Am 29. September ist Weltherztag

Tagelange Müdigkeit: So äußerte sich bei Guxhagener ein Herzinfarkt

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Sport liegt ihm am Herzen: Henning Milde aus Guxhagen hatte vor zehn Jahren einen Herzinfarkt und besucht seitdem die Herzsportgruppe Melsungen.  

Sein Herz streikte: Herzinfarkt. Henning Milde aus Guxhagen war 65 und konnte es nicht glauben, weil er keine Schmerzen hatte, nur eine tagelange Müdigkeit.

Die medizinischen Untersuchungen bewiesen dann den Herzinfarkt. Das ist nun zehn Jahre her. Seitdem hat der Ruheständler sein Leben, vor allem das sportliche, komplett geändert.

Geraucht habe er nie, Alkohol gab’s nur in Maßen, dafür sei er immer viel an der frischen Luft gewesen, erzählt der Gärtnermeister und Ingenieur. Außer einem Leistenbruch war er nie im Krankenhaus. Er hatte 101 Mal Blut gespendet. Und er war sehr sportlich: Jahrelang war er Leichtathletik-Trainer für Kinder beim Tuspo Guxhagen und selbst so gut im Training, dass er regelmäßig das Deutsche Sportabzeichen schaffte. Das Letzte, es war sein Fünfunddreißigstes, absolvierte er nur wenige Wochen vor dieser extremen Müdigkeit.

Sie kam an einem Wochenende im Herbst 2009, und er legte sich ins Bett, um auszuruhen. Als es nicht besser wurde, ließ Ehefrau Bärbel nicht locker und rief die Hausärztin an, die zum Hausbesuch vorbei kam. Sie empfahl Henning Milde ein EKG in ihrer Praxis – „und dann war ich in der Mühle drin“, sagt er heute. Zum Glück, denn das EKG war auffällig, und seine Ärztin alarmierte den Rettungswagen. Milde wollte es nicht wahrhaben und sich nicht aus der Praxis tragen lassen („Mir tat doch nichts weh“). Den Weg zum Krankenwagen ging er zu Fuß. Mit Blaulicht ging’s nach Ziegenhain, wo ihm im Krankenhaus ein Katheter gesetzt wurde. Mittlerweile hat er fünf Stents.

Wenn die Gedanken und Gefühle von damals wieder hochkommen, fällt ihm das Sprechen darüber schwer. Eine lebensgefährliche Krankheit? Er wollte doch seinen Ruhestand als frischer Rentner gerade erst genießen. Seine Mutter war nach einem Herzinfarkt gestorben.

Sport liegt ihm am Herzen: Henning Milde aus Guxhagen hatte vor zehn Jahren einen Herzinfarkt und besucht seitdem die Herzsportgruppe Melsungen.  

In der Reha wurde ihm geraten, sich eine Herzsportgruppe zu suchen, und so kam er zur Gruppe der MT Melsungen. „Da fühle ich mich sehr wohl“, sagt Milde, weil dort Sport gemacht, viel gelacht und nicht nur über Krankheiten gesprochen wird. Und wenn doch, dann weiß jeder, wie sich der andere fühlt, mit welchen Gedanken und Ängsten er leben muss. „Sportlich bin ich fauler geworden“, gibt Milde zu, „aber weil ich eine Aufgabe habe, muss ich immer zum Training kommen, und das ist sehr gut.“ Er führt Buch über die Blutdruckwerte der Kollegen, die von einem Arzt bei jedem Training kontrolliert werden.

„Ich habe sehr viel Glück gehabt“, sagt Henning Milde. Er hatte Menschen um sich herum, die beharrlich waren, als sein Herz gestreikt hatte, obwohl er einen Herzinfarkt ohne Schmerzen hatte.

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