Unter neuer Leitung

Klostergeschichte im Netz: Gedenkstätte Breitenau ist jetzt moderner und digital

Sie freut sich, dass die Gedenkstätte jetzt auch einen informativen Internetauftritt hat: Ann Katrin Düben leitet die Gedenkstätte Breitenau seit 2019.  
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Sie freut sich, dass die Gedenkstätte jetzt auch einen informativen Internetauftritt hat: Ann Katrin Düben leitet die Gedenkstätte Breitenau seit 2019.  

Als Ann Katrin Düben die Leitung der Gedenkstätte Breitenau vor gut eineinhalb Jahren von Dr. Gunnar Richter übernahm, wusste sie eines ganz sicher: Die Gedenkstätte muss moderner und digitaler werden. Und ihren Plan hat sie mit ihren Mitarbeitern innerhalb weniger Monate auch in die Tat umgesetzt. Die Gedenkstätte hat nun eine moderne, informative Webseite und Auftritte bei Facebook und Instagram.

Guxhagen – Dass die Digitalisierung in der Gedenkstätte so schnell umgesetzt werden konnte, liege maßgeblich daran, dass es Fördergeld vom Land gab. 112 000 Euro stehen für den Modernisierungsprozess bereit, erklärt Ann Katrin Düben. „Wenn wir das Geld nicht bekommen hätten, wären wir noch lange nicht so weit wie jetzt. Mich freut das sehr.“

Entwickelt wurde mithilfe von professionellen Gestaltern ein Corporate Design für die Gedenkstätte – also ein einheitliches, modernes Erscheinungsbild, das auch eine jüngere Zielgruppe ansprechen soll. Und es gehe nicht nur darum, Jugendliche zu erreichen, sondern insbesondere auch Menschen um die 30 Jahre, erläutert Düben.

Die Webseite liefert zahlreiche Informationen zur Gedenkstätte. Mit kurzen Texten wird die Geschichte des Klosters erzählt. Wie es zum Arbeitshaus, später zum Konzentrations- und zum Arbeitserziehungslager wurde. Auch Biografien von Inhaftierten sind zu finden. Und dahinter steckt jede Menge Arbeit, berichtet Düben. Denn Texte im Internet müssen kurz sein und mit wenigen Worten gut informieren. Und die Webseite brauche eine gute Struktur, um die Nutzer abzuholen. Neun Monate dauerte es etwa vom Start der Planungen bis zum ersten Tag, an dem die Webseite online ging. Fertig sei die Seite aber noch nicht. „Eine Internetseite ist ein dynamischer Prozess“, sagt Ann Katrin Düben. Es kämen immer neue Inhalte hinzu.

Auch bei Instagram findet man die Gedenkstätte jetzt. Farbe, Schrift, Struktur der Beiträge – alles sieht aus wie auf der Webseite selbst. Die Ansprüche der Instagram-Nutzer seien aber noch einmal andere als die der Webseiten-Nutzer, weiß Düben. „In erster Linie zählt dort der visuelle Reiz.“ Ein Konzept für Social-Media-Auftritte zu entwickeln, sei sehr komplex. Man müsse sich genau im Klaren darüber sein, wen man mit welchen Inhalten erreichen will.

Auf dem einheitlichen Kurs, den die Gedenkstätte nun auf allen Kanälen fährt, soll überall im Mittelpunkt stehen, dass es sich beim Kloster Breitenau mit seiner teils schaurigen Geschichte um einen widersprüchlichen und schrägen Ort handelt. Die Menschen sollen lernen, der Idylle dieses Ortes zu misstrauen, sagt Düben.

Auch die Bildungsarbeit vor Ort wird multimedial. Installiert werden unter anderem zwei Medienstationen, Touchscreens, die auf Fingerdruck schnell Informationen liefern, erklärt Ann Katrin Düben. Wenn dann beispielsweise eine Schülergruppe zu Gast in der Gedenkstätte ist, können sie Informationen digital abrufen, anstatt in Unterlagen zu blättern.

Hinter der ganzen Modernisierung stecke eine Menge Technik, die erst einmal geschaffen werden musste, sagt Düben. Da die Gedenkstätte bis vor kurzem nahezu völlig auf digitale Medien verzichtete, sei die entsprechende Vernetzung gar nicht vorhanden gewesen.

Auch beim Thema Datensicherheit habe man von null starten müssen. „Aber ich bin so froh, dass wir jetzt so weit sind“, sagt Düben – die damit innerhalb weniger Monate der Gedenkstätte Breitenau einen völlig neuen Stempel verpasst hat. (Carolin Hartung)

gedenkstaette-breitenau.de

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