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Guxhagener Katzenhilfe in Not: Spenden um mehr als 50 Prozent eingebrochen

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Von: Fabian Becker

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Werden von der Katzenhilfe betreut: Diese Katzen sind derzeit in Guxhagen untergebracht.
Werden von der Katzenhilfe betreut: Diese Katzen sind derzeit in Guxhagen untergebracht. © Guxhagener Katzenhilfe

Die Guxhagener Katzenhilfe hat mehr als 50 Prozent weniger Spenden als vor Corona. Die Summe ist seit Pandemiebeginn erheblich zurückgegangen und hat nochmals einen drastischen Einbruch durch den Krieg in der Ukraine erlitten, heißt es von der Katzenhilfe.

Guxhagen – Auch die Vermittlung von derzeit zwölf Katzenjungen sei fast aussichtslos, da in allen Tierschutzvereinen und Tierheimen Kätzchen vermittelt würden.

Die Energiekrise und steigende Tierarztkosten hielten Menschen von der Anschaffung von Tieren ab.

Die Katzenhilfe hat aber weiterhin laufende Kosten, zum Beispiel durch Gnadenbrottiere, die wegen ihres Alters oder Gesundheitszustands hohe Kosten verursachen. Eines davon ist Francis, ein zwölf Jahre alten Kater, der unter einer Futterallergie leidet und täglich Medikamente und alle zwei Monate eine Cortisonspritze braucht.

Für die medizinische Versorgung solcher Tiere brauche die Katzenhilfe jährlich zwischen 20 000 und 30 000 Euro. „Das kann mit den Einnahmen aus Mitgliedschaften und Patenschaften nicht gestemmt werden“, sagt Schatzmeisterin Johanna Büchling. „Solange wir keine Tiere vermitteln, können wir keine mehr aufnehmen.“

Wegen der derzeitigen Situation könne die Katzenhilfe auch in Notfällen nicht mehr so helfen wie in der Vergangenheit. „Es schmerzt, wenn wir erkennen, dass Hilfe erforderlich ist, doch aus finanziellen Gründen nicht gegeben werden kann“, sagt der Erste Vorsitzende Dieter Büchling. „In den mehr als 40 Jahren, in denen meine Frau Johanna und ich Tierschutzarbeit betreiben, haben wir so einen Notstand noch nicht erlebt.“

Lebt in Guxhagen: Die Katzenhilfe kümmert sich um Kater Francis.
Lebt in Guxhagen: Die Katzenhilfe kümmert sich um Kater Francis. © Guxhagener Katzenhilfe

Die Katzenhilfe versorgt unter anderem Katzen, die bei Unfällen verletzt worden sind. Der Kater Lucky gehört zu ihnen. Ihm wurde nach einem Unfall das linke Hinterbein amputiert. Stummeli musste nach einem Unfall der Schwanz abgenommen werden. Die Katze lebt das ganze Jahr über im Außenbereich der Pflegestelle.

Die Katzenhilfe versorgt zudem Katzen, die bei ihr abgegeben wurden, zum Beispiel Rufus. Er wurde im Alter von 17 Jahren von der Katzenhilfe aufgenommen, da seine Besitzerin ins Altersheim kam und ihn keines von ihren drei Kindern übernehmen wollte.

Die Britisch-Kurzhaar-Katze Luna ist deutlich jünger. Sie wurde 2018 geboren und ist sehr scheu und dadurch wahrscheinlich nicht vermittelbar. Die Katze wurde mit neun anderen Rassekatzen abgegeben, weil sie nicht mehr von der Züchterin verkauft werden konnte. „Wegen der Corona-Pandemie hatten viele Züchter die Idee, besonders viele Tiere zu züchten, um mehr Geld zu verdienen“, sagt die Zweite Vorsitzende Nadine Schröter.

Daher sei der Markt übersättigt worden, viele dieser Tiere hätten nicht mehr verkauft werden können und seien als Ramschware verscherbelt oder ausgesetzt worden. Im Schwalm-Eder-Kreis habe das im vergangenen Jahr beispielsweise einige Perserkatzen betroffen. Nur wenn sie Glück hatten, seien sie bei einer Tierschutzorganisation abgegeben worden.

Die Katzenhilfe betreut aktuell 55 Katzen und Hunde unterschiedlichen Alters und Gesundheitszustandes. Hinzu kommen 30 Katzen, die aus Alters- oder Krankheitsgründen nicht vermittelbar sind. Davon haben elf noch keinen Paten. Die Katzenhilfe bittet daher um die Übernahme von Patenschaften, – das ist möglich ab fünf Euro pro Monat – und Spenden. (Fabian Becker)

Kontakt: auf der Internetseite guxhagener-katzenhilfe.de

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