Seit 38 Jahren Ortsvorsteher

Klaus Döring lebt für seinen Ort Grebenau

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Seit 25 Jahren für Grebenau im Einsatz: Klaus Döring liebt sein Heimatdorf.   

Als Klaus Döring 1993 das längere Streichholz zog, hätte er sicherlich nicht gedacht, dass ihm dieses Holz zu einer 25-jährigen Karriere als Ortsvorsteher verhelfen würde.

 

Damals ging es um die Wahl des Ortsbeirats. Das Ergebnis: 99 Stimmen für die SPD, 99 Stimmen für die Gemeinschaftsliste. Mit Streichholzziehen wurde entschieden, wer den dritten von fünf Sitzen im Ortsbeirat bekommt. Döring zog das längere Holz und wurde mit 38 Jahren Ortsvorsteher von Grebenau. Für sein langjähriges Engagement wurde der 63-Jährige jetzt nicht nur mit einem Transparent und einer Feier in Grebenau belohnt, sondern auch in der jüngsten Gemeindevertretersitzung geehrt.

„Die Grebenauer wissen, dass sie sich auf ihn verlassen können. Was er verspricht, das hält er“, sagte Bürgermeister Edgar Slawik. 25 Jahre ohne auch nur eine Unterbrechung Ortsvorsteher zu sein, sei eine außergewöhnliche Leistung. „Er hat sich die Mehrheit erarbeitet und hat den Posten verdienterweise über so viele Jahre inne“, sagte Slawik.

Seit 1985 engagiert sich Döring in der Kommunalpolitik. Und sogar noch früher, nämlich als 16-Jähriger, sei er regelmäßig Gast in den Ortsbeiratssitzungen gewesen. „Damals ging es noch darum, ob Grebenau Guxhagen oder Körle zugeschlagen wird“, erzählt Döring. „Ich war damals für Körle“, gibt Döring lachend zu. Als er gerade den Posten des Ortsvorstehers innehatte, stand er bereits vor dem ersten großen Problem. Die größte Gastwirtschaft Grebenaus schloss – und damit auch das Heim der Schützen. Die kurzfristige Lösung: Ein Schweinestall sollte zur Schießbude umgebaut werden. „Sogar die HNA titelte damals damit, dass die Schützen in den Schweinestall sollen“, erinnert er sich. Doch soweit kam es dann doch nicht. Die Gemeinde entschied sich für den Umbau des Feuerwehrhauses, und die Schützen zogen dort ins erste Stockwerk.

Sich für seinen Geburtsort einzusetzen, ist für Döring seit jeher eine Selbstverständlichkeit. Selbst als er viereinhalb Jahre in Körle und später in Röhrenfurth wohnte, habe er jeden Abend auf dem Heimweg von der Arbeit in Kassel erst in Grebenau Halt gemacht. „Ich habe immer nachgeschaut, ob es was zu tun gibt.“ Anpacken und machen sei seine Devise, bestätigte auch Slawik in seiner Rede. „Und dabei immer für einen Kompromiss bereit.“

Eines war Döring schon immer wichtig: Dass es in Grebenau schön aussieht. Doch genau das war nicht der Fall, als sich vor einigen Jahren die Kommission für den Dorfwettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ angekündigt hatte. „Wir hatten damals überall Baustellen im Ort“, sagt Döring. Um zu verhindern, dass die Kommission nach Grebenau kam, nahm er kurzfristig einen Tag Urlaub und düste in Windeseile nach Kirchhof, wo sich die Kommission gerade befand. „Nach Grebenau brauchen Sie nicht kommen, habe ich denen gesagt“, erzählt Döring. „Die haben mich angeguckt, als ob ich nicht ganz normal bin.“

Ans Aufhören denkt Döring nicht. Als er 2017 einen Herzinfarkt erlitt, habe ihm der Kardiologe versichert, dass er mit den drei Bypässen nun 15 Jahre beschwerdefrei leben kann. „Dann gehen ja noch zwei Wahlperioden“, sagt er und lacht.  

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