100 zusätzliche Arbeitsplätze

Sartorius erweitert Standort in Guxhagen

So soll Sartorius in Guxhagen im Laufe des Jahres 2023 aussehen.
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So soll Sartorius in Guxhagen im Laufe des Jahres 2023 aussehen.

Sartorius in Guxhagen wird wachsen – und zwar beträchtlich. In gut zwei Jahren soll der Standort mehr als doppelt so groß sein. Die Bauarbeiten für die Erweiterung sollen Anfang des kommenden Jahres starten. 100 zusätzliche Arbeitsplätze wird das Biotech-Unternehmen in Guxhagen schaffen. Derzeit sind knapp 500 Menschen bei Sartorius Stedim Systems in Guxhagen beschäftigt.

Guxhagen - Die derzeitige Geschossfläche von 10 000 Quadratmeter soll 2023 mehr als 22 000 Quadratmeter betragen, sagt Standortleiter Volker Otto. Investor und Bauherr des voraussichtlich 30 Millionen Euro schweren Bauvorhabens ist die Robos GmbH. Dahinter steckt Kördel Vermietungen. Kördel ist auch Vermieter für das derzeit genutzte Grundstück und Gebäude des Biotech-Unternehmens an der Robert-Bosch-Straße.

Die Geschäfte bei Sartorius entwickelten sich durchgängig positiv, berichtet Dr. Thorsten Peuker, der Geschäftsführer der Sartorius Stedim Systems. Die Coronapandemie habe dem Unternehmen zwar ein unerwartetes Umsatzplus gebracht, jedoch sei der Bedarf an Geräten zur Herstellung von Biopharmazeutika auch vorher schon sehr groß gewesen, und der Markt wachse stetig.

Bis 2025 hat sich der Sartorius-Konzern, der seinen Sitz in Göttingen hat, ein Umsatzziel von vier Milliarden Euro vorgenommen. Das Ziel von zwei Milliarden Euro für dieses Jahr sei sicher.

Freuen sich, dass die Bauarbeiten für die Sartorius-Erweiterung im kommenden Jahr starten werden: von links Dr. Thorsten Peuker, Geschäftsführer Sartorius Stedim Systems, Standortleiter Guxhagen Volker Otto und Kördel-Geschäftsführer Karl Kördel vor dem Sartorius-Gebäude in Guxhagen.

Am Standort in Guxhagen werden Bioreaktoren zur Herstellung von biopharmazeutischen Medikamenten gebaut. Im kommenden Jahr werden unter anderem eine neue Produktionshalle und ein Logistikhof errichtet. Entstehen wird außerdem ein Kunden-Interaktionszentrum. Geräte-Tests mit den Kunden können dann stattfinden, ohne dass dafür ein Teil der Produktion für mehrere Tage stillstehen müsse, sagt Peuker.

Weil Sartorius der Platz schon seit einiger Zeit nicht mehr genügte, wurden bereits Teile der Produktion in nahegelegene Hallen ausgelagert. Beispielsweise wurden zwei Lkw-Hallen von Kühlborn Fahrzeuge renoviert und von Sartorius genutzt.

Die Sartorius-Mitarbeiter in Guxhagen können sich freuen. Denn mit der Erweiterung des Standortes um mehr als das Doppelte erwartet sie auch eine neue Arbeitsumgebung. Geschaffen werden etwa 70 neue helle Büroarbeitsplätze mit modernem Konzept. „Einzelbüros wollen wir vermeiden“, sagt Dr. Thorsten Peuker, Geschäftsführer der Sartorius Stedim Systems. Im Fokus stehe Teamarbeit. Die Sartorius-Standorte – 60 in 30 Ländern – sollen alle dieselbe Handschrift tragen, sagt Peuker. Um dies zu realisieren, hat der in Göttingen ansässige Konzern eine eigene Bauabteilung. Daher werde auch die Erweiterung in Guxhagen von einem Architekturbüro in Hannover übernommen und nicht von einem ortsansässigen.

In Guxhagen werden Reaktoren zur Herstellung von Biopharmazeutika produziert. Schon kurz nachdem sich Sartorius vor acht Jahren in Guxhagen angesiedelt hatte, sei klar gewesen, dass eine Erweiterung in absehbarer Zeit nötig werden würde, sagt Peuker, denn der Markt wächst. Teile der Produktion waren in Zusammenarbeit mit Karl Kördel, Geschäftsführer des Guxhagener Logistikunternehmens, in benachbarte Hallen ausgelagert worden. Die gehörten unter anderem zum Autohaus Kühlborn, das 2017 den Betrieb einstellte. Robos, das Vermietungsunternehmen von Kördel, vermietet Grundstück und Gebäude an Sartorius, ist also auch Bauherr des Erweiterungsbaus. „Die Zusammenarbeit läuft seit Beginn an sehr partnerschaftlich“, lobt Peuker. Alles, was in den vergangenen Jahren ausgelagert worden sei, solle nach der Erweiterung wieder „zurückgeholt werden“, sagt Peuker. Durch die Bauarbeiten, die 2023 abgeschlossen sein sollen, werde die Produktion nicht beeinflusst. Alles laufe weiter wie bisher.

Mit der Erweiterung erwartet nicht nur die Mitarbeiter ein neues Umfeld, sondern auch die Sartorius-Kunden. Gebaut wird ein 1500 Quadratmeter großes Kunden-Test-Center. Denn nach Guxhagen kommen zwei bis dreimal pro Woche Kunden aus aller Welt (vor der Coronapandemie), um die Geräte zu testen. Biontech und Pfizer, deren Corona-Impfstoff kurz vor der Zulassung steht, sind übrigens auch Sartorius-Kunden, sagt Peuker. Außerdem werden die Produktionsflächen erweitert – um mehr als 800 Quadratmeter in Richtung Osten. Personenverkehr und Logistik laufen nach der Erweiterung komplett getrennt voneinander ab, sagt Betriebsleiter Volker Otto.

Karl Kördel ist zuversichtlich, dass der Zeitplan trotz Coronapandemie eingehalten werden kann. Eine Herausforderung wird der Bau auf dem hanglagigen Gelände allerdings, denn wie Karl Kördel sagt, müssen erst einmal „7000 Kubikmeter Erde raus“. (Carolin Hartung)

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