E-Mail an CDU blieb unbeantwortet

Guxhagener Eltern über eingeschränktes Betreuungsangebot:„Eine unhaltbare Situation“

Ihnen macht die Betreuungssituation zu schaffen: Falk und Kersti n Charwat aus Guxhagen mit ihren Kindern Anna und Eric. Foto: Familie Charwat

Guxhagen – Die wegen des Coronavirus eingeschränkten Betreuungsangebote für Kinder stellen viele Eltern zurzeit vor eine große Herausforderung. Wer nicht im Homeoffice arbeiten kann und Kinder hat, die nicht betreut werden, hat ein Problem.

Kirsten und Falk Charwat aus Guxhagen befinden sich genau in dieser Situation. Von zuhause aus arbeiten ist bei beiden nicht möglich. Und da die Eltern nicht in systemrelevanten Berufen arbeiten, müssen Anna (8) und Eric (2) zuhause betreut werden.

„Es ist eine unhaltbare Situation“, sagt Mutter Kirsten Charwat (35). Sie fühle sich von der Politik im Stich gelassen. „Ich verlange Antworten und Lösungen für Familien wie uns.“

Kirsten Charwat arbeitet als Bürokauffrau bei einem kleinen Schweißerunternehmen in Fuldabrück. Ihr Mann Falk (47) ist beim VW Werk in Baunatal beschäftigt. Er arbeitet seit vergangener Woche wieder, sie hatte die vergangene Woche noch Urlaub. „Wir hangeln uns jetzt von Woche zu Woche, es ist wirklich problematisch.“

Mit ihrem Chef habe sich Kirsten Charwat darauf geeinigt, wenigstens einen vollen Tag in der Woche in die Firma zu kommen. „An dem Tag muss sich mein Mann dann freinehmen. Anders geht es nicht“, sagt die 35-Jährige. Die achtjährige Anna könne sich zwar auch mal ein paar Stunden alleine beschäftigen, „aber Eric ist einfach noch zu klein“. Er wird normalerweise bei einer Tagesmutter betreut. „Aber selbst das ist ja im Moment verboten“, ärgert sich die Mutter. Dabei würden bei einer Tagesmutter doch ohnehin nur wenige Kinder gemeinsam betreut. „Mir leuchtet nicht ein, wieso das nicht möglich ist.“ Auch Kindergärten könnten ihrer Meinung nach deutlich mehr Kinder betreuen. „Die Gruppen sind doch ohnehin in getrennten Räumen. Man könnte die Gruppengröße ja auch auf fünf oder sechs Kinder beschränken“, schlägt Charwat vor. „Aber unsere Vorschläge interessieren ja niemanden.“

Die Mutter hat bereits eine E-Mail an die CDU geschrieben und ihre Situation geschildert – als eine Art Hilferuf im Namen vieler Eltern, sagt sie. „Aber ich bekomme ja nicht mal eine Antwort darauf. Ich habe nicht den Eindruck, dass es irgendjemanden interessiert, wie es vielen Eltern gerade geht.“

Die Situation mache das Paar richtig fertig. „Ich fühle mich permanent gestresst.“ Zum einen sei die Tatsache, nicht regelmäßig zur Arbeit erscheinen zu können, extrem belastend: „Es gibt ja nicht mal einen Kündigungsschutz für Arbeitnehmer, die nicht zur Arbeit kommen können, weil sie ihre Kinder betreuen müssen“, sagt die Mutter. Zum anderen habe der dauerhafte Zwang, Zuhause zu bleiben und niemanden zu treffen, mittlerweile auch Auswirkungen auf die Launen der Kinder. „Anna regt sich beispielsweise über Kleinigkeiten in ihren Schulaufgaben ewig auf.“

Neulich habe sie sich über eine Matheaufgabe eine Viertelstunde lang lautstark aufgeregt. „Und mittlerweile fallen dann Sätze wie ‘Ich hasse Corona, ich hasse Merkel’“, erzählt die Mutter. Das Mädchen vermisse ihre Freunde aus der Schule. „Sie spielen zwar über WhatsApp-Videochat gemeinsam Playmobil. Aber das ist einfach nicht dasselbe.“ Und je länger das Ganze nun dauere, desto mehr spitze sich die die Lage zuhause zu.

Auch Eric vermisse die anderen Kinder, mit denen er sonst den Vormittag bei der Tagesmutter verbringt. Deshalb sei er enorm anhänglich. „Und er kann auch nicht verstehen, warum er nicht auf den Spielplatz darf. Ich habe jetzt gesagt, dass er kaputt ist.“

Kirsten Charwat würde es schon genügen, wenn sie zwei Tage die Woche eine Betreuungsmöglichkeit für ihre Kinder hätte, insbesondere für Eric. „Dass ich einfach normal arbeiten kann und zwei Tage ganz normal verlaufen.“

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