INTERVIEW

Susanne Schneider ist ab Mai Bürgermeisterin von Guxhagen: „Habe großen Respekt vor dem, was mich erwartet“

Die Gemeinde Guxhagen: Ab Mai wird die Verwaltung nach 18 Jahren eine neue Chefin bekommen. Das
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Die Gemeinde Guxhagen: Ab Mai wird die Verwaltung nach 18 Jahren eine neue Chefin bekommen. Das

Im Mai beginnt in Guxhagen eine neue Ära. Susanne Schneider (parteilos) wird dann Edgar Slawik nach 18 Jahren als Bürgermeisterin ablösen. Im Interview erklärt sie, warum Transparenz eines der ersten Dinge ist, die sie angehen will.

Guxhagen - Die Amtszeit von Edgar Slawik endet in zwei Wochen. Dann wird Susanne Schneider die Amtsgeschäfte in Guxhagen führen.

Frau Schneider, wann waren Sie das letzte Mal in Ihrem Büro beim Ordnungsamt der Stadt Kassel?

Am Dienstag erst. Ich war noch mal zur endgültigen Übergabe da und um ein paar Restarbeiten zu erledigen und meine Schlüssel abzugeben.

Mit welchem Gefühl verlassen Sie Ihre jetzige Arbeitsstelle?

Es überwiegt ganz klar die Freude auf die kommenden Aufgaben. Man geht auch mit einem weinenden Auge, das bezieht sich aber eher auf nette Kollegen, mit denen ich zusammenarbeiten durfte. Aber ich nehme auch ein Köfferchen voller Wissen in Sachen Verwaltungsarbeit mit.

Was nehmen Sie noch mit ins neue Büro am Ehrenhain?

Auf jeden Fall ein Bild von meiner Familie.

Wie haben Sie die Zeit nach Ihrem fulminanten Wahlsieg erlebt?

Zwei Monate habe ich tatsächlich erst einmal Pause gemacht. Ich musste das alles sacken lassen und wir mussten auch innerhalb der Familie wieder zur Ruhe kommen. Im Januar habe ich dann die ersten Gespräche mit Edgar Slawik gesucht. Freitags haben wir uns jetzt immer locker zwei Stunden getroffen, um zu besprechen, welche Dinge auf den Weg gebracht wurden und was ansteht. Ich bin seit gut zwei Monaten in die Amtsgeschäfte eingebunden. Ich fühle mich sehr gut vorbereitet. Die Zusammenarbeit mit Edgar Slawik ist kollegial und kooperativ. Wenn auch die Beziehung zwischen ihm und der SPD zerrüttet ist, sogar zum Teil feindlich geprägt.

Was bedeutet das für Ihre Arbeit?

Man verspricht sich, dass ich Brücken schlage. Insbesondere zwischen SPD und GL. Ich hoffe sehr, dass mir das gelingt. Bei den Zielen, die die Fraktionen verfolgen, zeigt sich, dass es eigentlich dieselben sind. Sie decken sich auch mit meinen Zielen. Man muss sich aber über den Weg dorthin einig werden. Ich möchte mit allen Fraktionen gut zusammenarbeiten.

Bei der Kommunalwahl waren SPD und Grüne – die Parteien, die Sie auch unterstützt haben – die Gewinner. Was bedeutet der Ausgang der Kommunalwahl für Sie?

Für mich war der Ausgang der Wahl sehr erfreulich. Aber auch überraschend. Ich freue mich, dass die Parteien, die mich unterstützt haben, je einen Sitz hinzugewonnen haben. Das ist auch für mich noch mal eine Bestätigung. Ich denke, die Leute haben insgesamt erkannt, dass es für einen richtigen Umbruch nicht nur eine neue Bürgermeisterin braucht, sondern auch die entsprechenden Mehrheitsverhältnisse im Parlament.

Umbruch und Neuanfang. Diese Begriffe fallen immer im Zusammenhang mit Ihrem Namen. Die Wähler haben große Erwartungen an Sie. Setzt Sie das unter Druck?

Nein, unter Druck gesetzt fühle ich mich nicht. Aber ich habe großen Respekt vor dem Amt und was mich erwarten wird. Aber ich stecke gut in den Themen und ich habe Lust, Guxhagen voranzubringen und etwas zu bewegen.

Was läuft schlecht derzeit in der Gemeinde?

Wir müssen dringend mehr Transparenz im Verwaltungshandeln schaffen. Der Bürgerservice muss an erster Stelle stehen und der Bürger im Mittelpunkt. Das soll auch der künftige Leitgedanke bei der Verwaltungsarbeit sein. Als Bürgermeisterin möchte ich den Einwohnern eine Stimme geben. Ich möchte die Menschen mehr mit einbeziehen und beteiligen, sie rechtzeitig über Vorhaben informieren, ihnen mitteilen, wo wir bei gewissen Projekten gerade stehen. Die Menschen sollen nicht vor vollendete Tatsachen gestellt werden, indem erst ein Zeitungsartikel erscheint, wenn ohnehin schon alles eingetütet ist. Ein kluges Sprichwort sagt: Tue Gutes und rede darüber.

Auch in einer Info-Ecke im Gemeindeblättchen?

Nein. In der Form wie bisher wird es die Info-Ecke, die ja sehr umstritten ist, nicht mehr geben. Vielleicht gibt es ein Format, wo ich Sachinformationen mit den Einwohnern teile. Aber keine persönlichen Gedanken.

Mit Ihnen zu reden, ist derzeit sehr einfach. Sie sind auch in sozialen Medien aktiv. Wird der Kontakt zu Ihnen künftig auch so einfach sein?

Ja, auf jeden Fall. Ich möchte, dass die Leute sowohl mich als auch die Gemeindeverwaltung auf schnellem und direktem Weg erreichen können. Dazu gehören auch die sozialen Medien. Auch wird es bald eine Bürgersprechstunde geben.

Vermissen Sie schon die schnellen Supermarkt-Einkäufe, ohne, dass man in Gespräche verwickelt wird?

Mit Maske ist das derzeit noch sehr einfach (lacht). Nein, ich werde schon oft angesprochen. Aber das ist wirklich sehr nett. Durch die Pandemie haben mich einige seit der Wahl nicht gesehen, deswegen bekomme ich jetzt immer noch Glückwünsche und die Leute fragen, wann es denn losgeht und so was. Aber ich habe da auch keine Scheu. Wer so ein Amt innehat, der hat es 24 Stunden am Tag inne, und zwar egal, wo er sich aufhält. Für mich ist es positiv, wenn mich die Leute ansprechen und auf Dinge aufmerksam machen. Ich werde das meiste wohl nicht gleich klären können, aber dann kann man sich ja auch zum Telefonieren verabreden. Dafür bin ich ja da. (Carolin Hartung)

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