Heizung wegen Explosionsgefahr abgestellt 

Streit um neue Heizung: Klosterkirche in Guxhagen bleibt kalt 

Die Klosterkirche in Guxhagen ist seit einem Jahr ohne Heizung. Fotos: Carolin hartung

Guxhagen – In der Klosterkirche in Guxhagen weht ein kühles Lüftchen. Und zwar seit fast einem Jahr.

Im Dezember 2018 musste die defekte Heizung wegen Explosionsgefahr abgestellt werden. Eine neue ist noch immer nicht in Sicht. Das Problem: Keiner will die neue Heizung bezahlen.

Eigentümer des sakralen Gebäudes ist Vitos Kurhessen. Aber: „Wir sind nicht zuständig für die Instandhaltung der Kirchen und Gedenkstätten“, sagt Vitos-Sprecherin Andrea André auf HNA-Anfrage. Aber wer dann? Denn auch die Kirchengemeinde und der Landeswohlfahrtsverband (LWV) wollen laut eigener Aussage nicht zuständig sein. Der LWV teilt mit, dass laut dem Nutzungsvertrag von 1983 die Kirchengemeinde für die neue Heizung aufkommen muss. „Allerdings müssen auch die Zuleitungen erneuert werden“, sagt Rose-Marie von Krauss, Sprecherin beim LWV.

An diesen Kosten würde sich der LWV beteiligen, heißt es. Wie hoch die Kosten für die neue Heizung überhaupt ausfallen werden, steht nicht fest. Denn noch liegt keine Kostenkalkulation der Kirchengemeinde vor. „Wir sind an der Erstellung eines Anforderungsprofils für das neue Heizsystem dran“, sagt Frithjof Tümmler, Pfarrer in Guxhagen.

Zur Klärung, wer nun für die Finanzierung zuständig ist, hat die Guxhagener Kirchengemeinde die Landeskirche eingeschaltet, sagt Tümmler.

Möglicherweise könnte im Dezember eine Entscheidung über die Finanzierung fallen. Denn dann wollen sich Vertreter von Kirche, Vitos und LWV noch einmal an einen Tisch setzen. „Ich hoffe sehr, dass wir dann endlich ein Ergebnis haben, wer was bezahlt“, sagt Andrea André.

Aber auch, wenn die finanzielle Frage endlich gelöst ist, steht die Kirchengemeinde vor einem weiteren Problem: Der Heiligabendgottesdienst. Denn bis Weihnachten wird die Klosterkirche keine neue Heizung haben – auch wenn bis dahin feststehen sollte, wer sie zahlt.

„Die Frage ist, wo der Gottesdienst diesmal stattfindet“, sagt Tümmler. Die Winterkirche kommt nicht nur wegen derzeitigen Sanierungsarbeiten nicht in Frage, sondern wäre ohnehin zu klein, sagt der Pfarrer.

Der Kirchenvorstand habe nun bereits über einen Open-Air-Gottesdienst nachgedacht. Schließlich fände der Gottesdienst in Melsungen am 24. Dezember auch auf dem Marktplatz statt. Als Orte käme beispielsweise das Klostergelände in Frage, sagt Tümmler. „Aber sicher werden dann einige sagen, dass man dann auch in die kalte Kirche hätte gehen können.“ Auch der Lilli-Jahn-Platz vor der ehemaligen Synagoge sei ein möglicher Ort für einen Freiluftgottesdienst. „Aber optimal ist der Platz nicht“, sagt Tümmler. Denn der Platz sei etwas klein und die Bäume seien störend.

Eine endgültige Entscheidung, wo der Gottesdienst stattfinden wird, soll in der Kirchenvorstandssitzung am Donnerstag nächste Woche geklärt werden.

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