Reaktoren für den Weltmarkt

Sartorius in Guxhagen plant Anbau in den nächsten Jahren

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Bioreaktor: Sartorius-Mitarbeiter Mirko Sürig prüft die Anlagen in Guxhagen, bevor sie zum Kunden geliefert werden.

Von Guxhagen aus liefert der Biotech-Konzern Reaktoren bis nach China und Nordamerika. Im vergangenen Jahr erzielte das Unternehmen einen Umsatzrekord.

An der Robert-Bosch-Straße in Guxhagen werden täglich riesige Anlagen für den Weltmarkt produziert. Ansässig ist dort Sartorius Stedim Systems, ein Biotech-Unternehmen, das zum Göttinger Sartorius-Konzern gehört. „2018 war das erfolgreichste Jahr in der Sartorius-Geschichte“, sagt Dr. Thorsten Peuker, Geschäftsführer von Sartorius Stedim Systems in Guxhagen.

1,6 Milliarden Euro setzte der Konzern um (1,4 Mrd. in 2017). 1,14 Milliarden Euro entfallen auf die Sparte Bioprocess Solutions, zu der auch Guxhagen gehört. „Deutlich über zehn Prozent davon wurden in Guxhagen umgesetzt“, sagt Peuker. 399 Mitarbeiter, zu denen auch 30 Auszubildende und Dual-Studierende gehören, sind in der Fuldagemeinde beschäftigt. Konzernweit sind es über 8125 Mitarbeiter.

Produziert werden in Guxhagen Geräte und Anlagen zur Herstellung biopharmazeutischer Wirkstoffe. Besonders erfolgreich sei im vergangenen Jahr das Geschäft mit den Einweg-Bioreaktoren gelaufen, so Peuker. Eine dreistellige Anzahl der Geräte, mit denen beispielsweise Impfstoffe und Antikrebsmittel hergestellt werden, seien 2018 verkauft worden. „Einweg“-Bioreaktor heißen die Anlagen, weil in dem Bioreaktor Kunststoffbeutel verwendet werden, die nur einmal benutzt werden. Bis zu 2000 Liter Arbeitsvolumen fassen diese Anlagen. Das heißt, 2000 Liter einer wässrigen Lösung, die beispielsweise mit Zellen, Algen oder Bakterien angereichert wird, können mit dem Reaktor zu einem Wirkstoff verarbeitet werden, erklärt Produktionsleiter Heiko Feustel. Wie viel Wirkstoff am Ende dabei herauskommt, und wie lange der Prozess dauert, ist je nach Wirkstoff verschieden, so Feustel.

Die meisten der Reaktoren seien im vergangenen Jahr von Guxhagen nach Nordamerika und China ausgeliefert worden, sagt Peuker.

Der Geschäftsführer rechnet damit, dass der Standort in Guxhagen in den kommenden ein, zwei Jahren erweitert werden muss. „Wir werden irgendwann an unsere Grenzen geraten.“ Konzepte für einen Anbau lägen vor, aber derzeit versuche man, die Erweiterung hinauszuzögern. So könne man bei großer Auftragsdichte bestimmte Anlagen auch an anderen Standorten bauen, beispielsweise am Standort in Indien.

„Bevor wir den großen Schritt der Erweiterung gehen, versuchen wir natürlich alle Mittel auszuschöpfen.“ Vor fünf Jahren hatte Sartorius eine Halle auf der gegenüberliegenden Seite der B 83 angemietet. Während diese anfangs nur als Lagerhalle genutzt wurde, wird sie mittlerweile für die Produktion voll mitgenutzt, sagt Feustel.

Der Sartorius-Konzern erzielte 2018 einen Gewinn von 405 Millionen Euro (Gewinnmarge 25,9 Prozent).

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