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Sanierung vom Bahnhof Guxhagen nach drei Jahren abgeschlossen

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Von: Fabian Becker

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Präsentieren die erneuerte alte Bahnhofsuhr: Günter Döring vom Digital-Archiv mit Edgar Slawik, ehemaliger Bürgermeister, der die Uhr aus einem Bauschuttcontainer gezogen hat.
Präsentieren die erneuerte alte Bahnhofsuhr: Günter Döring vom Digital-Archiv mit Edgar Slawik, ehemaliger Bürgermeister, der die Uhr aus einem Bauschuttcontainer gezogen hat. © Fabian becker

Die Guxhagener Bahnhofssanierung ist abgeschlossen. Bei der Eröffnung gab es für den früheren Guxhagener Bürgermeister Edgar Slawik eine Überraschung.

Guxhagen – Der Guxhagener Bahnhof ist fertig. Vor mehr als drei Jahren begannen die Bauarbeiten. Zuletzt verzögerte die Pandemie die Eröffnung des Bahnhofsgebäudes. Am Freitag, 21. Oktober 2022 war es endlich so weit: „Der sanierte Bahnhof entspricht einem modernen Standort“, sagt Bürgermeisterin Susanne Schneider.

„Der Bahnhof ist attraktiv für Fahrgäste und die Gemeinde“, sagt Schneider. Dort sind nun eine Bäckerei mit Café, ein Warteraum, Büros und Flächen für Dienstleister zu finden. Die Kosten für den Umbau des Bahnhofsgebäudes samt Parkplatz liegen bei bisher rund 2,1 Millionen Euro. Der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV) übernahm die darin enthaltenen Planungskosten in Höhe von rund 193 000 Euro. Hessen Mobil unterstützt die Sanierung mit Zuschüssen in Höhe von 907 000 Euro.

„Das Bahnhofsgebäude in Guxhagen ist ein gutes Beispiel für die Vernetzung verschiedener Mobilitätsarten“, sagt NVV-Geschäftsführer Steffen Müller. Nahverkehr habe dort genauso Platz wie Autos und Fahrräder. Zudem sei die Errichtung einer Ladesäule vorgesehen und es gebe Verbindungen über Busse und Anruf-Sammeltaxis (AST).

Guxhagen: Umbau der Bahnsteige für 2025 geplant

„In der Kombination aller Mobilitätsformen liegt die Zukunft für den ländlichen Raum“, sagt Müller. Täglich stiegen am Bahnhof in Guxhagen 1100 Fahrgäste ein und aus. Er werde mindestens vier Mal in der Stunde mit der Regionalzuglinie RB5 (Cantus) und der Regiotram-Linie RT5. Dazu kämen die Buslinien 56 Dörnhagen-Guxhagen-Edermünde-Baunatal, die Linie 436 Edermünde-Guxhagen und 446 Edermünde-Guxhgen sowie die AST-Linie 448 für Verbindungen in Guxhagen. Umso wichtiger sei es, dass in absehbarer Zeit auch die Bahnsteige verbessert würden.

Die Planung für den Umbau der Bahnsteige soll voraussichtlich 2025 beginnen. Er soll barrierefrei werden. „Das nutzt allen in der Gemeinde“, sagt Schneider.

Die Guxhagner werden bis dahin noch einmal „die Zähne zusammenbeißen müssen“, sagt Müller. 2023 werde die ICE-Strecke bei Guxhagen komplett saniert. „Ein halbes Jahr lang werden die ICEs durch den Bahnhof Guxhagen fahren.“ Das werde wohl auch Verzögerungen zur Folge haben.

Guxhagen: Alte Bahnhofsuhr taucht wieder auf

Eine Überraschung hat es bei der Eröffnung des sanierten Bahnhofs in Guxhagen gegeben. Der ehemalige Guxhagener Bürgermeister Edgar Slawik hatte die alte Bahnhofsuhr 2017 in einem Bauschuttcontainer des Bauhofs entdeckt und aus den Trümmern gezogen. Bei der Amtsübergabe 2021 hatte er die Uhr an seine Nachfolgerin Susanne Schneider übergeben. „Bis dahin lag sie bei mir zu Hause im Schrank“, sagt er. Schneider ließ die Uhr nun wieder herrichten und präsentierte sie bei der Eröffnung. Sie soll künftig das Bahnhofsgebäude zieren.

„Wir Guxhagener können froh sein, dass wir mit dem Bahnhof und der Autobahn eine so gute Verkehrsanbindung haben“, sagt Landrat Winfried Becker, der von 1989 bis 2003 Bürgermeister von Guxhagen war. Zudem gebe es ein darauf abgestimmtes Busangebot. „Das alles wird in Zukunft für die Verkehrswende wichtig sein“, sagt er. „Das ist ein riesen Standortvorteil für Guxhagen.“

Guxhagens Bürgermeisterin Susanne Schneider berichtet von den Diskussionen, die es um die Sanierung des Bahnhofsgebäudes gegeben habe – damals noch unter ihrem Vorgänger Slawik. „Die Entscheidung fiel letztlich im Dezember 2017“, sagt sie. 16 Gemeindevertreter hätten damals mit Ja gestimmt, 12 mit Nein. „Das war denkbar knapp, aber mittlerweile wird der Bahnhof von allen akzeptiert.“

Guxhagen: Bahnhof steht dort seit 1849

Das Gebäude sei 1849 entstanden und danach immer wieder verändert und erweitert worden, sagt Günter Döring vom Digitalarchiv Guxhagen. „In den Jahren 1908 und 1909 wurde das Gebäude vergrößert“, berichtet er. Die Straße nach Dörnhagen habe noch neben dem Bahnhof über die Bahnschienen geführt und sei mit einer Schranke gesichert gewesen. „Wegen der Vergrößerung wurde die Straße zum Schwarzen Bach verlegt und mit einer Brücke unter der Bahn hindurchgeführt.“

Außer den Einrichtungen der Bahn wie dem Fahrkartenverkauf und der Auskunft habe sich in dem Gebäude noch ein Stellwerk befunden, um Signale und Weichen auf der Strecke zu steuern. „Seit 2005 gab es dort keine Bahnhofsmitarbeiter mehr“, sagt Döring. Danach sei das Gebäude nach und nach verfallen. (Fabian Becker)

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