Hessen Mobil nicht mehr zuständig

Wegen neuer Autobahn GmbH: Bürgerinitiative befürchtet, dass Forderungen nach Lärmschutz untergehen

Insbesondere an den Wochenenden sind die Autobahnen, wie hier die Autobahn 7 zwischen Dörnhagen und Guxhagen Anfang Januar, sehr leer. Die Anwohner freuen sich über den geringeren Lärm.
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Insbesondere an den Wochenenden sind die Autobahnen, wie hier die Autobahn 7 zwischen Dörnhagen und Guxhagen Anfang Januar, sehr leer. Die Anwohner freuen sich über den geringeren Lärm.

Die Coronakrise hat für die Anwohner an Autobahnen auch einen positiven Effekt. Durch das geringere Verkehrsaufkommen ist auch die Geräuschkulisse derzeit etwas erträglicher. „Aber wir sind uns sicher, dass es nach Corona genau so laut weitergeht, wie vorher“, sagt Dieter Fischer, Sprecher der Bürgerinitiative Lärmstopp A 7 aus Guxhagen. Jedoch hat die BI seit Anfang des Jahres noch ein ganz anderes Problem.

Guxhagen - Zum Jahreswechsel hat der Bund von den Ländern den Bau und die Unterhaltung der Autobahnen übernommen. Für die Fernverkehrsstraßen im Schwalm-Eder-Kreis ist damit nicht mehr die landeseigene Straßenbauverwaltung Hessen Mobil zuständig, sondern die Niederlassung Nordwest in Hannover der im Jahr 2018 gegründeten Autobahn GmbH des Bundes. Eine Außenstelle gibt es unter anderem in Kassel.

„Für uns ist das ein Problem, weil wir seitdem gar nicht wissen, an wen wir uns mit unseren Anliegen wenden können“, sagt Dieter Fischer. Um etwas für den Lärmschutz zu erreichen, müsse man den Politikern und den zuständigen Behörden immer wieder auf die Füße treten, „aber zurzeit fühlen wir uns mit unseren Forderungen alleine gelassen“. Fischer befürchtet, dass all die Aufmerksamkeit und die Erfolge, die die BI in den vergangenen Jahren verbucht hat, sich nun im Sande verlaufen könnte – insbesondere jetzt, wo wegen der Coronapandemie ohnehin alles stillsteht.

„Wir wollen ohne den Krach bei offenem Fenster schlafen und uns bei schönem Wetter im Freien aufhalten. Hinter Lärmschutzfenstern zu sitzen, um dem krankmachenden Dauerlärm zu entgehen, ist menschenunwürdig“, sagt Dieter Fischer. Die Bürgerinitiative müsse sich allerdings keine Sorgen machen, dass mit Änderung der Zuständigkeiten die Forderung nach Lärmschutz weniger Beachtung findet. Das sagt Reinhard Banse, Sprecher der Autobahn GmbH, auf HNA-Anfrage. Inhaltlich ändere sich gar nichts und Anfragen der Bürgerinitiativen würden nach wie vor bearbeitet. Planungen für Lärmschutz – beispielsweise für den an der Hundsforth – würden von denselben Planern weitergeführt. Alles rund um den Lärmschutz laufe bei Bernhard Klöpfel, Direktor der Außenstelle Kassel, und seinem Stab zusammen, sagt Banse. Dort seien auch bereits Anfragen anderer Bürgerinitiativen eingegangen. Hauptsitz der neuen Bundesautobahngesellschaft ist Berlin.

Dem untergeordnet sind insgesamt zehn Niederlassungen in Deutschland. Die für den Schwalm-Eder-Kreis zuständige Niederlassung Nordwest betreut mit ihren sieben Außenstellen 1550 Autobahnkilometer. (Carolin Hartung)

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