Sessionsbeginn fällt wegen Coronapandemie aus

Kein Helau im Kreisteil Melsungen: So traurig war der 11.11. für die Narren noch nie

Josefine Muster Tanzmariechen beim CCE Empfershausen
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Josefine Muster Tanzmariechen beim CCE Empfershausen hätte den Sessionsbeginn gern gefeiert. Genau wie Hunderte Narren im Kreisteil.

Heute, am 11.11. bluten im Kreisteil wohl einige Herzen. Denn normalerweise beginnt dann die Karnevalsession. Doch wegen der Coronapandemie fällt der Karneval ins Wasser.

Melsungen – Veranstaltungen mit geselligem Beisammensein wird es zwar nicht geben, aber manche Vereine sind anderweitig kreativ.

Empfershausen

Der Carneval Club Empfershausen (CCE) feiert den Karneval diesmal digital, berichtet die Präsidentin Irena Freudenstein. „Wir haben unsere Mitglieder aufgerufen, uns Bilder, Videos und Texte von ihren Karnevalserinnerungen zu schicken.“ Daraus wurde nun ein Video erstellt, das zur Sessionseröffnung veröffentlicht wird. Außerdem plant Freudenstein innerhalb der Familie die Erweckung des Hoppeditzes im Garten nachzustellen, zu filmen und dann als Video zu veröffentlichen. Denn dieser karnevalistische Brauch hätte eigentlich am 12. November auf dem Plan gestanden. „Es ist wirklich traurig. Denn wir tragen den Karneval wirklich im Herzen und haben quasi Konfetti im Blut.“

Guxhagen

„Wir werden um 11.11 Uhr alle leise Helau rufen“, sagt Monika Ehrhardt-Müller von der KGG Blaue Funken Guxhagen. „Es ist wirklich ein trauriger Tag. Dass der 11. November nicht gefeiert werden konnte, gab es ja noch nie.“ Sie hat extra ein Gedicht verfasst, dass über die sozialen Medien und auf der Homepage des Vereins morgen veröffentlicht werden soll. Eigentlich sei geplant gewesen, dass sich die Karnevalisten heute vor dem Bürgersaal treffen. Die Mädchen sollten Tanzen und die Menschen – wenn auch mit Mund- Nasen-Schutz bei fröhlicher Musik das Beisammensein genießen. „Aber dann kam der zweite Lockdown“, sagt Ehrhardt-Müller. Bei dem aktuellen Infektionsgeschehen könne man so etwas nicht verantworten. Noch habe man bei der KGG die Hoffnung auf eine Feier im Februar nicht aufgegeben. Vielleicht ist bis dahin ja doch wieder etwas möglich.“

Melsungen

„Natürlich ist es traurig, dass am 11.11. um 11.11 Uhr nicht gefeiert werden kann“, sagt der Vorsitzende des MKC Carsten Barthel. Aber das müsse man jetzt eben hinnehmen. Der Schutz der Mitglieder stehe im Vordergrund. „Wir haben die Situation ständig im Blick und halten uns da an die Empfehlungen von Land und Bund“, so Barthel weiter.

Der Vorsitzende wollte Alternativen zu den sonst üblichen Veranstaltungen nicht ausschließen, doch konkrete Pläne gebe es derzeit keine. Der Vorstand stehe aber in ständigem Kontakt und man achte stets auf die aktuellen Entwicklungen in Sachen Coronapandemie. Er, sagt Barthel, mache sich derzeit mehr Gedanken darum, wie es nach Corona weiter gehen kann, als darum, dass heute kein Karneval gefeiert werden kann.

Röhrenfurth

Dass die Sessionseröffnung schon einmal ausgefallen wäre, daran kann sich Ralf Speck, Präsident der KGR, nicht erinnern. „Unsere Garden würden natürlich gern auf der Bühne stehen“, sagt er. Aber es ginge eben nicht. An einem Tag wie heute sei den Karnevalisten das Herz besonders schwer. Die Röhrenfurther werden auch keine Alternativen anbieten können, sagt Speck. Der Trainingsrückstand bei den Tänzerinnen sei viel zu groß, da sie nicht in die Halle konnten und können.

Ein digitales Angebot sei auch nicht machbar, da dabei die Kosten für die Gema zu hoch wären, so der Präsident weiter.

Wolfershausen

Auch die Wolfershäuser sind traurig, dass der Karneval in dieser Session ausfallen muss. „Aber die Gesundheit geht einfach vor“, sagt WCV-Vorsitzende Andrea Grenzebach. Erst vor Kurzem habe man sich entschlossen, die für das Rosenmontagswochenende geplanten Veranstaltungen abzusagen. „Wir müssen das erst mal sacken lassen“, sagt Grenzebach. Alternativangebote wird es nicht geben, da der Verein dafür viel zu klein sei.

Sollte sich abzeichnen, dass sich bis Rosenmontag die Lage entspanne, könne man eventuell noch kurzfristig etwas auf die Beine stellen. „Aber das muss man abwarten.“ (Barbara Kamisli und Carolin Hartung)

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