Ausgleich durch hohe Gewerbesteuer

Trotz Corona ist Guxhagen gut bei Kasse

Das Kloster Breitenau in Guxhagen aus der Vogelperspektive
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Das Kloster Breitenau aus der Vogelperspektive: Es prägt die Gemeinde Guxhagen wie kein anderes Bauwerk. Unser Foto entstand im Sommer 2017.

Guxhagen – Die wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise sorgen auch bei den Kommunen für klamme Kassen. In Guxhagen gibt es Einnahmenverluste von rund 450 000 Euro. Trotzdem steht Guxhagen finanziell gut da, berichtete Bürgermeister Edgar Slawik in der Gemeindevertretersitzung am Montag.

Finanzen

Die neueste Steuerschätzung vom Mai schließe nun die ersten Folgen des Lockdowns mit ein, sagte Slawik. Am höchsten fallen die Einnahmenverluste bei dem Gemeindeanteil an der Lohn- und Einkommenssteuer aus. Die Gemeinde rechnet dort mit Einbußen von 380 000 Euro. Der Gemeindeanteil an der Umsatzsteuer wird 30 000 Euro geringer ausfallen und durch die Schließung der Kindertagesstätten (den Eltern werden die Gebühren von Mitte März bis Ende Juni erlassen) gehen der Gemeinde zwischen 30 000 und 35 000 Euro verloren. Aber alle zu erwartenden Verluste können ausgeglichen werden, sagte Slawik. Denn die Entwicklung bei der Gewerbesteuer stehe im Gegensatz zu dieser Entwicklung. Wegen Nachzahlungen aus vorausgegangenen Jahren und daraus folgenden Anpassungen der Vorauszahlungen rechnet die Gemeinde dort mit Mehreinnahmen von knapp 1,4 Millionen Euro. „Damit können alle zu erwartenden Verluste mehr als kompensiert werden“, sagte Slawik. Geplante Investitionen seien demnach nicht in ihrer Umsetzung gefährdet. „Insofern geht es uns erstaunlich besser als den meisten Gemeinden im Schwalm-Eder-Kreis oder auch in Hessen.“

Straßen

Ob die Verbindung zwischen Wollrode und Albshausen in naher Zukunft eine Beleuchtung erhält, ist offen. Die Gemeinschaftsliste hatte einen Antrag auf die Errichtung von Straßenlampen gestellt, dieser wurde einstimmig an den Bau- und Umweltausschuss verwiesen. Seit über 20 Jahren würden die Forderungen der Ortsbeiräte bezüglich einer Beleuchtung ignoriert, sagte Ulrich Wiegand (GL). Die Straße werde von vielen Fußgängern genutzt, beispielsweise von Albshäusern, die Veranstaltungen in Wollrode besuchen, sagte Wiegand. Aber auch von Kindern, die Mitglied im Kinderchor Wollrode seien oder den dortigen Jugendclub besuchen. Mittlerweile gebe es sogar Möglichkeiten zur Straßenbeleuchtung ohne Verkabelung. Reiner Kramm und Ralf Kauffeld (SPD) erinnerten allerdings daran, dass das Vorhaben damals wegen Problemen mit dem Grunderwerb auf Eis gelegt worden sei. Außerdem müsse man dann auch in die anderen Ortsteile schauen, wo in Sachen Beleuchtung nachgebessert werden müsste, sagte Kauffeld.

Lärmschutz

Neuigkeiten gibt es auch in Sachen Lärmschutz fürs Baugebiet Hundsforth. Wie Bürgermeister Edgar Slawik mitteilte, soll das Baurecht ohne aufwendiges Planfeststellungsverfahren erlangt werden. Nötig ist derzeit allerdings noch die Zustimmung der Guxhagener 74er-Gemeinschaft, die neben der Gemeinde Grundeigentümer ist. Während die Gemeinde Hessen Mobil bereits ihr Okay gegeben hatte, wollen sich die Mitglieder der 74er-Gemeinschaft laut Slawik nicht mit einer Entschädigung abspeisen lassen, die auf Null herausläuft. „Wir hoffen, dass wir dort ein Einvernehmen erzielen können, damit die Voraussetzungen für die Umsetzung erfüllt sind“, sagte Slawik, der Vorsitzender der 74er-Gemeinschaft ist. Außerdem wartet Hessen Mobil noch auf die Zustimmung zur Finanzierung des Lärmschutzes seitens der Bundesbehörde in Bonn. Ende August soll die Zustimmung vorliegen, sodass dann die Arbeiten ausgeschrieben werden können, heißt es von Hessen Mobil. Vorgesehen ist, die Wallkrone abzutragen. Anschließend sollen Bohrpfähle eingelassen und Stahlträger befestigt werden. Diese sollen in Richtung Autobahn perforiert sein, sodass der Schall absorbiert wird.

Energie

Für die Gemeinde soll ein Energie-Wende-Zeiger erstellt werden. Diesem Antrag aller Fraktionen stimmten die Gemeindevertreter bei einer Enthaltung zu. Nach dem Beitritt zur Charta der Energiewende Nordhessen sei dies der nächste Schritt, um zu sehen, was Guxhagen in Sachen Energiewende schon auf den Weg gebracht habe, und wo noch Handlungsbedarf bestehe, sagte Manfred Hollstein (Grüne). Die Unterzeichner der Charta unterstützen unter anderem die Klimaschutzpläne von Land und Bund, indem sie geeignete Klimaschutzmaßnahmen identifizieren und umsetzen.

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