Läutemaschine soll im März funktionieren

Kilianskapelle in Büchenwerra vereint weltliche und kirchliche Eigenschaften

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Ließ sich bislang nur per Hand läuten: Die Glocke der Kilianskapelle. Nach Vereinsangaben soll nun in Kürze die defekte Läutemaschine repariert werden.

Büchenwerra. Der Verein Kilianskapelle ist zuversichtlich: Eine Anfang November eingeweihte Läutemaschine könnte im März endlich funktionieren.

Doch die defekte Maschine verweist auf eine Herausforderung in der Vereinsarbeit. Die Verantwortlichen haben es bei der Kapelle mit einer Mischform zu tun: Sie vereint weltliche und kirchliche Eigenschaften.

„Wir sind weder Fisch noch Fleisch“, sagt Vereinsvorsitzende Bärbel Peter. Das werde auch latent so bleiben. Deshalb müsse man mitunter dicke Bretter bohren. Gleichwohl gefalle ihr die Konstruktion, berichtet Peter, die im Vereinsvorstand mit Wilfried Brede vom Guxhagener Kirchenvorstand zusammenarbeitet und akzeptiert, dass die Kirche ein Mitbestimmungsrecht im Vereinsvorstand hat.

Gebäudeversicherung 

Die Mischform bietet Vor- und Nachteile. Für das Kulturprogramm im Sommer fallen beispielsweise keine Gebühren für die Verwertungsgesellschaft Gema an. Grund: Die Veranstaltungen mit Segen und Gebet sind kirchlich, erklärte Peter. Es gebe aber auch Nachteile. So habe man bei der Suche nach einer Gebäudeversicherung dicke Bretter bohren müssen. Zunächst habe niemand eine Kapelle in Vereinshand versichern wollen. Am Ende habe man einen Vertrag abschließen können, den ein Versicherer aus dem kirchlichen Raum vermittelt habe.

Einen Nachteil hat sich der Verein womöglich beim Kauf der Glocke eingehandelt, denn der Verein nahm alles rund um die Kaufverhandlungen selbst in die Hand. Damit aber verzichtete man auf das Knowhow der Kirche. Dabei können die angebotenen Fähigkeiten beispielsweise so aussehen: Ein Glockensachverständiger betreut den Kauf der Glocke und prüft das selbsttönende Instrument bei der Auslieferung auf Herz und Nieren, schaut beispielsweise, ob der Ton stimmt. Sollte irgendetwas an der Glocke oder an der Läutemaschine nicht stimmen, kann der Sachverständige aufgrund seiner Kontakte auf kurzem Weg mit den Herstellern in Verhandlung treten. Bei den Kirchen ist dieses Vorgehen üblich. Dabei betreut der Sachverständige Friedrich Luncke für den Sprengel Hersfeld/Kassel allein rund 800 Kirchen. Aber wie dem auch sei: Sobald die Läutemaschine der Kapelle repariert ist, wird auch der Verein seine Glocke zum Klingen bringen können.

Von Lorenz Grugel

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