Wetterdienst gibt Entwarnung

Lokale Unwetter immer häufiger: Guxhagen und Wollrode überschwemmt

In Wollrode konnte der Kanal die Wassermassen nicht mehr aufnehmen. Viele Keller an der Bachstraße liefen voll – mal wieder.
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In Wollrode konnte der Kanal die Wassermassen nicht mehr aufnehmen. Viele Keller an der Bachstraße liefen voll – mal wieder.

Wassermassen überspülten am Dienstagabend ganze Straßenzüge in Guxhagen und Wollrode. Diese punktuellen Starkregenfälle nehmen nicht nur gefühlt zu, sondern ereignen sich tatsächlich immer häufiger, bestätigt Andreas Friedrich, Pressesprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Aber er gibt Entwarnung für die kommenden Tage.

Guxhagen - 50 bis 60 Liter pro Quadratmeter pro Stunde, so schätzt Guxhagens Gemeindebrandinspektor Markus Brandenstein, sind am Abend bei einem Gewitterschauer stellenweise heruntergekommen. Das Kuriose: In Nachbarorten wie beispielsweise Ellenberg regnete es zwar auch, aber glich es dort doch eher einem sanften Sommerregen.

Besonders arg habe das Unwetter im Wohngebiet Hundsforth zugeschlagen, berichtet Brandenstein. „Dort haben wir so etwas selten.“ Auch direkt im Ortskern überfluteten die Wassermassen zahlreiche Keller. Fast 70 Einsatzkräfte der Feuerwehr waren in Guxhagen unterwegs – 32 Unwettereinsätze verzeichneten sie. Auch die Bachstraße in Wollrode erwischte es wieder. Von der Söhre habe es so viel Wasser in den Ort gespült, dass es der Kanal es einfach nicht mehr aufnehmen konnte, sagt Brandenstein. Auch wer am Mittwoch von Guxhagen in Richtung Baunatal fahren wollte, erlebte die Auswirkungen des Unwetters. Die Grifter Ortsdurchfahrt musste wegen Überflutung gesperrt werden. Den Spangenberger Stadtteil Bischofferode traf es hingegen schon am Montagabend. Ein Hagelschauer hinterließ dicke Eisklumpen, die stellenweise für einen winterlich weißen Anblick sorgten.

Glück hatte hingegen Melsungen die vergangenen Tage, berichtet der stellvertretende Stadtbrandinspektor Patrick Schwarz. Bis auf den Blitzeinschlag in Morschen habe die Feuerwehr zu keinen unwetterbedingten Einsätzen diese Woche ausrücken müssen. „Der Kelch ist an uns vorbeigegangen.“

Laut DWD lassen sich diese punktuellen Unwetter nur sehr schwer vorhersagen. Und wenn, dann auch nur etwa eine Stunde vorher, sagt Friedrich. Man könne zwar morgens bereits absehen, dass sich aufgrund der Wetterlage Unwetter bilden können, aber in welchen Orten welche Niederschlagsmengen erreicht werden, könne man nicht prognostizieren. Er vergleicht die Bildung der Gewitterzellen mit einem mit Wasser gefülltem Kochtopf mit Deckel. Irgendwann treten an einer Stelle die ersten Bläschen auf und platzen. Wo genau, sehe man aber erst, wenn es losgeht. Dass ein Ort regelrecht im Regen absäuft, während es im Nachbarort trocken bleibt, sei ein typisches Phänomen der Sommergewitter. „Und die gab es schon immer.“ Jedoch: Untersuchungen der vergangenen 20 Jahre hätten auch gezeigt, dass Regenfälle, bei denen mehr als 25 oder 40 Liter Regen pro Quadratmeter pro Stunde herunterkommt, heutzutage häufiger vorkommen. „Das könnte auch mit dem Klimawandel zusammenhängen“, sagt Friedrich. Denn eine wärmere Atmosphäre speichert mehr Energie. Die entlädt sich dann in Form von Gewittern. Für die kommenden Tage gibt der Wetter-Experte Entwarnung. Es bleibt erst einmal bis Samstag bei Höchsttemperaturen von maximal 20 Grad und einem geringen Unwetterrisiko. (Carolin Hartung)

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