Triathlon als Ausgleich zum Job: Guxhagenerinnen betreiben Sport seit zehn Jahren

Triathlon in Hamburg: Heike Kördel-Klipp (links) und Helga Grebe. Foto: Rüdiger Schmidt/nh

Guxhagen – Schwimmen, Radfahren, Laufen: Triathlon wird immer beliebter. Seit zwei Jahren bietet auch die Melsunger Turngemeinde den Sport an. Doch Triathlon geht auch ganz ohne Verein, ohne Leistungsdruck und ohne Trainingsplan.

„Triathlon war immer ein Nischensport und bekommt seit einiger Zeit viel mehr mediale Aufmerksamkeit“, teilt Michael Schaier von der MT auf Anfrage mit. Und man kann damit auch mit Ende 40 noch anfangen und erfolgreich sein. Bestes Beispiel dafür sind die Guxhagenerinnen Helga Grebe (53) und Heike Kördel-Klipp (57). Vor zehn Jahren haben die Freundinnen mit dem Triathlon-Sport begonnen. Seither waren sie bei zahlreichen Wettbewerben in der Region am Start. Aber auch beim Triathlon in Bremen und beim größten der Welt, in Hamburg, waren sie schon dabei.

Mit 40, erzählt Heike Kördel-Klipp, habe sie angefangen, regelmäßig laufen zu gehen, erst allein, dann mit Freundin Helga Grebe. „Ganz am Anfang bin ich eine Minute gegangen, dann eine Minute gelaufen“, erzählt Heike Kördel-Klipp. Sport habe vorher nicht so eine große Rolle in ihrem Leben gespielt. Wegen der Kinder habe sie freie Zeit dann lieber zuhause verbracht.

Was mit einer Minute Laufen am Stück begann, setzte sich mit zahlreichen Wettbewerben fort. Unter anderem gingen die Freundinnen bei sieben Halbmarathons und bei 18 Zehn-Kilometer-Läufen in der Region an den Start. „Aber das Laufen wurde dann langweilig“, sagt Heike Kördel-Klipp. Und weil Schwimmen und Radfahren beide konnten, wagten sie sich auch an diese beiden Disziplinen. Im Juli 2009 nahmen sie beim ersten Triathlon-Wettbewerb teil, am Cherryman in Witzenhausen.

Die beiden Guxhagenerinnen landeten im Mittelfeld. „Beim Cherryman haben wir Blut geleckt“, sagt Helga Grebe. Beim ersten Wettbewerb legten sie die Radstrecke noch mit Mountainbikes zurück. „Danach haben wir uns aber direkt Rennräder angeschafft“, sagt Heike Kördel-Klipp und lacht. Doch die Rennräder blieben nicht die einzige Anschaffung. Auch ein Neoprenanzug gehört bei beiden zum Equipment. Denn wurde beim Cherryman die Schwimmstrecke noch im Freibad absolviert, ging's beim Edersee-Triathlon natürlich in den Edersee. „Wir standen am Start und hatten als einzige Bikinis an“, erinnert sich Kördel-Klipp. Das sei schon eine unangenehme Situation gewesen, aber auch etwas witzig, wie die beiden Frauen berichten. Den ungläubigen Blicken der anderen Teilnehmer zum Trotz landeten beide beim Wettbewerb auf dem Treppchen. „Einer kam danach zu uns und hat gesagt ‘Respekt, und das ohne Neo’“, erzählt Kördel-Klipp.

2015 nahmen die beiden an acht Triathlon-Wettbewerben teil. „Aber wir sehen das Ganze nicht so verbissen“, sagt Heike Kördel-Klipp. „Wir treffen uns zum Sport, wenn es gerade passt, mal in der Mittagspause, mal nach der Arbeit“, sagt Helga Grebe. „Wir entscheiden immer spontan, wann wir trainieren.“ Zum Schwimmtraining geht’s auch mal in die Fulda in Guxhagen.

Der Sport und vor allem auch das Schnuddeln mit der Freundin sei ein toller Ausgleich zum Job, sagen die beiden Frauen, die vergangenes Jahr zusammen die Alpen überquert haben. Heike Kördel-Klipp arbeitet beim Speditionsunternehmen Kördel in der Geschäftsführung, Helga Grebe ist Arzthelferin. Der Erhalt der Fitness und der Spaß stünden im Vordergrund. „Man darf sich nicht vorstellen, dass wir nur Fitnessriegel, Müsli und Gemüse essen“, sagt Kördel-Klipp. Und bei der Auswahl der Wettbewerbe spiele vor allem auch das Ambiente eine Rolle – wo man beispielsweise nach dem Triathlon noch schön zusammen sitzen kann.

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