eingeschüchtert zu werden. „Wir haben ja keine Ahnung und dann so ein Gespräch ohne Zeugen zu führen oder eine neutrale Person, das wollten wir nicht.“ Mit einem Gespräch an sich, habe das Paar aber kein Problem. Schließlich wollten sie gerne darüber in Kenntnis gesetzt werden, wie es nun weitergehen könnte.

Kritik: Gemeinde Guxhagen habe kein Bedauern geäußert

Ein Wort des Bedauerns sei seitens der Gemeinde Guxhagen nie gefallen, ärgert sich Marga Ring. Das Paar ist nach wie vor der Meinung, dass die Abrissarbeiten so nie hätten stattfinden dürfen. Steffen Tasler betont allerdings, dass die Abbruchfirma äußerst vorsichtig vorgegangen sei und alles richtig gemacht habe. „Die Arbeiten wurden ja auch umgehend gestoppt, als offensichtlich war, dass etwas nicht stimmt.“

Wenn es zum Gerichtsprozess kommt, wonach es derzeit aussieht, könnte sich der Streit noch hinziehen. „Ein bis zwei Jahre bestimmt“, sagt Marga Ring.

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