Guxhagenerin bekam Hessischen Verdienstorden am Bande

Ehrung in Frankfurt: Karin Wagner und Sozialminister Stefan Grüttner. Foto: Jochen Schneider/nh

Guxhagen. Das Land hat Karin Wagner aus Guxhagen mit dem Hessischen Verdienstorden am Bande ausgezeichnet.

Den Orden überreichte Sozialminister Stefan Grüttner beim Neujahrsempfang des Sozialverbandes Hessen-Thüringen in der Frankfurter Nationalbibliothek.

Der Hessische Verdienstorden wird zur Würdigung hervorragender Verdienste um das Land Hessen verliehen, teilte der Sozialverband VdK mit. Dem hatte sich die Geehrte vor 32 Jahren angeschlossen. Anschließend hatte sie im Verband auf Kreis-, Landes- und Bundesebene etliche Aufgaben übernommen.

Im VdK hat Karin Wagner immer für Frauenanliegen und Sozialpolitik gestritten. Gleich nach ihrem Verbandsbeitritt leitete die heute 74-Jährige eine Frauengruppe in Guxhagen. Später war sie Frauenvertreterin im Kreisverband Melsungen, dann im Bezirk Kassel und schließlich im Landesverband Hessen-Thüringen, in dem sie als geschäftsführendes Vorstandsmitglied die Interessen von 120 000 Frauen vertrat.

Leitfaden ins Leben gerufen

Die Themenschwerpunkte haben sich in 32 Jahren verschoben, berichtet die Geehrte im Rückblick. Das dokumentiert auch ein Leitfaden für ehrenamtliche Frauenarbeit, den Karin Wagner ins Leben rief und der inzwischen in sechster Auflage vorliegt. Immer Konjunktur aber hatten Rechtsfragen, sei es in Sachen Schwerbehinderung, Rente oder Pflege. Auch Gesundheits- und Ernährungsfragen standen stets hoch im Kurs. In der Sache organisierte die Guxhagenerin öffentliche Vorträge, Tagungen, Konferenzen und vieles mehr. Auch arbeitete sie sozialpolitische Resolutionen mit aus, die an alle Verbände gingen.

„Das macht einfach Spaß“, beschreibt die Mutter von zwei Söhnen und einer Tochter ihr ehrenamtliches Engagement, und: „Die Themen haben mich unheimlich interessiert und man kommt mit ganz vielen Menschen zusammen.“

Manchmal hat sich Karin Wagner auch an den Kopf gefasst. Dass Frauen einst aus bestimmten Vorstandsämtern herausgehalten wurden, wollte ihr nicht in den Kopf. Sie setzte durch, dass in einem dreiköpfigen Vorstandsgremium mindestens eine Frau sein muss. Mit Blick auf Südhessen erklärt die Weitgereiste, Vorsitzende in kleinen Ortsverbänden seien mitunter Machos.

Solches Gehabe liegt der 74-Jährigen fern. Sie arbeitet am liebsten im Team. Wenn sie sich nun aus ihren Ämtern beim Sozialverband VdK zurückzieht, hat das einen Grund: „Man kann nur eins richtig machen“, sagt sie, und das einzig Richtige ist für die 74-Jährige zurzeit die Pflege ihres Mannes. Auch auf diesem Gebiet ist sie Profi: Mit 47 Jahren bestand sie nach einer Familienpause ihr Examen als Altenpflegerin und gründete später einen Pflegedienst, nachdem sie in jungen Jahren bereits über den zweiten Bildungsweg ein Examen als Fachlehrerin für textiles Gestalten, Hauswirtschaft und Werken abgelegt hatte.

Der VdK Guxhagen wird weiter mit Karin Wagner rechnen können. „Ich werde nicht über Nacht wegbleiben“, sagt sie, auch wenn sie ihren Platz an der Seite ihres Mannes sieht.

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