3000 Pakete in 21 Bezirken

Corona und Weihnachten sorgen für Ausnahmezustand: So hart arbeiten DHL-Zusteller

Die Arbeit macht ihm Spaß: Teamleiter Manuel Delheas
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Spaß bei der Arbeit: Teamleiter Manuel Delheas mag seinen Job bei der DHL

Während der Corona-Pandemie haben DHL-Zusteller alle Hände voll zu tun. Wir haben einen Zusteller begleitet.

Guxhagen - Es gibt viele Verlierer der Corona-Pandemie, die Paket- und Briefzusteller der Deutschen Post DHL gehören sicher nicht dazu. Die Flut an Paketen und Päckchen hat gewaltig zugenommen. Es könnten an die 40 Prozent mehr sein als vor der Virus-Krise, schätzt Manuel Delheas. Er ist Teamleiter bei DHL in Guxhagen.

Seine Mitarbeiter müssen gerade in den letzten Tagen vor Weihnachten so richtig ran. Die Post hat zusätzliches Personal eingestellt. Am Dienstagvormittag ist Delheas mit seinem knallgelben VW-Caddy auf der Hühnefelder Straße in Edermünde-Grifte unterwegs. Viele schmucke Einfamilienhäuser, Carports, gepflegte Vorgärten. Den Großteil seiner 60 Pakete hat der 38-Jährige schon ausgeliefert.

Vor dem Beifahrersitz warten in zwei gelben Kisten jede Menge Briefe darauf, eingeworfen zu werden. Delheas klingelt an einer Haustür, wartet. Eine ältere Frau im Laufdress – offenbar gerade von der Joggingrunde zurück – öffnet, nimmt dankend ein flaches Päckchen entgegen. Ein Foto für die Zeitung? Die Frau winkt ab. „Keine Zeit, unsere Heizung ist gerade ausgefallen“, sagt sie und verabschiedet sich freundlich.

DHL während Corona: Die Tür wird den Boten nur noch selten geöffnet

Es kommt in Zeiten der Pandemie nicht so häufig vor, dass sich eine Tür öffnet, wenn Delheas klingelt. Viele DHL-Kunden bestimmten schon bei der Absendung ihres Pakets, dass dieses an einem Ort auf dem Grundstück abgelegt werden soll, beispielsweise an der Garage oder vor der Haustür.

Delheas sieht das auf seinem Scanner, seinem wohl wichtigsten Arbeitsmittel. „Manche öffnen auch nur ihr Fenster oder melden sich über die Gegensprechanlage, um mir Bescheid zu sagen, wo ich ihr Paket hinlegen soll“, berichtet der Paketzusteller.

Wenn kein Ablageort bestimmt ist, versucht er es bei einem Nachbar oder kommt ein zweites Mal. „Das mache ich bei Leuten, von denen ich weiß, dass es für sie beschwerlich ist, ihr Paket an einer Packstation abzuholen“, sagt Manuel Delheas.

DHL vor Weihnachten: Jeden Tag müssen 3000 Pakete plus Briefpost verteilt werden

Etwa 3000 Pakete, dazu noch jede Menge Briefpost, müssen Delheas und seine Kollegen momentan täglich in den 21 Bezirken des Stützpunkts zustellen, die von Körle bis Holzhausen und Gudensberg reichen. „Das schwankt, man weiß nie genau, was am nächsten Tag kommt“, sagt er.

Dennoch kommt bei ihm auch in dieser Hochphase der Vorweihnachtszeit keine Hektik auf. Das Personal sei von 24 auf 40 Zusteller aufgestockt worden, berichtet der Installateur, der seit 2009 für DHL arbeitet. Schließlich müssen Pakete und Briefe nicht nur zugestellt, sondern für die einzelnen Touren vorsortiert werden.

Wenn die Paketflut überhandnimmt, treten die „Weihnachtsmänner“ auf den Plan. So nennt Delheas, die vier Mitarbeiter, die zur Stelle sind, um dort zu helfen, wo es „brennt“. Ziel sei, dass kein Zusteller mehr als 100 Pakete ausliefern muss, darunter auch mal so sperrige Teile wie ein Großbildfernseher.

Entlastung für DHL: Packstation ist eine große Hilfe für die Zusteller

Spürbare Entlastung bringe auch die neue Packstation beim Lidl-Discounter im Edermünder Gewerbegebiet, wo man Pakete aufgeben und abholen kann. Der Teamleiter ist froh, dass er bisher noch keinen Corona bedingten Ausfall zu beklagen hatte. „Wir halten die Abstands- und Hygienevorschriften genau ein.“

Die Paketempfänger müssen wegen der Ansteckungsgefahr nicht mehr auf dem Scanner der Postler unterschreiben. Vorsorglich habe man das Team in zwei Schichten eingeteilt. Die erste beginnt um 6.15 Uhr. „Die meisten Leute haben Verständnis, wenn ein Paket deswegen einmal erst um 17 Uhr kommt“, erklärt Delheas. (Peter Dilling)

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