Nur drei bieten mit

Fundsachen in Guxhagen versteigert: "Sonst kommt gar niemand"

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Fahrrad für 15 Euro: Für Georg Hesse aus Körle lohnte sich der Besuch der Fundsachenversteigerung in Guxhagen. Er testete das Fahrrad gleich vor dem Rathaus.

Im Guxhagener Rathaus wurden am Donnerstag Fundsachen versteigert. Es kamen nur drei Besucher - das Bürgerbüro bezeichnet es trotzdem als vollen Erfolg.

Für Georg Hesse aus Körle hat es sich gleich doppelt gelohnt, dass er gestern im Guxhagener Rathaus vorbeischaute. Ein Fahrrad für 15 Euro und ein Smartphone für gerade einmal 30 Euro nahmen er und seine Frau mit nach Hause.

Auch Markus Hüppe aus Malsfeld freute sich: Ein Smartphone, ein Navigationsgerät, eine Kamera und ein Portemonnaie ersteigerte er zum Schnäppchenpreis von 26 Euro.

Gerade einmal drei Besucher kamen gestern zur Fundsachenversteigerung nach Guxhagen. Was nach einer misslungenen Veranstaltung klingt, war für Andrea Weiskopf vom Bürgerbüro ein großer Erfolg: „Sonst kommt gar niemand zu den Versteigerungen. Diesmal bin ich richtig viele Sachen losgeworden, das freut mich sehr.“ Die etwa 100 Euro, die durch die Fundsachen eingenommen wurden, fließen in die Gemeindekasse. „Manche Dinge liegen hier schon seit Jahren“, erzählt Weiskopf. „Aber ich bringe es nicht übers Herz, sie einfach wegzuwerfen.“ Zum Verkauf standen nicht nur Smartphones und ältere Handys, sondern unter anderem auch ein Fahrrad und ein Tretroller. Letzterem wollte allerdings keiner der Auktionsbesucher ein neues Zuhause geben. Genau wie dem Anhänger, den Weiskopf noch spontan mit anbot. Den habe die Wasserschutzpolizei gefunden.

Eine Versteigerung in dieser intimen Runde war für Georg Hesse neu. „Willst du auf das Samsung bieten?“, fragte er Markus Hüppe, während beide um den Tisch mit den Fundsachen schlichen. „Och, ich nehme vielleicht das Nokia“, entgegnete der Malsfelder, bot dann aber doch mal 25 Euro für das Samsung, stieg aber bei 32 Euro aus.

Das Zocken, weswegen Hesse die Versteigerungen so gern besucht, blieb an diesem Nachmittag aus. Der Körler ist immer auf der Suche nach Schnäppchen. Dafür fährt er beispielsweise auch regelmäßig bis nach Cölbe bei Marburg. Denn dort versteigert die Post mehrmals im Jahr unzustellbare Sendungen.

Hat Smartphone und Kamera ersteigert: Markus Hüppe.

Auch für Markus Hüppe war es nicht die erste Auktion. Stolz krempelte er den Ärmel seiner Jacke hoch und zeigte seine schwarze Armbanduhr. „Die habe ich bei der Fundsachenversteigerung in Melsungen gekauft. Aber dort war die Konkurrenz doch etwas größer“, witzelte er.

Bei McDonald's wird viel verloren

Wenn eine Fundsache in der Gemeindeverwaltung abgegeben wird, wartet Weiskopf ein halbes Jahr, ob sich ein Eigentümer meldet. „Wenn nicht, dann schreibe ich die Finder an, dann können die es abholen, wenn sie es haben möchten.“ Besonders viel bleibe bei McDonald’s liegen. „Komplett gefüllte Geldbeutel werden hier abgegeben.“ Die schickt Weiskopf dem Eigentümer gegen einen kleinen Obolus per Post. Auch EC-Karten würden bei McDonald’s immer wieder im Lesegerät vergessen.

Trotz Schnäppchenpreisen sind die Hesses und Markus Hüppe doch ein gewisses Risiko eingegangen: Denn ob die Smartphones funktionieren, ließ sich vor Ort nicht feststellen.

Schließlich hatten die Eigentümer nur das Handy, aber nicht das passende Ladegerät verloren.

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