Technische Probleme in Guxhagen

Internet-Ärger ohne Ende: Mann wartet seit eineinhalb Jahren auf Anschluss

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Glasfaserkabel-Verteilerkasten: Hinter dem Breitband-Ausbau im Schwalm-Eder-Kreis steckt jede Menge Technik. Trotz abgeschlossenen Verträgen funktionieren die Anschlüsse bei vielen Kunden noch nicht.

Eigentlich sollte Manfred Köhler aus Albshausen bereits seit Mai 2017 über die Netcom im Internet surfen. Doch daraus wurde nichts.

Bis heute hat der Mann aus dem Ortsteil der Gemeinde Guxhagen keinen funktionierenden Anschluss beim Breitband-Anbieter. 

Ein Lichtblick: Am 10. Januar 2019 ist es mal wieder soweit: Die Leitung soll geschaltet werden. Ob es diesmal was wird? So richtig daran glauben mag der Rentner nicht.

Was bisher geschah: Manfred Köhler schloss im März 2017 einen Vertrag mit der Netcom ab. Damals habe ihm ein Mitarbeiter zugesichert, dass der Anschluss ab Mai 2017 laufen wird. Anfang Juli erfragte Köhler beim Netcom-Telefonservice den Anschalttermin erneut. Mitte August 2017 wurde zugesichert und bei erneuten Anfragen immer wieder verschoben.

Laufender Vertrag bei Telekom nicht gekündigt

Im Oktober habe es dann geheißen, dass der Anschluss irgendwann 2018 geschaltet werde. Als Ende Januar die Verfügbarkeitsanzeige für Guxhagen Grünes Licht für den Anschluss zeigte, hatte Köhler Pech. Die Netcom hatte laut seiner Aussage seinen laufenden Vertrag mit der Telekom nicht fristgerecht gekündigt. „Somit hatte ich das schnelle Netz vor der Tür, war aber weiter an die Telekom gebunden.“

Vorigen Monat sollte es dann aber wirklich soweit sein. Köhler bekam Bescheid, dass sein Anschluss bei der Telekom am 12. Dezember abgeschaltet und der Netcom-Anschluss angeschaltet wird. In der Nachricht hieß es, dass es nicht nötig sei, an diesem Tag zuhause zu sein. Der Techniker benötige keinen Zugang zum Haus für die Schaltung. „Ich war aber sicherheitshalber den ganzen Tag zuhause“, sagt Köhler. Die Telekom schaltete den Anschluss zwar ab, aber seitens der Netcom tat sich nichts. 

Kein Internetzugang

Noch ärgerlicher: Als Köhler den Grund erfragte, warum der Anschalttermin nicht eingehalten wurde, bekam er von der Netcom einen Brief. An besagtem Tag habe der Techniker niemanden angetroffen. Deshalb sei die Schaltung nicht möglich gewesen. „Ich konnte es nicht glauben, als ich diese Nachricht gelesen habe.“ Erstens habe die Netcom extra darauf hingewiesen, dass niemand zuhause sein müsse, wenn der Anschluss geschaltet wird. Zweitens: „Ich war ja den ganzen Tag da. Aber es hat definitiv kein Techniker geklingelt.“ Durch die Abschaltung des Telekom-Anschlusses steht der Albshäuser nun seit dem 12. Dezember komplett ohne Internetzugang da. 

Manfred Köhler aus Albshausen

Er behilft sich zurzeit mit dem Smartphone. „Und einen Stick, der übers Mobilfunknetz läuft, habe ich mir gekauft. Aber das kann man hier völlig vergessen.“ Bis sich ein Bild aufbaue, vergingen mehrere Minuten. „Ich kann mit dem Internet nichts anfangen. Ein simpler Text ist vielleicht mal nach einer Viertelstunde geladen, das geht gar nicht.“

Auf ein Beschwerde-Schreiben Köhlers reagierte die Netcom und sicherte eine Gutschrift von 45 Euro zu.

Der Albshäuser steht mit seinem Problem nicht alleine da: Alleine bei Facebook beschweren sich aktuell Dutzende Netcom-Kunden.

Das sagt die Netcom

Der 12. Dezember 2018 sei der früheste Termin gewesen, an dem Manfred Köhler von der Telekom zur Netcom wechseln konnte, teilt Netcom-Sprecherin Heidi Hamdad mit. „In dem durch uns versendeten Anschreiben per Mail und postalisch haben wir ihn informiert, dass kein Techniker bei ihm zu Hause tätig werden muss. Diese Informationen erhielten wir von der Telekom.“ Am Tag der Umschaltung habe sich allerdings ein technisches Problem ergeben, worauf der Telekom-Techniker den Kunden zu erreichen versucht habe. „Der Kunde war jedoch zu Hause nicht anzutreffen. Ein neuer Termin zur Umschaltung wurde nun für den 10. Januar 2019 von der Telekom bestätigt“, so Hamdad weiter.

 Verzögere sich bei Kunden der Anschalttermin, sei nach einer Einzelfallprüfung auch eine Gutschrift möglich – vorausgesetzt die Netcom ist für die Verzögerung verantwortlich, so Hamdad. Knapp 4550 Kunden haben im Schwalm-Eder-Kreis derzeit einen Vertrag mit der Netcom abgeschlossen. Davon surfen tatsächlich 4200 über die Netcom im Internet, teilt Hamdad mit. Nicht korrekt sei, dass sich bei vielen Kunden der Anschalttermin verzögere. „Es handelt sich um eine deutliche Minderzahl der Kunden.“ Bei einer Portierung (Wechsel vom Altanbieter) sei man von der Vertragslaufzeit des vorigen Anbieters abhängig. „Darüber hinaus muss in beiden Fällen die Leitung von uns anmietbar sein.“

 In einigen Fällen würden zudem beim Abgleich der Kundendaten wie Namen, Adressen, Rechnungsanschriften Unstimmigkeiten auftreten. „Diese Klärungen verlangen Zeit. Auch dies kann in einigen Fällen zu einer Verlängerung des Vertrages beim Altanbieter führen.“ Die Mitarbeiter in den Callcentern und in den Shops (Obere Königsstraße und Kürfürstengalerie in Kassel) würden regelmäßig geschult, versichert Hamdad. „Wir haben bereits Initiativen ergriffen, um unseren Kundenservice zeitnah zu verbessern.“

In Borken hat es ebenfalls Probleme mit einem Anbieter gegeben: Probleme mit Telekom - Borkener nahezu zwei Wochen ohne Internet und Telefon.

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