Entscheidung nach jahrelanger Diskussion

Kunstrasen für Guxhagen: Sportgelände wird umgebaut

Sie freuen sich über die Nachricht, dass der B-Platz in Guxhagen ein Kunstrasenplatz wird: von links vom Tuspo Guxhagen Tim und Dirk Pallas sowie Daniel und Theo Koch.
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Sie freuen sich über die Nachricht, dass der B-Platz in Guxhagen ein Kunstrasenplatz wird: von links vom Tuspo Guxhagen Tim und Dirk Pallas sowie Daniel und Theo Koch.

Die Fußballer des Turn- und Sportvereins (Tuspo) sowie des Fußballclubs (FSC) Guxhagen können sich freuen: Der Trainingsplatz an der Schönen Aussicht wird zu einem Kunstrasenplatz umgebaut – möglicherweise bereits im kommenden Jahr.

Guxhagen - Der Platz nebenan wird zwar nicht saniert, bekommt aber eine Bewässerungsanlage. Das haben die Gemeindevertreter in ihrer Sitzung am Mittwoch beschlossen.. Mehr als 600 000 Euro kostet die Umgestaltung der Sportflächen. Zuschüsse von maximal 160 000 Euro gibt es vom Land und vom Schwalm-Eder-Kreis. 250 000 Euro stehen aus einem angesparten Darlehen bereits für die Sanierung bereit.

Mit dieser Entscheidung ginge eine lange Diskussion zu Ende, wie mit dem Sportgelände verfahren werden solle, sagte Oliver Brandenstein für die SPD-Fraktion. Vor acht Jahren habe die Fraktion bereits den Antrag zum Umbau eingebracht. „Wir werden mit dieser Lösung ein erheblich attraktiveres Sportgelände haben. Und der Schulstandort wird ebenfalls profitieren“, sagte Brandenstein. Denn die Grundschule und die Integrierte Gesamtschule Guxhagen befinden sich gegenüber des Sportgeländes.

Bedenken äußerte lediglich die Grünen-Fraktion, die aufgrund der Ökobilanz eine Sanierung mit Naturrasen für die bessere Lösung hält. Über den Änderungsantrag der Fraktion wurde allerdings nicht abgestimmt.

Die Kunstrasenplätze heutzutage seien allerdings nicht mehr mit denen zu vergleichen wie sie vor Jahren mal waren, sagte Sportkreisvorsitzender Ulrich Manthei (GL). Umweltbedenken seien deshalb fehl am Platz. Auch könne man die Plätze heutzutage deutlich länger nutzen, 18 bis 20 Jahre, schätzt Manthei.

Bedenken äußerte allerdings auch Bürgermeister Edgar Slawik. Bei einer solchen Investition müsse auch sichergestellt sein, dass der Platz umfassend genutzt wird. Er sieht ein Risiko in den Spielgemeinschaften. „Die Frage ist immer, wie lange hält so ein Konstrukt. Nicht, dass wir am Ende einen Ferrari in der Garage stehen haben, aber kein Benzin, um ihn zu fahren.“

Freude bei den Fußballern

Darauf warten wir seit 30 Jahren“, sagt Uwe Herkt, Vorsitzender der Fußball-Abteilung des Turn- und Sportvereins (Tuspo) Guxhagen. Seit Jahren hätten sowohl der Tuspo als auch der FSC dafür gekämpft, dass der Trainingsplatz an der Schönen Aussicht endlich auf Vordermann gebracht wird. Und Kunstrasen sei immer die Wunschlösung gewesen. Denn auf einem Kunstrasenplatz lasse sich das ganze Jahr über trainieren, sagt Herkt. „Und wir brauchen einen Platz, auf dem wir bei jeder Wetterlage trainieren können.“

Der Trainingsplatz, auch B-Platz genannt, sei im Sommer eine Betonplatte und im Winter ein Kraut-und-Rüben-Acker. „Das sind doch keine vernünftigen Trainingsbedingungen“, sagt Herkt und ärgert sich auch über die Gemeinde. Denn über Rasenmähen und gelegentliches Düngen sei die Pflege seitens der Gemeinde nie hinausgegangen. „In den Sommermonaten bricht man sich die Füße auf dem Platz und im Winter kann man gar nicht drauf.“

Die Pflege eines Kunstrasenplatzes – etwa sechs Wochen beträgt die Bauzeit – sei hingegen deutlich anspruchsloser als die eines Naturrasenplatzes, weiß Herkt, der beruflich für die Sportplatzanlagen in Baunatal zuständig ist. So sei beispielsweise nur einmal im Jahr eine Reinigung notwendig.“ Und wenn man jetzt direkt wieder anfange, auf ein Ansparkonto einzuzahlen, dann habe man in 15 Jahren auch wieder das Geld parat, um den Belag auszutauschen, sagt Herkt.

Dass Bürgermeister Edgar Slawik in der Sitzung der Gemeindevertreter anzweifelte, ob der Platz denn auch genug genutzt werden wird, ärgert Herkt. Etwa 200 Fußballer spielen alleine beim Tuspo. Nach der Auflösung der Jugendspielgemeinschaft (SG) mit Körle taten sich die Guxhagener mit den Edermündern zu einer SG zusammen. Ebenfalls gehört die SG Dennhausen/Dörnhagen dazu. Herkt ist sich sicher, dass der Kunstrasenplatz jeden Abend belegt sein wird.

Und vormittags hätten sicherlich auch die Schulen Interesse, den Platz für den Sportunterricht zu nutzen. Wenn der Platz in der Schlechtwetterzeit mal frei sei, könne man auch darüber nachdenken, Vereine aus benachbarten Gemeinden dort spielen zu lassen. Er wisse beispielsweise von der Stadt Spangenberg, dass der Kunstrasenplatz dort auch an auswärtige Vereine vermietet wird. „Der Platz wird definitiv ausgelastet sein. Daran habe ich gar keinen Zweifel.“

Für die Vereine sei eine gute Ausstattung heutzutage wichtiger denn je, sagt Uwe Herkt. Denn junge Leute zu gewinnen und zu halten, sei schwer. Weise man allerdings top Trainingsbedingungen auf, und diese böte ein Kunstrasenplatz, habe man beste Chancen, langfristig Nachwuchs zu binden.

„Wir freuen uns auf jeden Fall sehr“, sagt Herkt. „Toll, dass die Gemeindevertretung endlich Grünes Licht gegeben hat.“

Von Carolin Hartung

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